Lotic und seine Sounds aus einer anderen Welt

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J’Kerian Morgan alias Lotic ist „not your local queer artist“. Aber trotzdem einer der spannendsten DJs, die derzeit von Berlin aus die Clubwelt bereichern. Gerade hat er beim Yo!Sissy-Festival eines seiner berüchtigten DJ-Sets abgeliefert. Vorher aber saß er in meiner Küche und hat über alles mögliche gesprochen, über Musik, über Mietprobleme in Berlin, über die queere Szene - und darüber, warum er nur noch aus seiner Heimat, den USA, wegwollte. Interessanter Mensch, interessanter Musiker. Read and rave on nach dem Klick ...

Mysteriöser Electro vom Meeresgrund

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Drexciya, das waren mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit James Stinson und Gerald Donald. Als Stinson 2002 starb, war es vorbei mit der Wut und der Schönheit, die diese elektronischen Sounds verströmten. Aber bis heute entdecken immer wieder neue Fans und andere Musiker die Tracks von Drexciya - und sind von der Geschichte, die sich Stinson und Donald als theoretischen Hintergrund für ihre Klänge ausdachten, begeistert. Ich habe hier und hier schon mehrmals über Drexciya geschrieben, auch, weil mich die Sounds seit Jahren begleiten und, so muss man das wohl sagen, erfreuen. Aber so gut wie Mick Rubin war das nie. Mick Rubin beschäftigt sich auch schon lange mit Drexciya, und so ziemlich alles, was in dem Zusammenhang wichtig ist, hat er jetzt noch einmal niedergeschrieben - für die Kaugummi-Brausler von Red Bull (genauer gesagt: für die Seite der Red Bull Music Academy). Drexciya, so der von Stinson und Donald ausgedachte Mythos, ist eine Unterwasserstadt auf dem Grunde des Atlantiks. Dort leben die Drexciyaner, die im Wasser atmen können und die von schwangeren Sklavinnen, die bei ihrer Überfahrt von Afrika nach Amerika ins Wasser geworfen wurden, abstammen. Der Schwarze als Alien, aber nicht aus den Tiefen des Alls, sondern aus den Tiefen des Meeres.

Es gibt eine sehr umfangreiche Webseite, die sich so ziemlich jedem Detail von Drexciya und den Nebenprojekten der beteiligten Musiker widmet, es gibt einen Artikel, der die begleitende Kunst (Darstellung von Drexciyanern und ihren U-Booten) auflistet, es gibt sogar einen Stern, der nach Drexciya benannt wurde. Aber so umfassend und so stukturiert und informiert wie in Rubins Artikel habe ich das alles noch nie gelesen. Eine Reise zum Grund des Meeres und eine großartige Gelegenheit, noch einmal diese Musik zu entdecken.

Laurel Halo wirbelt ordentlich DUST auf

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Vor kurzem machte die Meldung die Runde, dass weniger und weniger E-Gitarren verkauft werden. Das Prinzip „Rockstar“ hat, zumindest für den Moment, ausgedient. Das liegt daran, dass die musikalisch interessanten Entwicklungen ganz woanders stattfinden, zum Beispiel in der elektronischen Musik – und zwar in der elektronischen Musik, die sich vom rein Funktionalen des Dancefloors gelöst hat und die vielfältigen Möglichkeiten der Produktion auslotet. Gleichzeitig experimentell und zugänglich, so lautet die Formel für relevante elektronische Musik – und genau so hört sich die Musik der in Berlin lebenden US-Amerikanerin Laurel Halo an. Ich habe Laurel Halo in einem Kreuzberger Café getroffen und mit ihr über Musik im Algemeinen und ihr neues Album „Dust“ im Speziellen gesprochen. Aber der Reihe nach. Also: Alles, wirklich alles, uns eingeschlossen, besteht aus kosmischem Staub. Mit Staub fängt alles an, mit Staub hört es wieder auf. Klitzekleine Teilchen als Sinnbild für den großen Kreislauf des Lebens. Auch das meint die Produzentin Laurel Halo mit dem Titel ihres neuen Albums: „Dust“. „Wenn sich der Staub gelegt hat - Staub aufwirbeln - jemandem im Staub liegen lassen ... Staub ist ewig und für mich steht er für den Wechsel, für das Werden und Vergehen“, sagt sie im Interview.

Laurel Halo kommt aus den USA, sie hält ihr Alter für irrelevant, solange es um ihre Musik geht und sie lebt seit drei Jahren in Berlin. Es ist die schon oft erzählte Geschichte von den immer noch billigen Mieten und Lebenshaltungskosten – jedenfalls im Vergleich zu New York oder London – die sie nach Deutschland gebracht haben. Sie will sich auf ihre Kunst konzentrieren, nicht aufs Geldverdienen. Wie sollte das auch gehen mit einer Musik, die wie ein Experiment wirkt und nur wenig bis gar nichts mit Kommerz zu tun hat? Laurel Halo: „Ich weiß, dass ich nischenhafte, seltsame Musik mache, die nicht so einfach zugänglich ist. Ich suche auch nicht den massenhaften Erfolg, mir bedeutet es vor allem etwas, wenn meine Familie, wenn andere Produzenten oder Musiker, die ich schätze, positiv auf meine Songs reagieren. Das ist die spirituelle Nahrung, die mich antreibt!“ Read and rave on nach dem Klick ...

Hölle, das sind immer die anderen: DJ Hells Zukunftsmusik

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Kann er es noch? Helmut Geier alias DJ Hell alias Hell hat ein neues Album. Es heißt Zukunftsmusik. Heißt das, dass hier die Musik der Zukunft wartet? Sicherlich nicht, wir haben es mit einer Art Retrofuturismus zu tun: Musik, wie sie vor Jahrzehnten gemacht wurde, die sich aber damals soundmäßig die Zukunft vorgestellt hat. Einfacher ausgedrückt: es ist eine veraltete Vorstellung der Zukunft. Das heißt aber nicht, dass die musikalischen Vorstellungen von Hell veraltetet sind, er hat sich diesen Sound ja ganz bewusst gesucht, weil er eine bestimmte Epoche der Musik noch einmal wiederauferstehen lassen will. Verschachtelt und verwirrend? Dann noch einmal ganz anders: Hell hat für diese neue Platte 14 Songs erschaffen, die zum Teil nichtssagend, zum Teil ganz gut sind. Vor allem die Tracks, in denen etwas mehr passiert, haben sich mit mir angefreundet ("Wild at Art", "Wir reiten durch die Nacht", "Guede" und vor allem "I Want U"). Aber insgesamt geht das schon in Ordnung. Denn wer hätte gedacht, dass der Herr Geier überhaupt noch mal was abliefert? Ach ja, bevor ich es vergesse: Im Musikexpress gibt es eine schöne Foto- und Fragenstrecke mit Hell, Titel: "Als Anzüge noch provozierten: DJ Hell über Mode und Techno". Hat mir auch gefallen.

Ein blauer galaktischer Sturm namens Pilocka

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Das Internet vergisst nur selten: vor Jahren tritt Pilocka Krach in Halle an der Saale auf, auf dem Kopf eine pinkfarbene Perücke, Sonnenbrille, krachig und verzerrt performt sie ihre Version des NDW-Hits „Eisbaer“. Nur eine Handvoll Menschen war damals live dabei, aber einer von ihnen hatte eine Kamera mit: Youtube lässt grüßen. Das Video des Auftritts aber führt in die Irre. Pilocka Krach ist nämlich mittlerweile eine ganz andere. Nicht albern, nicht improvisierend, nicht nachahmend, sondern eine der interessantesten Musikerinnen, die die elektronische Musik aus Berlin derzeit zu bieten hat.

Der Beweis kommt am 28. April, wenn Pilocka Krach auf ihrem eigenen Label ein Konzeptalbum veröffentlicht: Sugar Cane & The Lost Amigos, 17 Songs auf zwei Vinylplatten oder 10 (plus Intro und Outro) auf CD. Ein wilder Ritt, mit dem sie zeigt, wie unterschiedlich Musik aus Berlin klingen kann. Read and rave on nach dem Klick ...

Jeff Mills reist zu den "Planets"

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Jeff Mills, vor 53 Jahren in Detroit, Michigan geboren, wirkt ein bisschen so, als würde er sich auf der Erde nicht wohlfühlen. Schlank und feingliedrig, mit neugierigen, mandelförmigen Augen, in den kurzgeschorenen Haaren eine einsame, seltsam wirkende graue Stelle. Schwer zu sagen, was ihn NOCH alles antreibt, aber Techno, der Weltraum und die Kunst sind drei Hauptfelder, die ihn sehr interessieren: "So lange ich denken kann, habe ich mich für den Weltraum interessiert. Es wird an den Mond- und Space-Shuttle-Expeditionen der NASA gelegen haben – und meiner Vorliebe für Science Fiction. Da muss man einfach Fantasy-Geschichten lieben!" Read and rave on nach dem Klick ...

Einsam und wunderschön: Kangding Ray

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Da ist also mal wieder eins! Ein lupenreines Techno-Album, das ich so gut finde, dass ich nicht nur hier darüber schreiben möchte, sondern es auch immer und immer wieder höre: Kangding Rays neue Platte Hyper Opal Mantis. Das Cover zeigt schon an, worum es darauf geht, nämlich um Musik, in der der Mensch keinen Platz hat, auch wenn viel, viel Platz da ist. (Nicht, dass ich das Cover wirklich verstanden hätte, aber das waren so die Gedanken, die mir zuerst kamen).
Kangding Ray, das ist das Pseudonym von David Lettelier, einem Franzosen, der seit einiger Zeit in Berlin lebt und der vor allem durch seine Veröffentlichungen bei Raster-Noton bekannt geworden ist. Und jetzt also sein Hyper Opal Mantis. Um es kurz zu machen: ich mag das vor allem deshalb, weil die Tracks eine psychedelische Wirkung haben. Man wird beim Hören, vor allem … Read and rave on nach dem Klick ...

Alte Bekannte mit neuem „Spirit“

DM
Da ist sie also wieder, die Band, nach der man die Uhr stellen kann. Vier Jahre nach ihrem letzten Album, das vier Jahre nach dem davor kam, welches vier Jahre nach dem davor, welches vier Jahre ...(nicht schwer zu verstehen, dieses System) überraschen Depeche Mode so gar nicht mit einer neuen Platte.

Spirit heißt sie und sie klingt, auch wenn die harten Fans, von denen es vor allem in Deutschland so viele gibt, das vehement bestreiten werden, wie alle Depeche-Mode-Alben seit Jahrzehnten eben klingen: schwer, ein bisschen düster, ein Hybrid aus elektronischen Sounds und ein bisschen Rockgehabe, aus ausgiebig wiederholten Parolen, aus mal deutlicher, mal unkonkret-angedeuteter Unzufriedenheit mit der Welt im allgemeinen und im privaten, aus ein bisschen Erotik. Read and rave on nach dem Klick ...

Mobilegirl weiß, was sie will

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Mobilegirl ist der Künstlername der 23-jährigen Bao-Tran Tran. Die in Berlin lebende Musikerin ist im Rahmen des diesjährigen CTM zu erleben. Wenn alles nach Plan läuft, dann wird das aber nicht das letzte Mal sein, dass man von ihr hört. Denn sowohl als DJ wie auch als Produzentin geht sie Wege abseits der ausgetretenen Pfade (um mal diese ausgetretene Formulierung zu benutzen).
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Deadmau5 hat Ärger ... wegen seiner Katze

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Kannste dir nicht ausdenken: Deadmau5, dieser kanadische Electro-EDM-irgendwas-Musiker, dessen Markenzeichen ein überdimensionaler Plastikkopf ist, der gleichermaßen an Mickey Mouse wie an die Diddl-Maus erinnert, muss jetzt gegen einen Fan vorgehen. Nicht wegen seines Maskenkopfes (da beschäftigte ihn zuletzt ein ziemlich kostspieliger Streit mit dem Disneykonzern), sondern wegen seiner Katze. Diese Katze wurde 2010 von Joel Zimmermann alias Deadmau5 adoptiert, heißt Meowingtons, manchmal auch Prof. Meowingtons, und soll das einzige Tier mit einem verifizierten Twitter-Account sein. Meowingtons, der wegen seines intensiven Miauens so heißt, tauchte schon auf Deadmau5-Alben, auf Werbematerial und Merchandising-Artikeln auf. Die Rechte an der Internet-Präsenz meowington.com aber hat jemand anderes, wie Zimmermann vor einiger Zeit herausfand. Jetzt versucht der Deadmau5, der in den letzten Jahren ordentlich vom EDM-Boom profitiert hat, die Markenrechte in Sachen Meowingtons zurückzubekommen. Ob er im Erfolgsfall neue Meowingtons-Kopfhörer speziell für Katzen herausbringen wird? Hat er nämlich schon mal!

Der beste DJ der Welt

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Wer ist der beste DJ der Welt? Und wie kann man das überhaupt messen? Zum Beispiel, indem man auf einer Webseite die Leser/User darüber abstimmen lässt. Weil Resident Advisor in den letzten Jahren zu DER Webseite in Sachen Club- und DJ-Kultur geworden ist, wiegt ihre Liste ein bisschen mehr als, zum Beispiel, die von Magazin XY, das pro Ausgabe nur ein paar tausend Exemplare verkauft. Oder etwa doch nicht? Denn ein bisschen seltsam ist es ja schon, wer seit Jahren die RA-Jahrespolls anführt. Read and rave on nach dem Klick ...

Und Moby hat doch Recht!

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Richard Hall, besser bekannt als Moby, lockt natürlich keinen Hipster mehr aus dem Haus bzw. ins Internet. Aber weil ich das ja erstens weiß, zweitens kein Hipster bin und drittens schon so lange immer wieder mit Moby zu tun habe, darf ich mich mit ihm beschäftigen. Mit ihm, mit seinem neuen Album "These Systems Are Failing" und mit dem Video zum daraus ausgekoppelten (ja, so sagte man das früher, als Singles noch eine Rolle spielten) Track "Are You Lost In The World Like Me?". Read and rave on nach dem Klick ...

Dengue Dengue Dengue, Perus Soundzauberer

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Es geht mir leider viel zu selten so, dass ich neue Musik entdecke, die mich so richtig packt. Bei der ich denke: das ist einzigartig! Oder auch: warum hat das vorher noch niemand gemacht? Meist hat es dann ja schon jemand vorher gemacht, nur ist es mir nicht aufgefallen. So oder so, es gibt mal wieder so eine Band, die mich aus der Lethargie wachgerüttelt hat, sie kommt aus Peru und nennt sich Dengue Dengue Dengue. Ein Duo, die Männer dahinter heißen Rafael Pereira und Felipe Salmon. Ihre neue Platte Siete Raices ist vor ein paar Wochen nur in digitaler Form veröffentlicht worden (es gibt sie unter anderem auf der Bandcamp-Seite von Dengue Dengue Dengue). Read and rave on nach dem Klick ...

