Wenn die Russendisko vorbei ist

Der Nahe Osten, die arabische Welt und bis vor kurzem auch noch Stuttgart sind in Aufruhr. In Berlin vollzieht sich das Wackeln an den Obrigkeiten auf subtilere Art und Weise. Wladimir Kaminer etwa, Wahlberliner und unangefochtener Meister der Russendisko, wurde jetzt Ziel einer sehr leisen, aber umso gemeineren Kampagne: Ein Bewohner der nur noch von Deppen und ahnungslosen Journalisten, die gedanklich stehengeblieben sind, Castingallee genannten Kastanienallee stellte sein Exemplar der Russendisko in einen Hauseingang. Und zwar da, wo die Hausnummern noch einstellig sind! Dr. Motte war es wahrscheinlich nicht, der wohnt, soweit ich weiß, gegenüber. Und Subtilität ist ja seine Sache auch nicht. Jedenfalls stand besagtes Buch Stunden, wenn nicht gar Tage auf dem Boden, kein Leidensgenosse weit und breit. Und viele, die vorbeigingen, dachten etwas in der Art wie „Hmm, mit dem Kaminer ist es jetzt wohl auch vorbei, so vorbei, wie ich gleich an dem Buch vorbei bin.“ Ob es wirklich so ist? Ob sich noch jemand des Buches erbarmt hat? Oder landete es beim türkischen Gemüsehändler, der fast immer auf hat, nur tagsüber am Sonntag nicht? Fragen, auf die es an dieser Stelle keine Antwort geben kann.

P.S.: Wie war’s eigentlich bei der Russendisko? Wirklich so toll, wie es im Buch steht?