Wenn sich die Bild-Zeitung mit Theater beschäftigt, dann kann man
sich ziemlich sicher sein, dass das Thema in eine der folgenden
Kategorien passt. Erstens: Einem der Schauspieler ist irgendwas
Schlimmes passiert. Zweitens: Es hat gebrannt. Drittens: Es hat
einen „Skandal“ gegeben. Gebrannt hat es nicht im Prater der
Berliner Volksbühne. Den Schauspielern ist auch nichts wirklich
Schlimmes passiert. Bleibt also nur der „Skandal“, der sich für die
Bild unter der Überschrift „
Das perverseste Theater-Stück Berlins“
zusammenfassen lässt.
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Schlüsselworte: Ibsen, Volksbühne, John Gabriel Borkman
Was macht eigentlich
Paul Kalkbrenner? Er spielt am 16. Dezember mal
wieder in Berlin. Und er hat gerade der Berliner Zeitung ein
Interview gegeben, das man netterweise
nachlesen kann. Ich weiß nicht genau, wie Paule
das hinbekommt, aber er lebt in seiner eigenen Welt und ist
trotzdem nicht abgedreht. Deshalb lohnt es sich auch, dieses
gefühlte 500. Interview mit ihm zu lesen. Zwei Dinge greife ich
trotzdem heraus, weil ich die noch nicht wusste: Paul K. geht
selbst nie in Konzerte, er ist „sozusagen nicht interessiert an
Musik“. Außer an klassischer. Und er findet das Gehabe
gewisser Türsteher
total daneben.
Schlüsselworte: Paul
Kalkbrenner
Diese Rubrik hier heißt ja etwas großspurig „Medienrummel“, dabei
geht es gar nicht um den großen Rummel, sondern um die kleinen
Bausteine, aus denen er sich zusammensetzt. Genauer gesagt: Um die
Zeitschriften und Magazine, die sich mit Techno beschäftigen – oder
auch den „Elektrischen Lebensaspekten“, wie die
De:Bug etwas anders als
sonst im Untertitel ihrer neuen Ausgabe verheißt. „Elektrisch“,
nicht „Elektronisch“, vielleicht ist das für immer, vielleicht aber
auch nur diesmal der Fall, als ergänzender Kommentar zum Thema der
November-Ausgabe.
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Schlüsselworte: De:Bug, DJ
Das hätte ich gerne: Ein kleines rosa-farbiges Schweinchen mit 17
Nasen. Und in jede Nase kann man einen Stecker stecken und wenn zu
viel Strom gezogen wird und das ganze überlastet ist, dann wird
gegrunzt. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann gibt es dieses
Schweinchen noch nicht, es ist bislang eine
Design-Studie, aber eine, die zeigt, was das
Art.Lebedev
Studio so alles draufhat. Ist übrigens ein russisches
Designstudio und eine Webseite und offenbar noch so einiges mehr,
vor 16 Jahren von
Artemy Lebedev gegründet. Ich mag die Seite von
Art.Lebedev, dort finden sich so viele andere Dinge, die die Welt
braucht, ohne sie wirklich zu brauchen. Oder, wenn man es andersrum
sehen will: Mit Dingen, die die Welt nicht braucht, weil sie nicht
weiß, dass es sie gibt.
Schlüsselworte: Artemy
Lebedev
Ein leicht teuflisches Lächeln, rote Bäckchen und schwarzes
Bärtchen auf weißem Grund – so sieht es aus, das gemeinsame Symbol
der Occupy-Bewegung, die Guy-Fawkes-Maske. Guy Fawkes versuchte vor
über vierhundert Jahren, einen König und seine ganze Sippe in die
Luft zu sprengen, populär gemacht hat die nach ihm benannte Maske
der Film „V for Vendetta“, die Aktivisten des Internetkollektivs
„Anonymous“ haben sie zuerst bei Protesten getragen – aus
Selbstschutz, denn damals ging es gegen Scientology. Jetzt haben
die Globalisierungs- und Bankenkritiker in aller Welt die Maske für
sich entdeckt. Ein bisschen Theater schwingt da mit, ein bisschen
das Verständnis, wie die Mediengesellschaft nun einmal
funktioniert, es geht um Außenwirkung und Selbstverständnis. Und
damit wären wir auch schon bei einer anderen gesellschaftlichen
Gruppe, die die Macht der Maske für sich entdeckt hat – bei der
Technoszene und ihrem Dunstkreis.
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Schlüsselworte: Redshape,
Masken,
Rhythm Monks
Nummer 133! Die
neue Groove ist da , sie liegt im Briefkasten. Wer
sie nicht abonniert hat, aber sie manchmal und vielleicht auch
diesmal kaufen will: Unbedingt, es lohnt sich! Vielleicht
ausnahmsweise mal nicht wegen des
Hotze-Comics,
denn der ist zwar von der Idee gut – es geht um das Auflegen mit
Platten vs. Auflegen mit digitaler Technik - aber hat ein etwas
lahmes Ende. Aber sonst ....