Pop-Kultur nimmt die Popkultur ernst!

Ich finde ja, dass das "Pop-Kultur"-Festival in Berlin ein sehr schönes Festival ist. Was natürlich vor allem an den Bands liegt, die da auftreten. Und an den Talks. Und an den Videos! Letztes Jahr, als "Pop-Kultur" im Berliner Berghain stattfand, gab es eine Reihe von Trailern, in denen große Momente der Popgeschichte auf ihre Ursprünge zurückgeführt wurden. Da lernte man dann, dass Death Metal in einer Kirchengruppe entstand und Breakdance von einem Obdachlosen auf seiner Pappunterlage erfunden wurde. Oder so ähnlich. Dieses Jahr ist wieder alles fein: nicht mehr im Berghain, sondern in verschiedenen Clubs und Konzerthallen in Neukölln, vom Schwuz bis zum Huxleys. Bands und Musiker wie (nur eine Auswahl!) Mogwai, Algiers, Fatima Al Qadiri, Metronomy, Roosevelt, Keoma, Liars, Matthew Herbert treiben sich dort rum. Talks zum Beispiel über Depressionen in der Popmusik, Popkritiker Jens Balzer liest aus seinem neuen Buch, besonders teuer ist es auch nicht. Und dann: wieder schöne Videos. Scott King hat sie sich ausgedacht, wir treffen Kurt's (Cobain!) Lighter, die Hosen von Brian Jones. Wie heißt es so schön? "Pop-Kultur nimmt Popkultur ernst, meistens jedenfalls!"
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Sado Opera dreht am Zeiger!

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Das „Pasternak“ in Prenzlauer Berg ist ein ziemlich gepflegtes Restaurant. Die Kellner laufen mit blütenweißen Schürzen herum, das Essen ist überwiegend russisch, das Ambiente traditionell und fein, mit Porzellangeschirr und Kronleuchter. Hier will sich die russisch-deutsche Performancegruppe Sado Opera zum Interview treffen. Ausgerechnet, muss man wohl sagen, denn Sado Opera scheinen mit ihrer Mischung aus Electro-Punk und Synthie-Pop, aus Netzstrümpfen und Kiss-Make-up, so gar nicht in den gutbürgerlichen Prenzlauer Berg zu passen. Aber so funktionieren eben die von Sado Opera getriggerten Klischeevorstellungen: „Menschen lieben es, etwas in kleine Kisten zu packen. Das ist so bequem. Aber du musst dich zwingen, deine eigenen Grenzen zu überschreiten. Dabei wollen wir helfen“, sagt der Kopf von Sado Opera, Künstlername „Herr Oberst“, auf Englisch – und lobt die süßlich-melancholische Atmosphäre, während er russischen Tee trinkt. Read and rave on nach dem Klick ...

Aus Liebe zu Detroit ...

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So ein Buch kann nicht jeder zusammenstellen, dafür braucht es jemand mit viel Überzeugung und Überzeugungskraft. Marie Staggat, Fotografin aus Berlin, hat beides - und deshalb auch so ziemlich jeden House- und Techno-Menschen aus Detroit vor die Kamera bekommen und daraus "313ONELOVE" zusammengesetzt, einen umfangreichen bebilderten Liebesbrief an die Stadt, die der Welt den Techno brachte. Viele Hände und Ohren sind zu sehen (sind ja auch die Hauptarbeitsgeräte von DJs), aber auch Gesichter, Häuser, schlaue Sprüche. Carl Craig, der Amp Fiedler, der Moodymann, Robert Hood, Mad Mike Banks … alle sind hier zu finden. Wie Marie Staggat all diese Menschen, die nicht immer auf Öffentlichkeit aus sind, überreden konnte? Hat vermutlich viel damit zu tun, dass sie selbst irgendwie "techno" ist (sie gehört zum Umfeld des Tresors in Berlin, der ja seit seinem Bestehen die Achse Berlin-Detroit pflegt) und es ernst meint mit der Bewunderung und der Liebe zu Detroit und ihren Menschen. Ach ja, als wäre das noch nicht genug: das Buch ist auch noch Teil eines Charity-Projekts für Kinder aus Detroit.

Klassik im Remix - arm oder warm?

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Schon seit geraumer Zeit versucht die Klassik, neue Fans zu gewinnen, neue Käuferschichten zu erschließen. Sie tut das, indem sie ihre Stars anders vermarktet, aber auch, indem sie sich öffnet. Klassische Orchester arbeiten mit Popmusikern zusammen oder spielen, wie etwa die Londoner Philharmoniker, die Titelmelodien von Computerspielen nach.
Das Deutsche Symphonie Orchester (DSO) geht subtiler an die Sache heran: Teile der 4. Sinfonie von Anton Bruckner wurden von den Musikern neu eingespielt, ins Netz gestellt und zur weiteren Bearbeitung freigegeben. „Romantic Revolution – Bruckner Unlimited“, so der Titel des Remix-Wettbewerbs für Laptop-Künstler. Was soll ich sagen … ich war bei der Preisverleihung dabei. Read and rave on nach dem Klick ...

Max Richters Sleep: Schläfchen mit Musik

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Wenn Menschen während eines Konzerts einschlafen, dann sorgt das eigentlich immer für Heiterkeit, nur vielleicht nicht bei der Begleitung, die dann schon mal dezent den Arm ausfährt, um den Schlafenden ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Bei Max Richter ist das anders, der in Berlin lebende britische Komponist hat sein neues Werk ja "Sleep" genannt und meint es auch so: über acht CDs hinweg will er uns in den Schlaf wiegen und dann dazu den Soundtrack liefern. Live gibt es das Ganze auch, gerade hat er im Berliner Kraftwerk eine Nacht lang durchgespielt und über 400 Menschen lagen in der großen Halle dieses besonderen Ortes auf Feldbetten, hatten sich ihre eigenen Decken und Kissen mitgenommen, lauschten erst sehr konzentriert den ambienten Klassiktönen und fielen dann in mehr oder weniger tiefen Schlaf. Read and rave on nach dem Klick ...

Review: SVIIB von School of Seven Bells

SVIIB - ein fröhlich klingendes Album mit dramatisch-tragischer Vorgeschichte! School of Seven Bells kommen aus New York, bestanden mal aus drei Mitgliedern, nämlich den Zwillingsschwestern Deheza – Alejandra und Claudia – und dem Partner von Alejandra, Benjamin Curtis. Es ist aber nur noch eine übrig: nämlich genau dieses Alejandra. Ihre Schwester verließ die School of Seven Bells 2010. Und Benjamin Curtis, starb vor zwei Jahren an Leukämie. Zurück blieben nicht nur eine ziemlich am Boden zerstörte Sängerin, sondern auch eine Reihe von Songs, die allerdings noch nicht fertig produziert waren. Diese Produktion wurde nachgeholt, mit Hilfe des Produzenten Justin Meldal-Johnson, der auch schon mit M83 oder den Nine Inch Nails zusammengearbeitet hat. Read and rave on nach dem Klick ...

Berliner Club Tresor wird 25. Und ich werde mit.

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Als mein Vater mir mal als Kind sagte, ich solle die Zeit genießen, das Leben ginge so schnell vorbei, wusste ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, was er meint. Damals dauerte es mindestens fünf Jahre, bis ein Jahr vorbei war. Schräg? Aber so war das halt, jedenfalls im Vergleich mit heute. Der Berliner Club Tresor feiert gerade seinen 25. Geburtstag. Mein allererster Techno-Club, der, in dem ich öfter drin war als in irgendeinem anderen Club. Wo ich selbst aufgelegt habe, im Keller und in den angeschlossenen Bars, im neuen und im alten Tresor. Aber warum er so besonders für mich ist, hat einen ganz anderen Grund. Das liegt nämlich vor allem an meinem ersten Besuch dort. Read and rave on nach dem Klick ...

Pop-Kultur, Festival-Tag 1

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Da ist er schon wieder vorbei, der erste Tag des Pop-Kultur-Festivals im Berliner Berghain! Und es gibt einiges zu erzählen. Zum Beispiel das hier: es war ein schöner Tag bzw. ein schöner Abend. Das Berghain ist nach wie vor ein geheimnisvoller Ort, auch wenn mit Hilfe eines Tickets (oder eines Pressebändchens) jedes Bangen an der ach so harten Tür umgangen werden kann. Geheimnisvoll, weil dieses alte Heizkraftwerk so viele verwinkelte Orte hat, nicht kaputtsaniert wurde, von einer seltsamen Aura umhüllt wird.
Aber lassen wir das Berghain Berghain sein und widmen uns der Musik und dem Drumherum. Owen Pallett und Isolation Berlin, Andreas Dorau und Lapalux, Inga Copeland und noch so einige mehr sangen, spielten, lasen, diskutierten. Aber wie das immer so ist: ich habe dann doch nur Pantha du Prince, Fenster und Chikiss gesehen. Pantha du Prince, einer der großen Technoromantiker, trat mit Schlagzeuger (der Norweger Bendik Hovik Kjeldsberg) und Scott Mou (Panda-Bear-Kollaborateur) auf. Es ging um Masken und Roben, eine krasse Bassdrum, die das Herz zu Rhythmusstörungen verleitete und hohe Glockentöne bestimmten den Sound. Das mit den Masken und Roben, die irgendwie japanisch anmuteten, geht vermutlich noch besser. Die Musik war gut, sie waberte (und das meine ich jetzt alles im positiven Sinne) von Techno trifft Sisters of Mercy trifft Paul Kalkbrenner trifft Diamanda Galas trifft Kraftwerk. Nach einer Stunde ging ich vom Bass durchgewalkt aus der Halle am Berghain.
Fenster, diese vierköpfige Berliner Band, sang zu ihrem selbstgedrehten Film. Verstörende Bilder wäre jetzt vielleicht zu viel gesagt. Aber irgendwie ein bisschen aus der Bahn warfen sie schon. Aber nicht lange, denn da war ja auch noch die Musik. Eine Band, die Fenster heißt, lässt einen nicht im Regen stehen.
Und eine russische Sängerin, die gleichzeitig zwei Synthies bedienen kann und ein durchsichtiges weißes Kleid trägt, natürlich auch nicht. Chikiss heißt sie, sie spielte in der Panorama Bar im Berghain. Und wenn ich mir was wünschen darf, dann bitte das: Chikiss soll auf meiner Beerdigung (die hoffentlich nicht so bald ansteht) spielen. Mit beiden Synthies.
Morgen mehr!

Ohne Probleme ins Berghain: der Pop-Kultur-Trick!

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Es gibt Menschen, die zahlen mehrere hundert Euro, wenn sie jemand garantiert ins Berliner Berghain hineinbringt. Kein Witz! Dabei gibt es ja einen viel besseren und billigeren Weg, der einen noch dazu mit großartiger Musik konfrontieren wird: das Pop-Kultur-Festival Ende August (26.08. - 28.08.2015). Drei Tage, die es in sich haben werden, drei Tage, in denen nicht nur das Berghain selbst, sondern auch die anderen Berghain-Anhängsel (die Panorama Bar, die Halle am Berghain, die Kantine am Berghain, die Schlackehalle, sowie die Berghain-Garderobe) bespielt werden.
Die Liste der Musiker, die das spielen werden, ist ziemlich lang und ziemlich gut, außerdem wird es zu jeder Menge außergewöhnlicher Begegnungen kommen. Nur ein Beispiel: wenn ein Hirnforscher (Dr. Tom Fritz) und ein Künstler (Norbert Bisky) über Techno sprechen, dann dürfte es ziemlich interessant werden. Warum? Weil der eine dem anderen vielleicht erklären kann, warum der beim Malen so gerne Techno hört.
Bevor ich jetzt alles aufzähle, was Ende August passieren wird, hier lieber meine persönlichen Hightlights (der Gesamtüberblick in Sachen Programm findet sich auf der Seite von Pop-Kultur): Ich freue mich auf Ho99o9 (gesprochen Horror - die werden noch mal ganz groß!), auf Pantha Du Prince, auf T.Raumschmiere, auf Bernard Sumner von New Order, auf den alten Mute-Label-Chef und Depeche-Mode-Entdecker Daniel Miller, auf Lapalux, auf Isolation Berlin, auf 18+ und auf Kane West. Ja, auf Kane West.
Außerdem natürlich auf Gudrun:

Und ich freue mich auf die beiden Erfinder von Pogo und von Breakdance (sein Name ist Ludwig, am Ende des Videos, es lohnt sich!):
Und dann haben wir natürlich auch noch „Friendly Friedrich from Pankow“, den Erfinder des Glam Rock. Ja, it began in Berlin! Und Pop-Kultur wird das noch mal deutlich machen. Ich bin dabei. Und alle meine 400 Freunde auch. Und die anderen, die so schlau waren, sich Tickets zu holen. Diese Tickets werden nämlich bald weg sein.

Der Techno-Wickinger!

Machen wir uns nichts vor: Techno ist ein Genre, das einen schon manchmal am Sinn des Albumformats zweifeln lässt, es geht bei dieser Musik schließlich vor allem ums Tanzen. Und dazu braucht es den guten Einzeltrack, der mit vielen anderen guten Einzeltracks vom DJ zu einem nicht enden wollenden Klangteppich verwoben wird. Trotzdem: immer dann, wenn es ein Produzent schafft, mit einem Gefühl, mit einer ganz bestimmten Atmosphäre ein ganzes Album zu durchdringen, dann darf man begeistert sein. Der Berliner DJ und Produzent Lars Wickinger hat genau das auf seinem ersten Langspieler getan. Die „unknown side of the moon“, die unbekannte Seite des Mondes, ist ja auch die „dunkle Seite“ – und dunkel geht es hier zu. Dunkel und gefühlvoll, warm und nicht ganz so glatt poliert. Das Ganze endet mit „For My Mom“ – ein Stück, das Lars Wickinger für seine an Krebs gestorbene Mutter geschrieben hat. Techno ohne großen Firlefanz, ohne Kitsch, aber nicht ohne Emotionen.
Lars Wickinger – The Unknown Side Of The Moon (Label: So What Music)

Das muss jetzt mal gesagt werden, Herr van Dyk!

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Zwischen Paul van Dyk und mir läuft es nicht so gut. Er mag mich nicht mehr, seit ich mich mal etwas ausführlicher über seine Musik und seine Unterstützung für den Radiosender „Sunshine Live“ geäußert habe. Ich halte ihn nach wie vor für einen sympathischer Typen, der, wie wir alle, gute und schlechte Seiten hat. Zu den schlechten gehört vor allem seine Musik. „The Politics of Dancing 3“ heißt die neue Platte von Matthias Paul (das ist PvD bürgerlicher Name) und sie ist eine solide Trance-Platte geworden. Womit wir auch schon gleich beim Problem sind: Read and rave on nach dem Klick ...

