Meine Lieblingsplatten, Teil 7: Electro Pop

Flower
„Techno Pop“ sollte es eigentlich mal heißen, das 1986 von Kraftwerk veröffentlichte Album „Electric Café“ – und hieß es dann auch bei der Wiederveröffentlichung im Jahr 2009. Als Anthony Rother 2001 unter dem Pseudonym Little Computer People seine Platte „Electro Pop“ herausbrachte, war das also gleichzeitig Zitat, Kommentar, Zeichen. Vereinfacht gesagt: Anthony Rother wollte beides, Tradition und Neubeginn. Keine schlechten Voraussetzungen, um ein Album zu machen, das a) heute im Second-Hand-Verkauf relativ teuer und b) irgendwie auch ein Klassiker ist. Aber was genau macht es dazu?
Ein bisschen ist Electro Pop (das Album) wie ein kleiner Science-Fiction-Film. Es klingt nach Zukunft, nach Weltraumsaga, nach Laser-Kanonen und den unendlichen Weiten. Es klingt nach Retro-Futurismus, also auch ein bisschen nach Klischee: So hat sich Musik, die Futur-II als ihre liebste Zeitform vermuten lässt, anzuhören. Aber es klingt auch poppig und deshalb ist es meiner Ansicht so ein gutes Album: Tracks wie „Little Computer People“, „Fly High“ oder „Who Do You Love“ kann man sich auch über zehn Jahre später noch guten Gewissens anhören und für gut befinden.
„Little Computer People“ ist nicht nur das Pseudonym von Anthony Rother, es ist auch der Name eines 80er-Jahre-Computerspiels, das seiner Zeit voraus war. Anthony Rother war mit seiner Platte auf der Höhe der Zeit, aber eben so, dass er da etwas von Wert geschaffen hat. Ich habe gerade mal geschaut: 40 bis 50 Euro muss man zum Teil bezahlen, wenn man die CD, die offenbar nicht mehr nachgepresst wird, haben will. Auch das ein Anzeichen dafür, dass Vocoder-Stimme, TechnoElectro-Beats und ein Gespür für Pop für eine Lieblingsplatte sorgen können.

Interesse geweckt? Was ich sonst noch so zu „Electro Pop“ und Anthony Rother alias Little Computer People zu sagen habe, kann man im Radio hören: www.byte.fm am Samstagabend von 20-22 Uhr. In Hamburg zur gleichen Zeit auch auf der 917XFM. Playlist der Sendung schon jetzt hier. ByteFM-Sendungen können übrigens auch noch mal angehört werden - dank unseres Archivs.