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Schlüsselworte: Techno, Groove, Rustie
Ist das nun ein Zeichen von doch nicht funktionierender
Globalisierung, dass man Filme und Serien, die in anderen Ländern
laufen, nicht so ohne weiteres sehen kann? Oder ein Zeichen von
funktionierender Globalisierung, dass es irgendwie doch geht? Die
zweite Staffel von
The
Walking Dead, der als Serie verfilmten
Graphic Novel von Robert Kirkman und Tony Moore ist
in den USA angelaufen. Es gab Streit darüber, wie die zweite
Staffel weitergehen sollte, sie durfte nicht mehr so viel kosten
wie die erste, hieß es. Wenn es wirklich weniger gekostet haben
sollte, dann kann man sagen: Bislang sieht man es nicht. Nach wie
vor spannend, nach wie vor die (selben) guten Schauspieler, nach
wie vor extrem beklemmend und irgendwie auch nach wie vor
„realistisch“, so weit das bei einem Zombie-Thema überhaupt möglich
ist. Sehr, sehr gut. Eine Frage aber bleibt natürlich: Werden die
letzten übrig gebliebenen Menschen wirklich Johnny Cash hören? Oder
doch Techno?
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Schlüsselworte: Zombie
„Auf dem Fahrrad zur Arbeit – und einen Benz in der Tiefgarage. Ein
Twitter-Account - aber Angst vor Spionage“ – die aus Rostock
stammende, mittlerweile in Berlin wohnende Band „
Supershirt“ hat
Schwierigkeiten mit deutschen Befindlichkeiten. Auch auf ihrem
neuen Album „Kunstwerk“: Dröhnende Beats treffen auf plakative
Parolen – wie zum Beispiel: „Verlass die Stadt.
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Schlüsselworte: Supershirt
Anfang, Mitte der 90er konnte man ihm nur schwer entkommen: Dem so
genannten Eurodance, in die Charts gebracht von Bands wie
2 Unlimited,
Culture
Beat oder
Snap. Eigentlich hätte diese Musik bis in alle
Ewigkeit in die Gruft gesperrt werden müssen. Doch seit einiger
Zeit ist eine ähnliche Mischung aus Rap, Pop und elektronischen
Beats wieder da. Mal schlechter – siehe
David Guetta – mal
richtig gut, so wie bei
Spank Rock.
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Schlüsselworte: Spank
Rock
Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn ich die neue
Haiku-Pünktlichkeit hätte durchhalten können. Nun gut, sind wir mit
dem Oktober-Haiku also ein wenig zu spät dran. Nach wie vor fragt
niemand: „Warum eigentlich Haiku?“. Aber das liegt vielleicht im
oder am Zen-Charakter dieser „fünf, sieben, fünf“ Silben, die so
vieles mit so wenigen Worten sagen können. Der Oktober jedenfalls
hat, man sieht es auch schon am begleitenden Foto, mit Tieren zu
tun. Und mit Musik. Dr. Motte hätte gesagt: „Love, Peace and
Unity!“
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Schlüsselworte: Haiku
Ich hasse die Gallagher-Brüder. Ich hasse Oasis. Ich hasse Beady
Eye, die neue Band von Liam Gallagher. Ich hasse die High Flying
Birds, das neue Projekt von Noel. Was mich aber nicht davon abhält,
die neue
Spex zu
loben, denn sie setzt den Techno-Hebel an. Sowohl bei
Noel Gallagher
als auch bei
David Guetta. Und siehe da, beide erscheinen auf
einmal in ganz anderem Licht.
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Schlüsselworte: Techno, Noel
Gallagher, Spex
Was wäre Berlin ohne seine Neueinwohner? Ganz bestimmt nicht die
Techno-Hauptstadt des 21. Jahrhunderts. Ist sie nämlich, auch wenn
Techno im 21. Jahrhundert sehr viel mehr ist als „Bumm Bumm Bumm“.
Eigentlich müsste ich mir also eine neue Überschrift für diese
Rubrik hier überlegen. Aber „never change a running system“ rauscht
es mir da durch den Kopf, während mir ebenfalls ganz oben
signalisiert wird, dass ich abschweife. Abschweifen aber will ich
nicht. Sondern nur kurz mitteilen: Bei „Bumm Bumm Bumm Oktober
2011“ begegnet uns eine Frau, die mal ein Mann gewesen sein könnte
- siehe Foto! - , ein Feld, das einmal ein Axel war. Und ein
Roboter, der eigentlich ein Roberter ist.
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Schlüsselworte: The Field,
Robot
Koch, Aerea Negrot
Eine 22-Jährige Sängerin, die sich selbst „
Zola Jesus“ nennt – kann man die überhaupt ernst
nehmen? Die Frage stellt sich inzwischen nicht mehr. Nika Roza
Danilova alias Zola Jesus hat gerade ihr drittes Album
veröffentlicht und wird abwechselnd als eine der schillerndste
Popfiguren der Gegenwart und als Vorbotin einer neuen Gothic-Welle
gefeiert. Nicht schlecht für eine gerade mal 1 Meter 50 große Frau.
Conatus heißt ihr neues Album.
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Schlüsselworte: Zola
Jesus