Krach machen mit Pilocka Krach

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Elektronische Tanzmusik hat schon immer mit Sex zu tun gehabt. Deshalb wird es jetzt wohl niemanden mehr schocken, dass man auf „Best if Pilocka Krach, dem Debütalbum der Berliner Musikerin Pilocka Krach einen halbdurchsichtigen Slip, zwei Hände und jede Menge dunkle Schamhaare sieht. Ihre? Vermutlich. Aber wen kümmert’s? Viel wichtiger ist schließlich die Musik dieser technoiden Pippi Langstrumpf, Songs, die in den letzten fünf, sechs Jahren entstanden sind und jetzt das erste Mal als Album zusammenfinden. Vielleicht erst einmal aufgezählt, was diese Musik alles NICHT ist: Sie ist nicht sanft, sie ist nicht glatt, sie ist nicht langweilig. Aber sie ist sehr, sehr unterhaltsam, lebendig, durchgeknallt und irgendwie anders. Sagen wir’s mal so: Menschen, die ihr Leben bis zur Pension durchgeplant haben, sind bei Paul van Dyk vielleicht besser aufgehoben. Aber wer noch einen Funken Freiheitsliebe und Abenteuerlust in sich verspürt, könnte sich für die Bar-25-erprobte Pilocka Krach erwärmen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Gutes Blatt: Sven Tasnadis Album “All In"

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Das Poker-Spiel kennt viele aufregende Momente, einer der aufregendsten steht beim „All In“ an. Also dann, wenn einer der Spieler die anderen schocken will und auf einen Schlag seine gesamten Chips setzt. Alles oder nichts! Sven Tasnadi, der sich seit Jahren auf der Suche nach den besten atmosphärischen Sounds befindet, ist an diesem Punkt angelangt, sein neues Album heißt „All In“. Alles auf eine Karte? „So dramatisch würde ich das nicht sagen“, erzählt der 36-Jährige im Interview, „aber natürlich hat dieser Titel auch etwas mit Risiko zu tun.“ Read and rave on nach dem Klick ...

Schön, aber sinnlos: Hot Chips "Why Make Sense?"

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Die englische Band Hot Chip veröffentlicht ihr sechstes Album. Das Ergebnis? Gut. Wie immer. Aber schön der Reihe nach! Also: Als überzeugter Hot-Chip-Fan musste man langsam unruhig werden. 2014 ging zu Ende und weit und breit kein neues Album der Indie-Electro-Popper in Sicht. Das konnte nichts Gutes bedeuten, oder? Denn wenn auf etwas Verlass war, dann doch auf den Zwei-Jahres-Rhythmus der englischen Ausnahmeband. Wie eine sauber arbeitende Maschine spuckten die Musiker um Alexis Taylor und Joe Goddard 2004, 2006, 2008, 2010 und 2012 neue und ziemlich gute Platten aus. Read and rave on nach dem Klick ...

Einfach mal etwas abslowen, sagt Niconé

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Ein bisschen sieht er auf dem Cover seines neuen Albums aus wie Rotkäppchen, der Alexander Gerlach. Na ja, ein bisschen: er ist halt kein kleines Mädchen, sondern ein bärtiger Mann. Und sein Kapuzenmäntelchen ist nicht rot, sondern blau. Aber es ist eben ein Kapuzenmäntelchen. Alexander Gerlach ist bekannt geworden als ein Teil des Berliner Duos Lexy & K-Paul, als Solokünstler nennt er sich Niconé. Auf „Slowen“ hat er jetzt ordentlich die Handbremse angezogen, sehr gemächlich und entspannt fließen seine Tracks, müssen sie ja auch, „slowen“ ist schließlich Denglisch für „verlangsamen“. Die Titel, die er seinen zehn Stücken verpasst hat, sind einigermaßen albern („Ohhhen“, „Loven“, „Baben“, „Kissen“), die Musik aber hat es in sich: weil es ihm ja nicht darum geht, Kracher für den Dancefloor zu produzieren, experimentiert er viel herum. Er baut Spannungslinien auf, die auch ohne Bass Drum funktionieren müssen, es wabert und dröhnt und steigert sich fast unmerklich, bis der Wumms dann doch mal kommt. Meiner Ansicht nach seine bisher beste Platte.
Niconé – Slowen (Label: NCNE)

Concubine geben alles (umsonst her)

Man darf sich nichts vormachen: so sehr Techno in Berlin (wo der Technoarm ja zu Hause ist) zur Alltagskultur gehört und zu jeder Tages- und Nachtzeit im Café, im Späti, beim Friseur oder aus dem Auto heraus ertönen kann, so außergewöhnlich ist das im Vergleich zu anderen Städten. Beim überfüllten Vietnamesen zu sitzen und zum Pak Choi Minimal Techno serviert zu bekommen, gibt es woanders eher selten. Ein Grund mehr, warum man als DJ gerne an die Spree zieht. Ein anderer Grund ist, dass die anderen auch schon alle da sind. Nehmen wir nur mal den Kanadier Noah Pred und den Australier Rick Bull (auch bekannt als Deepchild). Die beiden trafen sich eines Winters in Berlin und hatten wohl die Nase voll davon, alleine vor sich hinzuproduzieren. Und die Stadt strengte auch ein bisschen an. Einmal die Woche traf man sich also zum gemeinsamen Musizieren (klingt altbacken, aber genau so muss man sich das vorstellen), um ohne Druck zu improvisieren und herumzuspielen. Aus diesen Kreuzberger Sessions entstand schließlich ein Debütalbum, das die beiden unter dem Namen Concubine fertiggestellt haben. Atmosphärisch dicht, zusammengehalten durch den Beat, voller kleiner Spielereien, durchsetzt mit Stimmfetzen, wobbelnden Acid-Klängen und improvisierten Melodien. „Concubine“ (so heißt nicht nur das Projekt, sondern auch das Album selbst) gibt es umsonst auf der Homepage der beiden: http://www.concubine.cc/

Nick Höppner: wir nennen es Folk

Man wird ja wohl noch fragen dürfen: Darf jemand, der mit beiden Beinen fest im Techno und House steht, sein Album „Folk“ nennen? Nick Höppner, der als DJ, Produzent und Label-Chef das Geschehen im Berliner Club Berghain mitbestimmt, macht es einfach. Und meint natürlich etwas völlig anderes als handgemachtes, akustisches Gitarrengezupfe. Ihm geht es um die Tradition, in der die elektronische Clubmusik mittlerweile steht: vor 20, 30 Jahren wurde sie entwickelt, berief sich dabei auf Disco-Musik, die sich ja auch schon aus Funk und Soul herausgeschält hatte. Wann und wie genau das alles losging, lässt sich gar nicht mehr sagen. Aber wie die Musiker im Folk gaben auch hier die Produzenten und DJs ihr Wissen von Generation zu Generation weiter, auf Platte und auf dem Dancefloor. Und jede Generation machte aus dem Überlieferten etwas Neues, ohne die Wurzeln in Frage zu stellen. Höppners Tracks sind dafür das beste Beispiel: es regiert der 4/4-Takt, na klar, drumherum spielt er mit Sounds und Melodie-Schnipseln und fügt dem Techno-Universum einen weiteren kleinen Planeten hinzu, der kleine Electro-Folkie.

Tidal? Mal abwarten ...

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Noch ein Streaming-Dienst ... braucht den wirklich irgendjemand? So die erste Reaktion, nachdem gestern nicht nur Jay Z und seine Frau Beyoncé, sondern auch Kanye West, Deadmau5, Rihanna, Madonna, Daft Punk und etliche andere Musiker in New York ihren neuen Streaming-Dienst vorgestellt haben: Tidal. So ganz neu ist Tidal nicht, es gab ihn vorher schon (in Deutschland als WiMP bekannt), aber Jay Z und Co werden daraus etwas völlig anderes machen, wetten? Read and rave on nach dem Klick ...

Früh übt sich ...

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Gerade hat ja irgendein Schlaukopf festgestellt, dass Schulkinder zum Teil einen so großen Stresslevel haben wie Spitzenmanager. Ja, weil sie noch nicht richtig kapiert haben, dass es im Leben vor allem ums Feiern und nicht so sehr um die Karriere geht. Für manch einen mag der ideale Weg übrigens eine Mischung aus beiden sein. Und da kommen Fred & Friends ins Spiel. Das sind ein paar amerikanische (?) Designer, die überflüssige Alltagsgegenstände durch halbwegs witzige Ideen aufpeppen und dadurch nicht sexy, aber erstrebenswert machen. Fred & Friends haben jetzt ein „Dinner DJ“ angekündigt. Teller und Besteck für Kinder, die aussehen wie ein Plattenspieler. Und, weil aus Melanim, sich wohl auch eignen, davon zu essen. Also, ihr Eltern-DJs, ran an die kleine Auflege-Aufesse-Garnitur.

Und da ist er auf einmal ... der neue Burial-Track!

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Neid dürfte sich breitmachen bei all den Musikern, die ihre Lebenszeit neben dem Produzieren auch noch für die damit zusammenhängende Promoarbeit opfern müssen: hallo facebook-friends, liebe Sound- und Mixcloud-Gemeinde, Twitter, Blogs, Musikjournalisten, Streamingdienste, Downloadportale, sie alle wollen bedient werden und das kostet Energie und eben Zeit. Und warum Neid? Weil jemand wie der englische Musikproduzent Burial das alles gar nicht nötig hat. Egal, was der „Dubstep meets Downbeat meets Garage meets eben Burial“ macht, es verkauft sich praktisch von selbst. Glaubt ihr nicht? Er hat es aber gerade wieder bewiesen: sein neuer Track heißt Temple Sleeper, ist eine sechseinhalb Minuten lange und ziemlich schnelle Reise durch die englische Clubmusik. Typisch Burial und irgendwie auch wieder nicht, gerade zum Ende hin.Zur Abwechslung mal nicht beim Hyperdub Label veröffentlich worden, sondern beim Londoner Plattenlabel Keysound Recordings. Da kann man das Ganze auch kaufen, als Vinyl (da kommt dann der mp3-file gleich mit dazu) oder nur als Download. Das ist jetzt gerade erst bekannt geworden, ganz ohne Promo, aber Keysound melden schon jetzt, dass es wegen des großen Andrangs wohl eine Weile dauern dürfte, bis die Platte ihre Käufer erreicht. Immerhin: das mp3 wird sofort versandt. Und läuft und läuft und läuft bei ihm (also mir). Burial? Der Typ trägt Mantel!

Trip Hop? Da war doch mal was!

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Es gab mal eine kurze Zeit Mitte oder eher Ende der 90er, da konnte ich nicht genug bekommen von traurigen oder zumindest melancholisch angehauchten Tracks, in denen traurige oder zumindest melancholisch angehauchte Frauenstimmen auf schleppenden Beats sangen und das ganze durch jede Menge elektronische Effekte trippig gemacht wurde. Trip Hop eben. Massive Attack, Tricky, Portishead lieferten das Ganze, aber auch eher unbekannte Bands und Projekte wie Alpha, Crustation, Archive (nun gut, die sind gar nicht mehr so unbekannt, was vermutlich daran liegt, dass sie bis heute durchgehalten haben), Minx, Lamb, Morcheeba (für die gilt das gleiche wie für Archive), Sneaker Pimps und wer sich da noch so alles suhlte in den traurigen oder zumindest melancholisch angehauchten Sounds. Read and rave on nach dem Klick ...

Recondite ist Iffy!

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Schöne Geschichte: Lorenz Brunner alias Recondite wächst in der niederbayrischen Provinz auf, zieht vor ein paar Jahren nach Berlin und startet von da seine Clubkarriere, die ihn unter anderem nach Los Angeles, Tokio und Ibiza führt. Er hat geschafft, was sich viele Produzenten aus der Clubszene wünschen, er hat einen eigenen Sound entwickelt. Iffy heißt Recondites drittes Album, das bedeutet wohl so viel wie „unentschlossen“ oder „launisch“. Es ist aber gar nicht so unentschlossen, sondern gut - wenn auch nicht ganz so gut wie die außergewöhnliche Vorgängerplatte Hinterland. Hinterland war geheimnisvoll, düster, verträumt. Iffy ist geradliniger, schnörkelloser, simpler. Die Tracks leben von den eingängigen Basslines und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wünsche ich mir doch den alten Recondite zurück.
Recondite – Iffy (Label: Innervisions)

Steffi houst wie ein Kenner

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Ich weiß nicht, wie alt Steffi Doms genau ist. Aber ihre neue Platte lässt von der ersten Minute an vermuten: auf keinen Fall um die 20, sondern deutlich älter. Denn das, was die Holländerin, die seit Jahren in Berlin zu Hause ist, auf ihrem zweiten Album raushaut, verrät in jeder Note, in jedem Sound, in jedem Beat eine große Kenntnis der elektronischen Musikgeschichte. Das könnte, theoretisch, natürlich eine eher langweilige Schulstunde in Sachen House und Techno werden, ist aber, praktisch, eine ziemlich runde Angelegenheit. Steffi legt schon lange und regelmäßig in der Panorama Bar im Berghain auf und wühlt dafür immer tief in ihren Plattenkisten. Anders als auf ihrem Debüt kann man ihr tiefes Geschichtsbewusstsein jetzt auch hören. Die Tracks haben Drive (dieses Wort wollte ich schon lange mal in einer Plattenkritik anwenden, aber erst hier trifft es so richtig) und gleichzeitig die so oft geforderte aber selten gelieferte Tiefe. Musik, die einen mit leerem Blick in die Gegend starren lässt. Wie, schon wieder einer Stunde vergangen? Herrlich!
Steffi – Power of Anonymity (Label: Ostgut Ton)

Andy Stott stottert nicht mehr!

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Andy Stott gehört für mich zu Berlin. Obwohl er gar nicht in Berlin wohnt, sondern in Manchester. Aber erstens ist er mit seinen Live-Sets regelmäßig hier zu erleben, auch beim Atonal- und beim CTM-Festival war er schon zu Gast. Und zweitens strahlt seine Musik etwas aus, das mich an die frühen Zeiten von Berlin als Hauptstadt des Kellertechnos erinnert: rumpelnde, düster anmutende Beats, die das Zeug dazu haben, denjenigen, der sich zu viel davon antut, auf einen schlechten Film zu schicken. Andy Stott spielt auf seinem neuen Album wie gehabt viel mit Atmosphäre, Faith In Strangers lässt aber den Dubtechno von früher komplett, den Gothic House seines letzten Albums halb zurück. Mit ein Grund, warum Andy Stott in aller Welt erbitterte Fans (mich zum Beispiel) hat: er schafft es tatsächlich, die elektronische Musik in neue Bahnen zu lenken. Murder on the dancefloor. Denn tanzen kann man zu diesen Klängen eher nicht.

Aphex Twin kommt mit Syro um die Ecke

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Aphex Twin, dieser ziemlich zurückgezogen lebende Ausnahmemusiker heißt mit richtigem Namen Richard D. James. Aber was sind schon Namen? Man muss sich nur mal die Trackliste seines neuen Albums „Syro“ ansehen, da verliert man jeden Glauben an richtige oder falsche Namen. Aphex Twin hat sie nämlich einfach nach seinen Gerätschaften oder Computerprogrammen oder was auch immer genannt: Circlont6a, Circlon14, Papat4 und so weiter und so fort. Er darf das, dieser mittlerweile 43-jährige Produzent bzw. er muss das vielleicht sogar machen, denn seine Fans erwarten das von ihm. Read and rave on nach dem Klick ...

EX EX EX EX ... und Plastikman

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Plastikman, das ist das bekannteste Pseudonym von Richie Hawtin und wenn man über den in England geborenen, in Kanada aufgewachsenen, in Detroit bekannt gewordenen und in Berlin lebenden Musiker schreiben will, dann wird es gefährlich. Denn „der Richie“, wie ihn seine Fans nennen (diese Ehre wird sonst noch „dem Sven“ (Väth) und „dem Ricardo“ (Villalobos) gegönnt), ist einer von den ganz Großen, da gilt jedes kritische Wort als Majestätsbeleidigung. Er hat ja auch viel für die elektronische Musik und die Clubkultur geleistet, als DJ, Produzent und Labelbetreiber verhalf er von Berlin aus dem Minimal Techno zu ein paar großen Jahren. Hört man sich aber dieses EX-Album an, ein Mitschnitt seines Live-Konzerts im New Yorker Guggenheim Museums im letzten Jahr, können einem schon Zweifel kommen: Read and rave on nach dem Klick ...

Phon.o lässt es krachen

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Einer, der den Weg von außen nach Berlin gefunden hat: Carsten Aermes alias Phon.o. Das ist jetzt aber schon so lange her, dass ich gar nicht weiß, warum ich es erwähne. Ich weiß aber, warum ich ihn hier beim Technoarm empfehlen möchte: kaum jemand schafft diesen schwierigen Spagat aus Düsternis und Melancholie, der mich immer wieder neu begeistert, so gut wie er. Der Klang von Phon.os Musik mag sich im Lauf der Zeit geändert haben, mal hörte man ihm eine Hip-Hop-Begeisterung an, mal klang alles sehr dubbig, mal hart und technoid. Aber immer strahlten und strahlen seine Tracks sehr viel Atmosphäre und eine gewisse Wärme aus. Die beiden Cracking-Space-EPs, die gerade im Abstand von ein paar Wochen veröffentlicht wurden, klingen perfekt, ich bin mir sicher, dass der werte Herr Phon.o lange an ihnen herumgefeilt hat. Düster und melancholisch, so einfach kann es manchmal sein. Read and rave on nach dem Klick ...

Dillon ist die Beste. Teilweise.

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Früher, als Modeselektor noch kein eigenes Label hatten, kamen ihre Platten bei Bpitch Control heraus, dem Plattenlabel von Ellen Allien. Bpitch prägte eine Zeit lang wie keine andere Plattenfirma den „Sound of Berlin“, vereinte Sperriges, Poppiges, Technoides, Elektronisches und Gefrickeltes unter einem Dach, auch Paul Kalkbrenner begann hier seine Karriere. Mit der Herrlichkeit ist es schon länger vorbei, Bpitch ist mittlerweile eines unter vielen Berliner Labels. Jetzt aber ist dort mit „The Unknwon“ wirklich tolle Platte erschienen. Gemacht hat sie Dillon, eine aus Brasilien stammende Wahlberlinerin. Ihr Klavier und ihre Stimme hätten wahrscheinlich ausgereicht, um eine ordentliche Platte hinzubekommen. Netterweise packt sie auch noch Beats und Effekte und ordentlich Elektronisches obendrauf – Singer-Songwriter-Attitüde plus Club-Nachbeben sorgt, wie man so unschön sagt, für ein Klangerlebnis der Oberextraklasse.

Grace Jones, beste Diva aller Zeiten!

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Woche für Wochen werden hunderte von Platten veröffentlicht, schätzungsweise auf der Hälfte findet sich alte Musik – Wieder- veröffentlichungen! Nicht immer ist das nötig, aber manchmal freut sich der Fan. So wie ich über die jetzt herausgegebene Deluxe Edition von „Nightclubbing“ - dem besten Album von Grace Jones. Klingen kein bisschen angestaubt, die Songs darauf, finde ich jedenfalls, obwohl schon 33 Jahre alt: Pull Up To The Bumper zum Beispiel. Hammer! Read and rave on nach dem Klick ...

Der Mann, den sie Sohn nannten

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Die Musikgeschichte kennt viele Versteckspiele, Musiker, die sich hinter Masken, Pseudonymen, erfundenen Lebensläufen oder komplett in der Anonymität versteckt haben. Aber solche Vermarktungsstrategien funktionieren immer noch, und zwar umso mehr, wenn die spannende Schnitzeljagd durch gute Musik angeheizt wird. So wie im Falle von Sohn, ein mysteriöser Produzent, der schon auf sehr zurückhaltend veröffentlichten Einzelstücken und EPs mit so anspruchsvoller wie schöner Musik glänzte und der das jetzt auch auf seinem Debütalbum fortsetzt. Read and rave on nach dem Klick ...

Zeit für Todd Terjes erstes Album

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Die Clubmusik, vor allem die elektronische Clubmusik, ist keine Albummusik! Es geht auf der Tanzfläche nicht darum, was jemand für eine tolle Langspielplatte gemacht und wie er sich da künstlerische ausgedrückt hat, sondern vor allem darum, zu tanzen! Und dafür braucht es gute Songs, gute Einzeltracks, keine guten Alben. Trotzdem sind Alben auch für Musiker, die sich in der Clubszene bewegen, wichtig: als eine Art Visitenkarte, als künstlerisches Statement, als Momentaufnahme im Sinne von: hier stehe ich, das interessiert mich, das kann ich. Read and rave on nach dem Klick ...

Die transilvanische Achterbahn

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Mit Süßigkeiten – englisch: candy - ist das ja so eine Sache: Süßigkeiten sind auf der einen Seite natürlich sehr schön ... süß. Auf der anderen Seite machen sie die Zähne, die Figur, die Gesundheit kaputt. Superstar Madonna versucht diesen Widerspruch mit Hilfe ihrer auch in Berlin mehrfach vertretenen Fitnessstudiokette „Hard Candy“ zu vertuschen. Der sehr viel weniger bekannte Musikproduzent Patric Catani geht ähnlich vor, er lässt seine süße Seite als „Candie Hank“ heraushängen. Wann also wird die Musik von Candie Hank bei Hard Candy laufen? Vermutlich nie. Denn mit Pop a la Madonna hat Patric Catani nichts am Hut. Süß sind seine Candie-Hank-Sounds nur im Vergleich zu den wirklich harten, krachigen Sounds, die er am Anfang seiner musikalischen Karriere verfolgte. Read and rave on nach dem Klick ...

Ein bisschen langsam für Disco

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Es ist halb Klischee, halb Wahrheit: an der Westküste der USA, vor allem in Kalifornien, herrscht ein ganz eigenes Lebensgefühl. Das war auch schon vor 40 Jahren der Fall – für die Compilation „Too Slow To Disco“ sind jetzt eine ganze Reihe von Songs aus dieser Zeit und aus dieser Gegend ausgegraben worden - vom Berliner DJ Supermarkt (alias Marcus Liesenfeld).
„Keep it soft, keep it melodic, keep it smooth“ – das Mantra vieler Musiker und Produzenten, die Mitte, Ende der 70er Jahre Songs aufnahmen, wird bei diesen Liedern deutlich: 2, 3, 4 Minuten lange perfekt eingespielte und produzierte Popperlen. Viele von ihnen eher obskure Songs, bei denen man sich fragt, warum sie nie einem größeren Publikum bekannt wurden. Wahrscheinlich gab es damals einfach zu viele ähnlich klingende Musik.
Marcus Liesenfeld interessiert sich seit Jahrzehnten für gut gemachte Popmusik, 2008 stellte er das erste Mal einen DJ-Mix mit 70er-Jahre-Westküsten-Softrock ins Internet, mehr als ein Jahr verbrachte er jetzt mit der Zusammenstellung von „Too Slow To Disco“ – die Songs mussten lizensiert, Rechteinhaber und längst verschollene Musiker aufgespürt werden. Und vor allem, so Marcu Liesenfeld, musste er auch ein paar Resentiments in Sachen Softrock überwinden. Meist eingespielt von Profi-Studiomusikern, klingen die Songs aber so, wie heute viele Bands von Phoenix bis Metronomy gerne klingen würden. Eine kleine Sensation gibt es auf der Compilation „Too Slow To Disco“ übrigens auch: dort findet sich ein Stück von Fleetwood Mac, die eigentlich nie Lieder freigeben. Aber Christine McVie machte eine Ausnahme und stellte das von ihr geschriebene „Sugar Daddy“ bereit.

Dub für dubbige Dubster

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Einer meiner Lieblingssätze: Techno in Berlin, das ist wie Reggae auf Jamaica. Nicht Mainstream, aber auch nicht Underground, vielleicht eher: Gebrauchsmusik. Was aber macht nun ein Reggae-Sänger, wenn er in Berlin landet? Der Dominicaner Paul St. Hilaire, früher auch mal als Tikiman unterwegs, zog in den musikalisch offensten Stadtteil, nach Kreuzberg. Und arbeitete einfach mit den besten Techno-Produzenten der Stadt zusammen, um aus Dub, elektronischer Musik und seinem Gesang eine Art „Reggae von morgen“ zu schmieden. Fast schon legendär: seine gemeinsam mit Moritz von Oswald und Mark Ernestus eingespielten Tracks. Die Fortsetzung des ganzen gibt es jetzt: der ebenfalls in Kreuzberg lebende Scott Monteith alias Deadbeat hat basslastige, düstere Soundgebilde erschaffen, in denen Paul St. Hilaires einzigartige Stimme immer mal wieder aufblitzen darf. Mit Reggae hat das nicht viel zu tun. Aber wir sind ja auch nicht in der Karibik, wir sind schließlich in Berlin.

Gib dem Affen Zucker, Zuckermann!

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Ralph Zuckermann sieht so aus, als habe er einige Partyexzesse hinter sich. Vermutlich auch schon in Kreuzberg, denn auch wenn er als Musiker in der ganzen Welt herumkommt, ist er hier zu Hause. Sein Debütalbum „Serendipity“ (ein schwieriges Wort, es bedeutet wohl so viel wie: mit wachem Geist unterwegs sein und dabei und dadurch zufällig etwas entdecken) ist gar nicht sonderlich exzessiv, aber spannend: Sessel-Techno, der in seiner Machart Verbindungslinien zu Klassik, Jazz und Konzeptmusik zieht. Zuckermanns Sounds sind nicht berechnend, sie haben eher eine Art geplante Ungeplantheit. So, als ob man in einem Kindergarten unterwegs sei, behauptet sein Plattenlabel mit dem bezeichnenden Namen „Lebensfreude“. Ich finde, das führt auf die falsche Spur: Verspeilt sind die locker-flockigen Tracks kein Stückchen. Weil Zuckermann ein gestandener Musiker ist, spannt sein Album vielmehr den großen Bogen von der atmosphärischen Fläche hin zum hypnotischen Beat.

Chopstick & Johnjon machen Zwölf.

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Irgendjemand schrieb mal, die Schlesische Straße in Kreuzberg sei die Reeperbahn von Berlin. Das ist natürlich Quatsch: die Schlesische Straße ist die Schlesische Straße und ganz sicher einer der Orte, an denen „es“ gerade passiert. Teil dieses „es“ ist das Plattenlabel Suol, das seit bald vier Jahren die Grenzen zwischen Club und Pop, zwischen House und Soul, zwischen Ying und Yang verwischt. Und wo „wohnt“ Suol? In der Schlesischen Straße. Gegründet wurde Suol von Chi-Thien Nguyen und John Muder. Die beiden sind besser unter ihrem Künstlernamen Chopstick & Johnjon bekannt. Und haben jetzt, nach einer gefühlten Ewigkeit, ihr erstes Album veröffentlicht. Man muss ja immer etwas vorsichtig sein, wenn man die Verbindungen zwischen Musik und dem Ort, an dem sie entstanden ist, ziehen will. Aber für mich klingt „Twelve“ nach lauen Abenden am Landwehrkanal, nach durchfeierten Nächten in der Luzia, nach Entspannungsübungen im Görli und nach Club-Mate am Schlesischen Tor: Chopstick & Johnjon läuten schon mal den Sommer ein.

Blaue Filme von Lo-Fang

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Das Wort „Blue“ im Zusammenhang mit Musik signalisiert im Normalfall jede Menge Melancholie. Matthew Hemerlein alias Lo-Fang und sein Debütalbum „Blue Film“ machen da keine Ausnahme: tiefe Gefühle in dutzendfacher Ausfertigung erwarten einen dort, ein Song trauriger - und schöner! – als der nächste.
Lo-Fang - ein Name wie der eines asiatischen Superschurke in einem 60er-Jahre-Film. Die Kritik ist sich nicht ganz klar darüber, was sie mit diesem Lo-Fang anfangen soll: die Songs, da sind sich eigentlich alle einig, sind gut und in ihrer melancholischen Art mit- und herzzerreißend. Aber die Machart, das Hin- und Herpendeln zwischen experimentellem elektronischen Pop und pathetischem R’n’B, kommt bei den Kritikern nicht so gut an: mal wird vermutet, der junge Lo-Fang suche noch sein musikalisches Zuhause, mal mutmaßt man, die vielen verschiedenen Orte, an denen „Blue Film“ entstanden sei, spiegelten sich in den Songs wider: Ein Farmhaus in Maryland, Hotels und Studios in Kambodscha, London und Nashville und schließlich die legendären Capitol-Studios in Los Angeles – das seien einfach zu viele Orte, um beständig zu klingen.
Ich glaube, dass genau darin die Stärke dieser Platte liegt: Ein klassisch ausgebildeter Multiinstrumentalist will sich hier noch nicht auf einen, seinen Sound festlegen, sondern schafft es, die verschiedensten Einflüsse in seine Musik einfließen zu lassen. Die Stimme und vor allem die Stimmung der Platte aber halten alles zusammen. Natürlich ist Lo-Fang nicht der einzige und auch nicht der erste Pop-Musiker, der Electronica, R’n’B, Klassik und Folk zu einem großen Ganzen verwebt – seit dem Erfolg von James Blake wandeln viele auf genau diesen Pfaden. Aber nicht viele haben Songs wie Lo-Fang.

Dan Le Sac vs. Scroobius Pip: sie kommen!

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Mach ich mal kein Geheimnis draus: ich bin Fan von vielem. Und besonderer Fan von wenigem. Und ganz besonderer Fan von Dan Le Sac und Scroobius Pip. Das englische, nun ja, Hip-Hop-Duo („nun ja“, weil Hip-Hop-Duo in diesem Fall vielleicht ein wenig in die Irre führt. Aber dazu gleich mehr) hat mich vor Jahren mal kalt erwischt und seitdem sammele ich alles, was die beiden zusammen oder auch solo so machen. Jetzt kommen sie für ein paar wenige Auftritte nach Deutschland und Österreich und ich sage: Yeah!
Warum? Weil, wie ja hier im Technoarm schon mal erwähnt, das einfach etwas besonderes ist, was die beiden machen: Dan, der Sack, bastelt ziemlich rabaukige Techno-Electro-Dubstep-Beats, Pip liefert dazu spoken words voller popgeschichtlicher Anspielungen. Sehr englisch, sehr gut, sehr hip, nur halb hop.
Hier jedenfalls die Termine: am 26. Februar in München (Kranhalle), am 27. Februar in Wien (Brut), am 3. März in Berlin (Urban Spree), am 4. März in Hamburg (Uebel & Gefährlich). Wie gesagt: ich bin Fan. Spätestens, seit sie in einem Video einen Auftritt bei der britischen Castingshow „The X Factor“ vortäuschten. Wollt ihr sehen? Bitte:

The Jaydes machen Musik. Gute Musik.

Die drei größten Lügen des Privatradios? Das Beste a) der 80er, b) der 90er und c) von heute. Ein Witz, na klar, aber einer, der bei den Jaydes eine ganz andere Bedeutung bekommt. Denn die behaupten nicht nur, dass sie das Beste der elektronischen Musik vergangener Jahrzehnte mit aktueller Clubmusik vermischen, nein, sie tun das wirklich! Tolle Tracks, zum Teil mit Gesang, zum Teil als coole Clubstücke angelegt, in denen völlig unvermittelt Rave-Fanfaren losbrechen, um gleich wieder zu verstummen. Und dann noch der Name! The Jaydes, das ruft Erinnerungen an die „The-Bands“ wie The Strokes, The Hives, The Kills etc. hervor. Aber in Sachen Gitarre ist hier gar nichts zu finden: Elektronisch-analog gehen Bloody Mary und Attan zur Sache – zwei Franzosen, die sich erst in Berlin, ihrer Wahlheimat, kennengelernt und hier für ihr gemeinsames Projekt „The Jaydes“ ihren Musikmaschinenpark zusammengeworfen haben.

The Jaydes – The Jaydes (Label: Dame-Music)

Die elektronische One-Man-Band

Na das kann ja heiter werden! Kaum sind die ersten Sätze mit Justus Köhncke gewechselt, ist klar, worüber der Produzent und DJ alles nicht reden will: die GEMA, Musik-Streamingdienste, das Alter – alles langweilig! Und bei der Frage, seit wann genau er denn in Berlin lebt, kontert er: „Ah, Lokalbezug einbauen! Klar, Tagesspiegel.“ Typisch Köhncke! Es wird dann wirklich heiter, zum Glück anders als befürchtet. Die anderthalb Stunden Interview bei Bier und Zigarette gehen schnell vorüber, denn mit Justus Köhncke kann man dann doch über alles reden. Hinter seiner ungewöhnlichen, am Anfang störrisch erscheinenden Art verbirgt sich ein unsicherer Mensch und ein selbstbewusster Künstler. Oder ist es umgekehrt? Read and rave on nach dem Klick ...

Booka Shade enttäuschen mit "Eve"

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Manchmal ist es schon ein bisschen traurig, sich mit der Berliner Clubmusik-Szene auseinanderzusetzen. Nehmen wir nur mal Booka Shade, dieses Duo von Walter Merziger und Arno Kammermeier. Die beiden haben vor sechs, sieben Jahren so grandios komponierte und produzierte Musik abgeliefert, dass ich es eigentlich nur noch für eine Frage der Zeit hielt, wann sie mit ihrer Clubmusik den Popmarkt erobern würden. Und jetzt dieses fünfte Album „Eve“, das mit eher belanglosen, angechillten Electrosounds langweilt! Ja, die beiden sind über 40. Dass sie keine große Lust mehr auf das Clubleben haben, ist ihre Privatsache. Aber komplett auf Überraschendes zu verzichten und zwölf mehr oder weniger unkreative Tracks rauszuhauen, das ist dann schon ein bisschen arm. Was behaupten die beiden? Zwei Jahre soll es gedauert haben, „Eve“ zu produzieren? No way, José!

Einmal mehr: die Achse Berlin-Detroit

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Hier kommt das Gegenstück zu mollig-warmer House Music: Betroit von Pierre Deutschmann. Techno, der, wie der Albumtitel schon andeutet, einmal mehr die Achse Berlin-Detroit beschwört. Was heißt das konkret? Pierre Deutschmann, Produzent und DJ aus Berlin, präsentiert harte, aber nicht unerbittliche Sounds. Er weiß, dass Detroit-Techno immer versucht hat, den elektronischen Instrumenten gleichzeitig eine maschinenartige und trotzdem seelenvolle Musik zu entlocken. Über 15 Stücke entwirft Deutschmann seine anspruchsvolle Soundlandschaft, die Tracks boxen abwechselnd in den Bauch und streicheln über den Kopf. Je öfter ich das höre (das Album ist schon ein paar Wochen alt), desto sinnvoller scheint mir eine alte Kämpferweisheit: Roll with the punches!

Schlager, Die Toten Hosen, Frei.Wild und der ganze andere Mist

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Ein bisschen gemein ist das schon: fast zwei Wochen tat sich hier nichts auf diesem Blog, die ganze Zeit stand oben auf der Seite der sich langsam, aber sicher selbst überholende Kommentar zur deutschen Album-Top-10 der vorletzten Novemberwoche. Und jetzt das: schon wieder Neues in Sachen Charts. Tja, die werden eben jede Woche erhoben. Und regelmäßig von mir fürs Radio verarztet. Und hier, weil’s sonst keiner aufschreibt, auch noch mal schriftlich. Also bitte: wer die Hitparade auch so schlimm findet wie ich, der darf weiterlesen. Schlagerfans könnten sich auf den Schlips getreten fühlen. Und Fans von Frei-Wild bitte auch. Read and rave on nach dem Klick ...

Kellerkinder unter sich

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Es wäre Unsinn, den House des Schweizer Produzenten Marco Biagini alias Kellerkind als Neuerfindung des Genres zu feiern – eher das Gegenteil ist der Fall. Sein beim Berliner Label Stil vor Talent veröffentlichtes neues Album „Music is a Miracle“ klingt aber so gut gelaunt, so geradlinig und gleichzeitig zuckersüß-poppig, dass gar nicht groß auffällt, dass hier ein neuer Ansatz fehlt. Kling Klang, die Straßen entlang, so würde es gerne in meinem Kopf summen. Aber geht ja nicht: diese Songzeile ist schon vergeben. Dann vielleicht eine andere: My house is your house. And your house is mine. Kling Klang, Kling Klang, Kling Klang.

Die deutsche Album-Top-10 beäugt!

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Furchtbar, furchtbar, furchtbar! Die meistverkauften Alben der Woche sind wieder da. Und was soll ich sagen? Es schüttelt einen. Und freut einen. Weil man endlich mal wieder draufhauen kann auf Musik aus Deutschland bzw. Musik, die in Deutschland noch am meisten Käufer findet. Wobei: Machen wir uns nichts vor, reicht ja schon, ein paar tausend CDs zu verkaufen und schwupps! biste drin in der Top 10. Alles andere wäre ja auch furchtbar. Read and rave on nach dem Klick ...

Früher war alles besser? Nun ja ...

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So, liebe Kinder, mal kurz aufgepasst! So war das früher: rein in den Club, T-Shirt aus und dann mit nacktem Oberkörper die Nacht durchgetanzt, so lange bis gut war. Zu sehr schneller und irgendwie auch harter Musik. Soulwax, vermutlich vor allem die beiden Brüder Dewaele (auch bekannt als 2ManyDJs) haben als gute Belgier dem Techno von damals - wir sprechen hier über die frühen 90er - ein sehr liebevolles Denkmal gesetzt. Eine Stunde (Belgian) Techno. Aber weil ja 2013 ist, wurde die Handbremse angezogen und alles auf lahme 115 bis 120 BPM runtergepitcht - Cherry Moon On Valium nennen sie das Ganze sehr passend. Es funktioniert auch erstaunlich gut - vielleicht aber auch nur deshalb, weil sie noch ein paar Raver von früher (konnte oder wollte ich nicht?) vor die Kamera gezerrt haben, damit die noch einmal tanzen wie damals. Zwei sehr schöne Stellen: So gegen 31:00 min tanzen drei Gabber-Typen sehr versöhnlich eine Art Techno-Polonaise. Und ein paar Minuten später sehen wir zwei Rave-Grazien, die stilecht die Wasserflaschen in ihren Händen halten, während sie abhonken. Ach ja, eins noch: ich Trottel habe doch früher wirklich gedacht, dass „Ramirez“ ein einzelner durchgeknallter Typ ist. Ist er aber gar nicht, aber das hat mit dem Video nichts zu tun.

This is Belgium Part Two: Cherry Moon On Valium from Radio Soulwax on Vimeo.

Bist Du noch DJ oder zauberst Du schon - Du Trottel?

ICH HATTE JA KEINE AHNUNG!

Die Musikwelt in gut und böse einteilen ...

Irgendwie dumm, dieses Video vom Rolling Stone Magazine, es erinnert mich an die hochnäsige Attitüde von Klassiklobbyisten, die tatsächlich immer noch die Welt in U- und E-Musik einteilen. „U“ wie Unterhaltung, „E“ wie ernste Musik. Hah! Beim Rolling Stone wird dagegen zwischen R- und E-Musik unterteilt. „R“ wie Rock, „E“ wie Electronic Music. Das eine ist natürlich gute, ehrliche, gefühlvolle Musik, das andere der Teufel. Na wenn das mal nicht nach hinten losgeht.

Lexy, lass die Liebe beginnen!

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„The times, they are a-changin’“, sang Bob Dylan schon vor 50 Jahren, seitdem versucht er uns zumindest musikalisch vom Gegenteil zu überzeugen. Was das mit Niconé zu tun hat? Auch Niconé reagiert auf die sich verändernden Zeiten, ohne dass das dem neutralen Beobachter sofort auffallen würde. Niconé, das ist der Künstlername von Alexander Gerlach, ein Teil des Techno-Electro-Duos Lexy & K-Paul. Die beiden Berliner wurden 2001 als beste Dance-Newcomer mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet und begeisterten mit ihrer Musik eher die Teenies als den coolen Partygänger. K-Paul war im ein oder anderen Berliner Club als leicht anstrengender Kunde bekannt, Lexy fand schließlich in der Bar 25 ein zweites Zuhause. „Let Love Begin“ ist sein Solo-Debüt, die Musik darauf ist genauso zugänglich wie die von Lexy & K-Paul, aber sie ist hypnotischer, deeper, einlullender, ursprünglicher. Musik, die im Plattenladen meines Vertrauens als „Keta-House“ angepriesen wird. Musik, die ihre eigene Droge ist, mit sattem warmen Bass, angezogener Handbremse und mantra-artig wiederholten Phrasen. Sehr wirkungsvoll!
Niconé „Let Love Begin“ (Label: Stil vor Talent)
P.S.: Gerade gesehen: bei Electronic Beats gibt’s ein Niconé-Set.

Seams macht nichts Halbes, nichts Ganzes, sondern Viertel

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Seams, das ist Jami Welch, einer von ca. 7 Milliarden Menschen, die von irgendwoher nach Berlin gezogen sind, um hier was mit Musik zu machen. Bei der Musikplattform Soundcloud verdient er sein Geld, als Seams ... ja, was genau macht er eigentlich als Seams? Ich bin mir sicher, dass Menschen, die selbst elektronische Musik produzieren, nicht sonderlich beeindruckt sind von den Stücken auf „Quarters“. Mir ist das aber egal, ich finde die kleinen verfrickelten Synthie-Spielereien, an denen er sich da abarbeitet, gut. Den dicken Bass sucht man vergeblich, dafür blubbert, prickelt, klappert und klatscht es eine Dreiviertelstunde sehr unterhaltsam. Ach ja, Jami sucht gerade einen Cassetten-Kopier-Service in Berlin, um seine Musik zu vervielfältigen. Cassetten ... das passt!
Seams – Quarters (Label: Full Time Hobby)

Dan Le Sac vs. Scroobius Pip - die beiden Verrückten sind wieder da

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Es gibt viele Gründe, die jemanden dazu treiben, Musik zu machen: Geld, Ruhm, Sex, Spaß, der Kick – alles mächtige Antriebsmöglichkeiten. Was dabei ein wenig in Vergessenheit gerät: manchmal hat ein Musiker auch wirklich was zu sagen. So wie der englische Rapper Scroobius Pip, Teil, des englischen Duos Dan Le Sac vs. Scroobius Pip. Der eine, Dan Le Sac, baut die Songs, die mal leisen, mal heftigen elektronischen Beats und Rhythmen. Der andere, Scroobius Pip, ist ein Rapper, dem tausend Dinge durch den Kopf strömen – sie alle will er rauslassen, manchmal auch gleichzeitig. Read and rave on nach dem Klick ...

Und noch eine überflüssige DJ-Star-Liste

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Ehrlich gesagt: ich weiß gar nicht, warum ich mir die Mühe mache, das jetzt aufzuschreiben. Das DJ Mag hat mal wieder in die Gegend gefragt und die Top-100 der DJs aufgestellt. Seit 20 Jahren, seit das DJ Mag 1993 das erste mal diese Liste veröffentlichte, habe ich nicht verstanden, ob das nun die besten, spannendsten, bekanntesten, abgefahrensten oder nervigsten DJs sein sollen. Aber da da in der Vergangenheit vor allem solche Menschen wie Armin van Buuren, Tiesto und Paul van Dyk an die Spitze gewählt wurden, liegt die Vermutung nah, dass das nichts mit meiner Welt zu tun hat. Auch wenn sich angeblich 750.000 Leute an der Abstimmung beteiligten. Wie auch immer, es gibt einen neuen Gewinner 2013: Read and rave on nach dem Klick ...

Bei Dapayk & Padberg raucht's

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Sie ist im Hauptberuf Model, er produziert Musik, gemeinsam sind sie Dapayk & Padberg. Niklas Worgt – Dapayk – und Eva Padberg sind sogar miteinander verheiratet, das macht es trotz aller Schwierigkeiten bei den Terminen einfacher, alles zu organisieren. Smoke heißt das neue Album dieses Techno-Paars. Aber was heißt das schon: Techno-Paar? Read and rave on nach dem Klick ...

Top-10 in Deutschland ... ein Trauerspiel

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Der Blick aufs Foto beweist: in Deutschland herrscht ein gnadenloser Kampf. Hip Hop spielt eine Rolle, Schlager, Poppunk und Deutschrock auch. Also los, dahin, wo es weh tut, hin zum Blick auf die meistverkauften Alben dieser Woche. Los geht es mit einer englischen Band, die ihre Todesverachtung ( oder –verehrung?) schon im Namen trägt. Read and rave on nach dem Klick ...

Jessy Lanza zieht das Haar zurück

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Was genau verbirgt sich hinter der musikalischen Schublade Future R’n’B? Das lässt sich leichter erklären, wenn man die Musik selbst erst einmal hört. Aber das geht ja jetzt nicht. Also nicht gleich. Also widme ich mich lieber sofort dem Debütalbum der kanadischen Sängerin Jessy Lanza. „Pull My Hair Back“ heißt diese Platte. Read and rave on nach dem Klick ...

Mysteriös! Jeff Mills' Cube!

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Der schönste Tag in meinem Leben war doch kein Donnerstag, sondern ein Freitag. Heute. Eben. Also jetzt gerade. Es klingelte an der Tür, hochgestürmt kommt ein Kurier, eine Art Techno-Götterbote. In seiner Hand hält er einen kleinen schwarzen Karton. Post für mich! In dem Karton: eine kleine schwarze Box aus glänzendem Kunststoff. In der Box: ein matter Würfel aus Gummi. Absender: Jeff Mills! Read and rave on nach dem Klick ...

Zehn Gründe, zehn Alben, zehn Meinungen

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Wie eine niemals endende Riesenradfahrt dreht sich Woche für Woche die Hitparade, besser bekannt als Top-10 – aufgelistet werden die Alben, die sich in dieser Woche am besten verkauft haben. Zu diesen Platten gibt es viel zu sagen. Frisch aus dem Urlaub zurück, bin ich allerdings ein bisschen enttäuscht. Anstatt neue, aufregende Platten immer noch die alten Nasen. Na ja, nicht nur, aber auch. Read and rave on nach dem Klick ...

Und hier sind sie wieder: zehn Alben, die die Welt nicht braucht. Na ja, sagen wir acht.

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Halb Pflicht, halb liebgewonnenes Ritual: der wöchentliche Blick auf die Charts, um sich mal wieder aufzuregen, was in Deutschland alles an schlimmen Platten gekauft wird. Wegen des Sommers tut sich gerade nicht so viel, aber das, was sich tut, verdient es natürlich, kommentiert zu werden. In dieser Woche in den deutschen Albumcharts: das Schlechteste aus Metal und Kirche, die Rückkehr einer Schlagerfrau, die meine Familie auseinanderbringt und ein französisches Duo, das einfach nicht mehr gehen will. Soll mir recht sein! Read and rave on nach dem Klick ...

Summer of Disco

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Der Sommer 2013 wird einmal als „Summer of Disco“ in die Musikgeschichte eingehen. Disco, die Älteren unter uns werden sich erinnern, war eine Zeit lang ein echtes Schimpfwort, aber aus dieser Abneigung sprach vor allem die Abneigung des homophoben und spaßfreien weißen Mannes. Der aber hat im Augenblick nicht viel zu melden und so feiert Disco sein x-tes Revival. Kon, ein DJ aus Boston, der von dem ein oder anderen als größter Könner in Sachen Soul, Funk und Disco gehandelt wird, feiert mit, On My Way ist sein erstes selbst produziertes Album. Neben dem englischen Sänger Ben Westbeech und einigen anderen Gastmusikern aus dem Rest der Welt taucht auch Georg Levin auf, ein Sänger und Produzent aus Berlin. Ihr gemeinsamer Song (und der Rest des Albums) lassen zwei Vermutungen zu: Disco bleibt. Und es muss nicht immer Daft Punk sein, auch nicht im Jahr 2013, im Summer of Disco.

Be a Moderat, be II

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Das ist jetzt ein bisschen gemein, aber geht nicht anders: Erst Anfang August kommt dieses neue Album von Moderat heraus, bei mir läuft es aber schon seit einigen Tagen auf der großen Anlage. Die Nachbarn finden es scheußlich, weil sie nur die schweren Bässe mitbekommen, die dünne Wände durchdringen wie ein heißes Messer die Sommerbutter. Und ich? Ich wollte es nicht gut finden, glaubte, mich gegen den Hype wehren zu müssen, der die Zusammenarbeit zwischen Sascha Ring alias Apparat auf der einen und Modeselektor (Gernot Bronsert & Sebastian Szary) auf der anderen Seite von Beginn an begleitet hat. Read and rave on nach dem Klick ...

Zehn Gründe, sich zu schämen. Oder fünf ...

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Deutschland ist im Urlaub, aber die Geschäfte drehen sich weiter. Auch die Plattengeschäfte. In den Charts dieser Woche finden sich Neues, Altes, neues Altes, und altes Neues. Mist ist natürlich dabei, aber auch Gutes. Und was gibt es sonst noch so über die zehn meistverkauften Alben der Woche zu sagen? Einiges! Read and rave on nach dem Klick ...

Ja ja, die Nacht soll bleiben. Heute, morgen, immer.

Irgendwann kriegen sie jeden, die elektronischen Beats. So scheint es zumindest gerade: Die Zahl der Bands und Musiker, die ihre akustischen Instrumente mit einem veritablen Wumms kombinieren, nimmt zu. Das hat natürlich auch mit Moden und Zyklen im Musikbusiness zu tun. Und seit einiger Zeit habe die gitarrenorientierten Sounds das Nachsehen, die elektronische, im Club geschulte Musik ist oben. Das haben auch Maur Due & Lichter gemerkt – zwei Wiener Musiker, die gerade ihr zweites Album veröffentlicht haben. Read and rave on nach dem Klick ...

Housemeister machts mit dem Synthie

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Der Housemeister, von seinen Kumpels und allen, die es werden wollen (und davon gibt es eine ganze Menge) nur „Housy“ genannt, ist eine echte Type. Letztes Jahr bin ich ihm zufällig in Texas getroffen. Texas! Als hätten zwei Berliner nichts besseres zu tun, als dort die Wege zu kreuzen. Es dauerte nicht lange, da zeigte er mir seine neue Tätowierung auf dem Arm: Ein Taschen-Synthesizer, aber nicht irgendeiner, sondern der OP-1, den eine kleine schwedische Firma herstellt und in den sich Housy offenbar schwer verliebt hatte. Read and rave on nach dem Klick ...

Blingbling

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Und noch so einer, der mit Terminator-artigen Beats radikal Hörgewohnheiten angreift: Patric Catani. Catani kommt aus dem Hip Hop, man kennt ihn vielleicht als einen der Produzenten, der für die Pupppen-Rapper „Puppetmastaz“ am musikalischen Bett gebastelt hatte, aber er ist seit Mitte der 90er unter mindestens einem halben Dutzend weiterer Pseudonyme und mit jeweils anderem Grundsound unterwegs. „Blingsanity“ ist für mich Catanis Meisterstück: Die Tracks sind bester Beweis dafür, dass das aufregende Ding im Moment darin besteht, jahrzehntelang aufgebaute Genregrenzen einzureißen. Catani macht das, dabei entwickeln seine Stücke aber einen echten Funk (ohne jetzt James-Brown-mäßig Funk zu sein). Vielleicht kann man es so beschreiben: Musik mit der Kraft einer Profi-Bohrmaschine und dem Sog eines 100-köpfigen Streichorchesters. Oder so: Catani lässt es rummsen und zwar richtig gut.

Wöchentlich grüßt das Murmeltier: Top-10-Gedanken

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Woche für Woche der Blick auf die deutschen Charts, um zu sehen, welche Platten sich so am besten verkaufen. Am „besten verkaufen“ heißt aber nicht automatisch „am besten“ – im Gegenteil. Das Ganze will also eingeordnet werden. Und was musste ich da feststellen? Ganz oben in der Hitparade der meistverkauften Alben in Deutschland gibt es Bewegung, auf den unteren Rängen tummeln sich dagegen alte Bekannte. Read and rave on nach dem Klick ...

Viel Fantasy von Lightning Dust

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Woche für Woche werden bei uns in Deutschland hunderte von Platten veröffentlicht. Und ich garantiere: die neue von „Lightning Dust“ aus Kanada wird in der Masse dieser Neuerscheinungen untergehen. Aber: Das hat sie nicht verdient: Fantasy – so heißt dieses Album – ist ein leises, feines, leicht sentimentales Werk, in dem experimenteller, elektronischer Pop und zurückhaltender Folk zusammenfinden. Read and rave on nach dem Klick ...

Maya Jane Coles macht es sich komfortabel

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Maya Jane Coles – ein Name wie aus einem Gedicht. Die Musikerin aus London ist in Clubkreisen schon ziemlich bekannt – das Musikmagazin Rolling Stone zählte sie einmal zu den 25 DJs, „who rule the world“, die also die Welt, zumindest die Tanzflächen-Welt, beherrschen. Damit es nicht nur beim Dancefloor bleibt, hat Maya Jane Coles jetzt ihr erstes Album veröffentlicht – es heißt Comfort. Read and rave on nach dem Klick ...

Die zehn meistverkauften Alben der Woche durch den Fleischwolf gedreht

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Die deutschen Charts haben keine Angst vor Klischees oder Plattitüden. So hängt in der aktuellen Top-Ten der eine „am seidenen Faden“, der andere schwört „bei seiner Seele“, eine Dritte verspürt „Glücksgefühle“ – und selbst die ewig Junggebliebenen fehlen nicht. Was es sonst noch über die zehn meistverkauften Alben der Woche zu berichten gibt? Einiges. Read and rave on nach dem Klick ...

Siriusmo ist der "Enthusiast"

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Vor gut drei Jahren schrieb ich schon einmal über diesen Moritz Friedrich alias Siriusmo, einen ehemaligen Punk, Illustrator, Stuckateur. Schon damals war klar: Der mag zwar irgendwie schüchtern sein, aber ist eben auch ein vom Sound besessener Produzent. Seine Tracks waren schon immer kleine oder große Wundertüten, bei denen man nie vorher wusste, was einen erwartet, er arbeitete sich die ganzen Spielarten der elektronischen Musik durch und schlug sich quasi nebenbei an Pop und Hip Hop den Bauch voll. Auf „Enthusiast“ ist das nicht anders, aber er hat sich trotzdem weiterentwickelt, der Berlin Beatmeister:
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Alufolie spielt Daft Punk

Dinky: Dimension D - Musik eines gefallenen Engels

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Manche Musiker werden im Lauf der Zeit schlechter. Andere besser. Und einige, ganz selten, so richtig gut. So wie Dinky. Man hatte in den letzten Jahren oft das Gefühl, dass sie eigentlich alles richtig macht, die richtigen Ideen hat, und auch ästhetisch den richtigen Ansatz wählt. Aber in der Umsetzung hakte es oft. Bei „Dimension D“, ihrem neuen Album, hakt nichts. Read and rave on nach dem Klick ...

Neues Zomby-Album!

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Dauert noch ein paar Tage, dann gibt’s Neues von Zomby, dem Wonky-Dubstep-Whateva-Produzenten. Wie auch schon beim letzten Album auf dem 4-AD-Label. Und Vinyl-pre-order unter anderem bei Bleep. Die schreiben übrigens: „Zomby returns with an epic album of dance floor soul and after hours introspection for 4AD. Spread across two volumes, 'With Love' is cinematic in scope, filled with the mournful grate of strings, tinkling pianos, and beats that encompass dubstep depth, faraway breakbeat, and the more experimental, as well as his trademark 8-bit patter. Bold and emotionally complex, 'With Love' is perhaps Zomby's most accomplished statement yet.“ Bin gespannt!

Emika wunderbar trotz Wonderbra

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Die Überschrift hat leider nur zu exakt 74% mit dem zu tun, was hier in den nächsten Zeilen steht. Ein Wonderbra hat nämlich wirklich nichts verloren in einem Text, der sich mit dem neuen Emika-Album beschäftigt. Aber es war natürlich zu verführerisch, da so etwas in die Überschrift hinein zu dichten, außerdem bin ich gerade geistig nicht ganz auf der Höhe, was vermutlich daran liegt, dass ich seit 12 Stunden Musik aus basslastigen Nahkampf-Monitoren auf mich einschallen lasse. Aber genug des Vorgeplänkels! Read and rave on nach dem Klick ...

Und ständig grüßt die Top-10!

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Deutscher Pop, deutscher Schlager, deutsche Singer-Songwriter – es geht gerade ziemlich „einheimisch“ zu in den deutschen Album-Charts. Welche Platten zu den zehn meistverkauften der Woche gehören, gibt’s hier zum Nachlesen. Viel wichtiger aber ist, was es zu diesen Platten zu hsagen gibt. Denn „gut verkauft“ heißt ja noch lange nicht „gut“. Meist ist das Gegenteil der Fall, wirklich. Read and rave on nach dem Klick ...

Mal wieder Zeit für Top-10-Lästereien

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Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über die deutschen Album-Charts gut lachen: Wer sich da so alles tummelt! Abgehalfterte Pop-Sängerinnen, AC/DC-Kopisten, Jazz-Hobbits, liebeskranke Millionäre. Und auf Platz 1 ein echter Lichtblick. Ich habe das mal wieder aufgeschrieben, was mir in Sachen „meist verkaufte Alben der Woche“ so einfällt. Read and rave on nach dem Klick ...

Paten-Techno!

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Time flies, sagt der Engländer. Ich sage: yes indeed! Gestern noch (also in den 80ern) haben wir uns über die langhaarige Hardrock-Fraktion lustig gemacht, die einfach nicht wahrhaben wollte, dass die Zeit ihrer Gitarrengötter vorbei war, heute sind wir selbst die Ewiggestrigen, die seit 25, 30 Jahren der elektronischen Musik nachhängen. Aber es ist ja auch zu verführerisch: In den Berliner Clubs laufen House und Techno (und ihr Dubstep-Nachwuchs), als wären diese Spielarten der elektronischen Musik nicht im letzten Jahrtausend, sondern gerade eben erst erfunden worden. Die Erfinder aber kommen selbst in die Jahre. Juan Atkins etwa ist auch schon 50. Ein Name, der ungerechterweise nicht soooo geläufig ist, dabei trägt Atkins zu recht den Titel „Godfather of Techno“, der Pate der Technomusik. Read and rave on nach dem Klick ...

Götterspeise ...

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Ach, warum nur dieser Titel? „Götterstrasse“! Wenn er nicht wäre, dann könnte man, echte Ausnahme, tatsächlich mal ein Westbam-Album komplett loben. So aber bleibt hängen: Dieser seit Jahrzehnten in Berlin lebende Maximilian Lenz hält sich tatsächlich immer noch für den Größten. Das macht ihn, obwohl er doch eigentlich etwas ziemlich Sympathisches hat, auch ein bisschen unsympathisch. So war das allerdings schon immer: In den Rave-Anfangstagen pries Lenz alias Westbam den Beginn des DJ-Zeitalters und das damit verbundene Ende des Rock-Starkultes. Wenn es um die eigene Person und den eigenen Lifestyle ging, nahm es Westbam mit „No more fucking Rock’n’Roll!“ allerdings nicht ganz so ernst. Read and rave on nach dem Klick ...

Daft Punk - Random Access Memories - Der Review!

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Da ist es also, das neue Daft-Punk-Album. Ganz schön viel Wind bei Facebook & Co! Und ziemlich schnell dann auch die ersten Urteile: Nicht gut, irgendwie lahm, langweilig, enttäuschend. Außer natürlich dieser eine Track namens .... (bitte an dieser Stelle beliebigen Namen eintragen. Da wurden etliche genannt), der sei nämlich doch sehr gut! Als dann heute, zwei Tage vor der offiziellen Veröffentlichung, der Stream von der Plattenfirma ankam, machte ich mich auf Grausiges gefasst. Und wurde komplett überrascht. Daft Punk? Da steh ich drauf, nach wie vor. Warum? Na darum:
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TFZTT: Technofreie Zone Top-10

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Die elektronische Tanzmusik, im Volksmund auch Techno genannt, hat in den deutschen Albumcharts nicht viel zu melden. Ab und zu verirrt sich mal ein DJ Antoine oder einer von den anderen Rummelplatz-Bummsköpfen in die Top-10, aber da denkt man dann ja: Lieber gar kein TechnoElectro als so was! Trotzdem: Es gibt ja auch ein Leben neben dem elektronischen („Niemand ist eine Insel!“). Und irgendwie hat es eine ungemein reinigende und erfrischende Wirkung, sich über das, was sich in Deutschland gut verkauft, aufzuregen. Oder, eher selten, sich auch mal zu freuen. So wie jetzt: deutsche Album-Charts der Woche, fachkundig (!) kommentiert. Read and rave on nach dem Klick ...

Deep House, tiefer als der Mariannengraben!

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Deep House. Was genau soll das eigentlich sein? Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ganz genau weiß ich das selbst nicht zu definieren, auch wenn ich den Begriff immer und immer und immer wieder in den Mund nehme, meist in einer meiner Radioshows. Auch mein Technolexikon und Wikipedia helfen nicht weiter. Denn, klar, dass es House Music mit etwas tiefsinnigerer Anmutung (Technolexikon) oder eine langsamere und melodieorientierte Stilart des House ist (Wikipedia), das hilft einem auch nicht so richtig weiter. Was allerdings helfen könnte: Am Samstagabend ab 20 Uhr Electro Royale auf ByteFM hören. Denn dann spiele ich einfach zwei Stunden lang Tracks, die für mich deep und house und damit Deep House sind. Und dazu erzähle ich auch noch was. Das Motto der Show: Deep House, tiefer als der Mariannengraben. Fein, oder? Also hier noch mal zum Mitschreiben: Samstag, 11. Mai, 20 bis 22 Uhr, Electro Royale mit Martin Böttcher auf ByteFM. Tune in! Read and rave on nach dem Klick ...

The Return of Electroclash!

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Musikjournalisten lieben Schubladen – und Musiker, wenn es denn nicht um sie selbst geht, ja eigentlich auch. Kein Wunder also, dass ständig neue Genres mit möglichst griffigen Namen erfunden werden. Electroclash war so ein Modebegriff, dahinter verbarg sich elektronische Musik, in der Gitarren und New Wave auf moderne Produktionsmöglichkeiten trafen. Punk plus elektronische Tanzmusik, wenn man so will. Zufall oder nicht: Gleich drei Protagonisten der 10, 15 Jahre alten Bewegung haben jetzt neue Alben veröffentlicht. Die Französin Caroline Hervé alias Miss Kittin ist wohl die bekannteste. Read and rave on nach dem Klick ...

Top-10-Time!

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Ick weeß ja ooch nich: Spielen die Charts überhaupt noch eine Rolle? Wenn ja, dann kann dem musik- interessierten Menschen Angst und Bange werden: Unglaublich, was sich da alles an Mist in der Gruppe der meistverkauften und -downgeloadeten Alben findet. Aber auch immer wieder krasse Alben, die so fern vom Mainstream sind, dass man sich fragt, ob Middle-of-the-Road-Radiosender wirklich so richtig liegen. Platz 1? Dreck. Aber bitte selber checken. Read and rave on nach dem Klick ...

Ja, ja, Attacke. Is klar, Lexy und K-Paul

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Ein halbes Raverleben gibt es dieses Berliner Duo schon. Und man muss wohl sagen: Seit dem Debütalbum vor fast 13 Jahren hat sich im Sound von Alexander Gerlach (Lexy) und Kai Paul (K-Paul) nicht viel geändert: Ist halt irgendwie so Technoelectro, wie ihn Westbam einst groß machte – und bei Westbams Label „Low Spirit“ sind auch die beiden groß geworden.
Worin genau die im Titel ihres neuen Albums beschworene „Attacke“ bestehen soll, wird allerdings ein ewiges Rätsel bleiben: Es geht weder besonders hart noch besonders schnell noch besonders aggressiv zu. Warum einen das trotzdem interessieren könnte? Lexy und K-Paul haben ein Händchen für Atmosphäre und lassen ihre Tracks ganz gut schwingen. Und für ihre poppige Seite muss man sie ja auch nicht gleich ins Gefängnis stecken.

Raus aus dem Dunkeln

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Ist ja immer so eine Sache, das mit den Albumname, vor allem bei Debütalben: Peinlich darf’s nicht klingen, mit einem selbst soll es was zu tun haben, vielleicht sogar noch eine Botschaft verkünden – frei nach dem Udo- Lindenberg- Motto „Ich mach mein Ding“. Aber „Ich mach mein Ding“ geht ja nicht: Ist erstens schon vergeben und zweitens innerhalb der Clubkultur alles andere als cool. Auch wenn es natürlich genau darum geht. Oliver Deutschmanns Ding ist Techno. Read and rave on nach dem Klick ...

Alle Wochen wieder: Top 10!

Foto von labusa / flickr.com / cc-Lizenz 2.0
In den folgenden Zeilen geht es um unter anderem um Stehauf- männchen, Synthie-Dinosaurier, Kaufhaus- durchsagen, ein Mittel gegen Depressionen und die zehn meistverkauften Platten der Woche! Die aktuellen Album-Charts und was einem dazu so alles einfallen kann. Viel? Sehr viel? Gutes? Eher weniger. Read and rave on nach dem Klick ...

James Blake, Lieblingsheulsuse

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Als vor zwei Jahren das Debütalbum von James Blake herauskam, waren sich so ziemlich alle einig: Großartig. Den mit angezogener Handbremse vorgetragene hohe gospelähnliche Gesang und die tiefen, vor sich hinwobbelnden Bässe hatte man so noch nicht gehört – diese Kombination war neu und gut. Jetzt, zwei Jahre später, präsentiert der 24-jährige Engländer sein neues Album: Overgrown. Read and rave on nach dem Klick ...

DJ Koze hat Angst, Amygdala sei Dank!

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Das Leben ist schön und die Menschen unterschiedlich. Nicht alle interessieren sich für die gleichen Sachen, nicht alle reden überhaupt über die gleichen Sache. Hier beim Technoarm würde ich jetzt zum Beispiel schreiben: „Lasst uns über DJ Koze reden.“ Und die meisten wüssten wohl, wer dieser Koze ist und was er so gemacht hat und dass sein Name nichts zum Lachen ist. Beim Deutschlandradio, wo ich ja auch gerne mal meine Zeit verbringe, ist das etwas anders: Da muss man - Achtung, Radiosprech! - den Hörer abholen. Und deshalb ist da ein Text wie der folgende über DJ Koze entstanden: Read and rave on nach dem Klick ...

Alle Wochen wieder: neue Top-10-Gedanken

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Musik ist bekanntlich Geschmacksache, das ist zwar eine Floskel, aber dafür nicht weniger wahr: Was der eine mag, ist dem anderen ein Gräuel. Aber heißt das, dass man sich sich über Musik nur noch ganz und gar sachlich äußern darf, schließlich ist ja alles erlaubt? Im Gegenteil: Nichts ist schöner, als den eigenen Geschmack als einzig gültigen Gradmesser anzusehen und offen rauszulassen, was man gut und was man schlecht findet. Und damit kommen wir zu den ersten zehn Plätzen der deutschen Album-Charts - und was es über diese Platten zu sagen gibt: Read and rave on nach dem Klick ...

Zwei Männlein stehen im Walde

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Beim allerersten Durchhören von „A Forest“, dem Gemeinschafts- produkt von Nayan Soukie und Fritz Windish, tat sich nicht viel bei mir. Gefällige, nicht allzu schnelle House-Beats, liebliche Melodien und eine ziemlich glatte Produktion, so meine ersten Gedanken. Allerdings hatte ich einen Fehler begangen und „A Forest“ ziemlich leise auf einer kleinen Kompaktanlage gespielt. Beim zweiten Mal kam die große Stereoanlage mit den guten Boxen zum Einsatz, es wurde lauter gedreht und Bier gab es auch noch. Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Read and rave on nach dem Klick ...

Neue Top-10-Gedanken ...

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Hip Hop. Schlager, Singer-Songwriter und ein musikalisches Beruhigungs- mittel erwarten uns in den nächsten Minuten. Denn es ist mal wieder „Top 10“-Zeit. Mein Gott, was ist nur mit den Leuten los, die in Deutschland Musik kaufen? Wer hat denen gesagt, dass man sein Geld vor allem für Mist ausgeben soll? Ich war’s nicht! ich sage genau das Gegenteil! Read and rave on nach dem Klick ...

Top-10-Gedanken ...

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Einmal die Woche kommt sie, die Liste, auf der die erfolgreichsten Alben stehen. Welche sind das diese Woche? Und was haben Heino, Andrea Berg und Matthias Reim damit zu tun? Gibt es einen Techo-Faktor? (Ja, gibt es.) Und was muss man noch darüber sagen? Denn schließlich bedeutet erfolgreich ja nicht gleich gut. Read and rave on nach dem Klick ...

Und noch einmal: Mokke

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Ich muss noch mal über Mokke und auch noch einmal über Temperatur von Musik reden. Oder schreiben. Seit der Synthesizer in die Probenräume und Studios einzogen ist, gibt es nämlich immer wieder Stimmen, die behaupten, elektronische Musik sei hart, unmenschlich, gefühllos, distanziert und vor allem: kalt. Eiskalt sogar. Natürlich gibt es elektronische Musik, die all das ist. Aber das hat nichts mit den Instrumenten an sich zu tun, sondern liegt am Musiker und wie genau er seine künstlerischen Visionen umsetzen kann, falls er denn welche hat. Mokke hat definitiv solche Visionen und auch das Können, sie in Klang umzuwandeln. Read and rave on nach dem Klick ...

Was man schon immer über die erfolgreichsten Alben wissen wollte

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Charts - braucht die noch jemand? Schwer zu sagen, denn so richtig aussagekräftig sind sie ja nicht: Manchmal reichen schon ein paar tausend verkaufte CDs und eine Band landet in der Top-10. Manchmal sind aber selbst zehntausende verkaufte Alben nicht genug, um ganz oben hinzugelangen. Trotzdem: Charts, auch und gerade die deutschen, können sehr unterhaltsam sein. Vor allem, wenn man die richtigen Schlüsse aus ihnen zieht. Und das tut der Technoarm einmal die Woche, immer dann, wenn es neue Listen gibt (im Radio übrigens auch, da dann noch mit der passenden Musik, und zwar immer Sonntagvormittags gegen 9.40 Uhr im Deutschlandradio Kultur). Read and rave on nach dem Klick ...

Swayzak, aber nicht zu Swayzak: S_W_Z_K

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Schräg: folgenden Text habe ich schon vor Monaten geschrieben, aber irgendwie vergessen, ihn hier beim Technoarm reizustellen. Was unentschuldbar ist. Denn zum einen handelt es sich hier wirklich um Techno. Und zum anderen hat das auch noch was mit Swayzak zu tun, der Mutter aller Tech-House-Duos und erklärter Liebling des Technoarm-Verantwortlichen, also von mir. Dann also: spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Read and rave on nach dem Klick ...

Mokke versteckt sich nicht mehr

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Tomoki Ikeda alias Mokke ist DJ, Produzent und musikalisches Multitalent. Vor allem aber ist Mokke Japaner und dementsprechend höflich und bescheiden. Seine zweite Heimat Berlin hat aber auch Spuren hinterlassen. Allerdings brauchte Mokke mehr als zehn Jahre, um sich mit dem inoffiziellen Motto dieser manchmal harten Stadt anzufreunden: „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“. Read and rave on nach dem Klick ...

Lost Sirens: New Order in alter Ordnung

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Streit. Zerwürfnis. Kontaktabbruch. Egal wie man es nennt: Die Popmusik ist reich an Geschichten von Bandmitgliedern, die einfach nicht mehr miteinander konnten oder wollten. Bei New Order, der englischen New-Wave-Rock-Pop-Band, die Hits wie „Blue Monday“ geschaffen hat, stritt man sich schon, bevor man überhaupt unter diesem Namen zusammenkam. Es dauerte dann aber doch 27 Jahre bis zum endgültigen Bruch zwischen Sänger Bernard Sumner und Bassist Peter Hook – Hook verkündete 2007, dass er genug habe. Jetzt ist ein Album herausgekommen, auf dem sie alle, Sumner, Hook und die anderen, zusammen zu hören sind – mit hoher Wahrscheinlichkeit zum allerletzten Mal. Die Songs auf „Lost Sirens“ stammen allerdings auch aus dem Jahr 2005. Read and rave on nach dem Klick ...

Hommé - vorsichtig auf die Ohren

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Klassikfreunde dürfen mich jetzt gerne prügeln, aber ich bleibe dabei: Das Cello ist eins der uncoolsten Instrumente überhaupt. Cellisten erinnern in ihrer Haltung an den berühmt-berüchtigten Affen auf dem Schleifstein und fast alles, was sie ihrem Oskar-Matzerath-Kontrabass an Tönen entlocken, darf meiner Ansicht nach in die Tonne getreten werden. Außer, man macht es so wie Hendrik Vaak und Piotr Piesak, die ihr gemeinsames Projekt „hommé“ nennen. Piesak kommt aus Polen und ist einer dieser Cellisten, Vaak kann man als groß gewordenes Berliner Technokind sehen, das seine ersten musikalischen Gehversuche im Tresor unternommen hat und das seit Jahren als Teil des Techno-Kollektivs „Sender Berlin“ unterwegs ist. Read and rave on nach dem Klick ...

Filterwolf ravt sich den Wolf

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Hmm, was ist das wohl für ein Tier, dieser Filterwolf? Eines, das einsam an seinen Gerätschaften sitzt und um seine Beute kreist? Wenn dem so sein sollte, dann heißt diese Beute wohl „Groove“ oder „Sound“. Denn auch wenn der Albumtitel anderes verheißt: Die großen Rave-Momente hält der Filterwolf in seinem Maschinenpark zurück, in seinen Tracks geht es – zum Glück - um Stimmung und Atmosphäre. Nein, kein Ambient-Chill-Out-Gewaber, sondern intelligenter Techhouse, der eine eigene Note und jede Menge ungewöhnliche Sounds abseits der Techno-Klischees aufzuweisen hat. Read and rave on nach dem Klick ...

Der tanzende Plastikbecher

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Das da auf dem Foto sind C2C, vier Franzosen, die auf ihren CD-Spielern scratchen und auf ihren Effektgeräten effekten (oder wie auch immer man das nennen soll) und insgesamt eine ganz schöne Mischung aus Electro, Hip Hop, Disco und dem ganzen anderen Scheiß hinbekommen. Gerade eben (Mittwochabend) haben sie im holländischen Groningen einen von zehn EBBA gewonnen (EBBA heißt European Border Breakers Awards und ist für Bands, die die Grenzen ihres Heimatlandes überschreiten und auch außerhalb bekannt werden). Ich war bei der Preisverleihung in Groningen, die von der englischen Fernsehfratze Jools Holland moderiert wurde, dabei. Und habe beim Auftritt von C2C die Videokamera angehabt. Aber nicht die Band, sondern die Plastikbecher auf der Bar haben mich interessiert. Read and rave on nach dem Klick ...

Jake Fairley, der Vielseitigkeitsmeister

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Es hat sie schon immer gegeben, die Musiker, denen EINE Band zu wenig war. Einer dieser musikalischen Zappelphilips ist der Kanadier Jake Fairley. Geboren in Toronto, groß gezogen mit einer Mischung aus Skateboard-Kultur und Indierock, hat er sich vor Jahren für die elektronische Musik entschieden – um doch immer wieder zur Gitarrenmusik zurückzukehren. Sein neues Album hat er unter seinem Pseudonym Fairmont veröffentlicht: Elektronische Musik mit viel Melodie und Gesang, gedämpfter Techno mit Popappeal, könnte man dazu auch sagen. Read and rave on nach dem Klick ...

HGich.T machen Lecko Grande!

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Theoretisch kann man über jede Band und jeden Musiker sagen, dass sich an ihr oder ihm die Geister scheiden - niemand kann alle auf seine Seite ziehen, das liegt nun einmal in der Natur dieser seltsamen Sache namens Geschmack. Trotzdem: An HGicht.T, einem Musikerkollektiv aus Hamburg, scheiden sich wirklich die Geister. Read and rave on nach dem Klick ...

Rone im Tohu Bohu

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Bei unseren französischen Nachbarn ist ein Tohuwabohu, das größtmögliche Durcheinander, einfach nur ein „Tohu Bohu“. Aber der seit einiger Zeit in Berlin lebende Franzose Erwan Castex alias Rone führt uns mit dem Titel seines zweiten Albums ziemlich in die Irre. „Tohu Bohu“ ist nämlich gar nicht so durcheinander, wie es der Titel verspricht, sondern sehr gezielt verspielt: Kleine Soundskizzen treffen auf große Melodien, Electronica und Trance und Bassmusic und Ambient und HipHop tun sich zusammen, um aus dem Einheitsbrei (und manchmal ja auch Einerlei) der elektronischen Dance Music auszubrechen. Und auch wenn es Rone nicht so beabsichtigt hat: Sein Eröffnungsstück „Tempelhof“ erinnert mich die ganze Zeit an meine erste Flugreise: Mit dem Propellerflugzeug vom Flughafen Tempelhof nach Hamburg. Damals war ich fünf Jahre alt, von elektronischer Musik sprach niemand, aber leicht und unbeschwert sein, das ging ja auch in Vorwendezeiten. Vor allem als kleiner Zwerg, der von Mauern und Grenzen und Kaltem Krieg und und und noch keine Ahnung hatte.

Er nun wieder: Paul Kalkbrenner!

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Der ein oder andere mag sich wundern, was ich nur immer mit diesen Kalkbrenners habe. Aber erstens ist es als technoider Mensch gar nicht so einfach, dem einen, dem anderen oder auch beiden Kalkbrennern aus dem Weg zu gehen. Und zweitens gibt es immer wieder Neues anzumerken. Das liegt eher weniger an der Musik als vielmehr an den pop-theoretischen Gedanken, die einem bei Paul und Fritz so in den Kopf kommen. Heute jedenfalls wird es hier beim Technoarm ziemlich persönlich. Read and rave on nach dem Klick ...

Und wie war's auf der Nova Scotia Music Week?

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Mit Techno hat die Nova Scotia Music Week, ein kleines, aber feines Musikfestival in der kanadischen Provinz Nova Scotia (Neuschottland) gar nichts zu tun. Jedenfalls so gut wie gar nichts - es gab immerhin den Auftritt der „Scientists of Sound“, einem Duo aus der Hauptstadt Halifax, das sich zwischen MSTRKRFT und Daft Punk bewegt. Und es gab bei der abschließenden Preisverleihung auch einen Award für „Electronic Recording of the year“ (Gewinner: Rich Aucoin für seinen Track „We’re all dying to live“) und einen für „DJ of the year“: AA Wallace. Ansonsten: Gitarrenmusik, wohin das Auge und das Ohr reichen. Folk. Indie. Rock. Country. Aber das muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein. Und vor allem lässt es einen nachdenken, mich jedenfalls. Read and rave on nach dem Klick ...

Jessie Ware ganz devot

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Gegenentwurf zur Retro-Bewegung der letzten Jahre: Jessie Ware aus London! Während Adele, Amy Winehouse, Michael Kiwanuka und Dutzende andere den klassischen Soul als Inspirationsquelle nutzten und nutzen, schaut Jessie Ware in die Zukunft: Seele und Technik, Stimme und elektronische Sounds sollen sich reiben und stören und letztendlich doch ein eindringliches Ganzes ergeben. Read and rave on nach dem Klick ...

Terrence Dixon: Aus der zweiten Reihe in die Zukunft

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Tresor, das parallel zur Berliner Club-Legende laufende Plattenlabel, darf ohne Zweifel „alteingesessen“ genannt werden. Im Techno ist das Fluch und Segen zugleich: Einerseits ist man bekannt und muss nicht versuchen, sich am eigenen Schopf und quasi auf Teufel komm raus aus dem immer dichter werdenden Techno-Plattenlabel-Sumpf herauszuziehen. Andererseits ist „alt“ und „eingesessen“ das Gegenteil von „hip“ und „überraschend“ und führt über kurz oder lang zur Irrelevanz – es sei denn, es tut sich was. Read and rave on nach dem Klick ...

Channel X im Wunderland

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Und noch ein Zweitalbum: Wonderland! Wonderland ist der erneute Versuch des Berliner Duos „Channel X“, sich dauerhaft in der DJ- und Produzenten-Ecke festzusetzen. Hinter Channel X stehen die DJs und Produzenten Miko und André Quasar, die offenbar denken, dass ein bisschen Irrsinn nichts schaden kann. Irrsinn im Konzept, nicht unbedingt in der Musik, denn die ist solider TechHouse, der genau so klingt, wie TechHouse eben gerade klingt: Read and rave on nach dem Klick ...

Lebenszeichen von Metope: Black Beauty

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Kann sich noch jemand erinnern, wie die TV-Serie um den schwarzen Hengst „Black Beauty“ zu Ende ging? Ich nicht, aber ich nehme einmal an: Tragisch! Ob Michael Schwanen alias Metope mit seinem neuen Album Black Beauty also eventuell Kindheitstraumata ab- und aufarbeitet? Auch das weiß ich nicht, könnte aber gut sein. Denn so verspielt-verträumt, manchmal sogar melancholisch habe ich den in Berlin lebenden Produzenten und Mitbegründer des Areal-Labels noch nicht erlebt. Wo es früher – zum Beispiel auf seinem sieben Jahre alten Debütalbum „Kobol“ - vor allem knarzte, da funkelt und klingelt es nun: elektronische Musik auf der Suche nach organischer Lebendigkeit. Und genauso will er’s ja seit Ewigkeiten haben, der Herr Metope, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Nicht ganz unschuldig an dem kleinen Richtungswechsel: Gastauftritte von Sängern wie dem Katalanen Undo und dem Electro-Blues-Musiker K_Chico.

Techno + Klassik = ???

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Wie schwierig es für Musiker ist, originell und einzigartig zu sein – und wie verzweifelt es manchmal wirkt – zeigt sich immer dann, wenn völlig unterschiedliche Musikarten unter einen Hut gebracht werden sollen. Der Flirt der elektronischen mit der klassischen Musik ist so ein Beispiel. Wenn House auf Strauss trifft, dann ergibt das meist überhaupt keinen Sinn, sondern ist der Versuch, jüngere Hörer für die Klassik zu interessieren und zu gewinnen. Manchmal aber funktioniert es auch. Zum Beispiel, als der Detroiter Techno-DJ Jeff Mills mit dem Philharmonischen Orchester Monpellier seine alten Dancefloor-Klassiker neu interpretierte – 2005 ist das passiert. Gerade eben sind zwei neue Alben veröffentlicht worden, die den Glanz und das Elend solcher Verschmelzungsversuche deutlich machen. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 14: Frequencies

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Seit 1991 weiß ich, was ein Low Frequency Oscillator ist. Na ja, nicht so richtig, aber ich weiß, dass man damit schöne und auch nicht so schöne Klänge hinbekommt. Dass ich das weiß, hat mit LFO zu tun, dem britischen Electronic-Duo, das sich nach diesem Synthesizer-Feature benannt hat. LFO waren neu und anders, hatten ein echt gutes Händchen, was Sounds und Rhythmen anging, außerdem waren sie so freundlich, mit Frequencies eins meiner Lieblingsalben der frühen Techno-Phase abzuliefern. Read and rave on nach dem Klick ...

Mittekill, die Band mit Biss

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Wie heißt die einzige Band der Welt, in deren Wikipedia-Eintrag ich genannt werde? Wie heißt meine Lieblingsband seit bestimmt sechs Jahren? Wie heißt die Band, die hier schon mal ausgiebig beim Technoarm abgefeiert wurde? Wie heißt die Band, von der ich bis vorgestern gar nicht wusste, dass sie inzwischen aus mehr als nur ein oder zwei Menschen besteht? Wie heißt die Band, die sich selbst als Karussell-Band bezeichnet, weil dort gerne die Instrumente gewechselt werden? Und wie heißt die Band, deren Konstante aus Freedarich Greiling besteht? Na klar, Mittekill, die Überschrift hat’s schon verraten. Noch nicht bekannt aber ist, wie ich das Konzert am Samstag im White Trash fand, das Mittekill im Rahmen des Torstrassen Festivals ablieferten. Read and rave on nach dem Klick ...

Wolfsalarm mit Barker und Baumecker

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Wer’s pathetisch mag, dem sei gesagt: Das Berghain ist ein magischer Ort! Für die, die vergeblich versuchen, in diese Club-Burg hineinzukommen, vielleicht noch ein wenig mehr als für die Stammgäste – denn die Geschichten von überschrittenen Grenzen, sich auflösendem Zeitgefühl, von seltsamen Begegnungen und überirdischem Sound wirken auf Außenstehende wie wahr gewordene Science Fiction. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 13: Aftershock

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Spricht noch wer über Drum’n’Bass? Klar, aber allzu viele dürften es nicht sein. Was auch ein bisschen Schade ist, weil es diverse Tracks aus dem Genre gibt, die krass, mitreißend oder gut, im besten Fall sogar all das zusammen waren und sind. Mit Alben allerdings hatten es Drum’n’Bass-Produzenten nicht so, die waren, wenn es überhaupt welche gab, meist enttäuschend.
Having said that, wie wir Engländer so sagen, krame ich ein zehn Jahre altes Album hervor, das mir damals und jetzt immer noch ein Grinsen ins Gesicht zaubert: Aftershock von Aphrodite. Jump-Up-Drum’n’Bass, das Schmuddelkind der Jungle-Branche. Bestimmt nicht deep oder genial, sondern ziemlich funtional, fast jeder Track eine kleine Achterbahnfahrt. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 12: Famous When Dead

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Oops, habe ich doch glatt vergessen, begleitend zur letzten Sendung von Electro Royale auf ByteFM die Lieblingsplatte auseinander zu nehmen. Nun gut, dann wird das jetzt mit Verspätung nachgeholt: Famous When Dead, der Auftakt der gleichnamigen Reihe vom Playhouse-Label. Und wir können es auch gleich ganz kurz machen: Tolle Platte bzw. toller Sampler, weil hier gleich eine ganze Reihe von Tracks drauf sind, die zu meinen All-Time-Favourites gehöen: Isolées „Beau Mot Plage“, Blazes „Lovelee Day“, der „Broken Mirror“ im ganz und gar hervorragenden Acid-Jesus-Remix von Random Factor. Und dann noch gute Tracks von Lo Soul und Freeform Five. Housig, aber irgendwie anders. Ein echter Ohrenöffner, dieser Sampler, als er 2001 rauskam. Einfache, effektives Cover und meiner Ansicht nach der beste Titel für eine Compilation-Reihe überhaupt.
Dass die weiteren Teile nicht so gut waren wie dieser erste - geschenkt! Bzw. ein Grund mehr, Vol. 1 so richtig zu schätzen. Die Sendung, in der ich „Famous When Dead“ musikalisch vorstelle, kann man ja jetzt hören, aber nur, wenn man Zugang zum ByteFM-Archiv hat. Den gibt es hier. Und hier auch die Playlist zum Nachlesen. Good stuff!

Meine Lieblingsplatten, Teil 11: Blondie

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Vielleicht liegt es daran, dass ich vom neuen Ada-Album (Meine zarten Pfoten) ein bisschen enttäuscht war. Jedenfalls habe ich in letzter Zeit öfter mal das erste der poppigen Techno-Produzentin herausgesucht: Blondie. Blondie, das Album, ist super. Ganz und gar überraschende Melodie- und Rhythmuswechsel, feine Klänge, sehr eingängig, aber gar nicht seicht. Jeder Track also eigentlich ein Hit. Read and rave on nach dem Klick ...

1980 FORWARD = 4AD

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Spielen Plattenlabel im digitalen Zeitalter noch eine Rolle?Also in einer Zeit, in der der einzelne Song wichtiger, ganze Alben unwichtiger geworden sind? Manche schon – so wie das britische Plattenlabel 4AD. Seit über 30 Jahren überzeugt 4AD als Gesamtkunstwerk: Die Musik, die Musiker, das Layout der Platten, alles war und ist mit bedacht ausgewählt. Heute steht 4 AD besser da als zuvor, mit Künstlern wie Grimes, Zomby und Bon Iver. Davor waren es die Pixies und die Breeders, am Anfang Bands wie Dead Can Dance, This Mortail Coil, Clan of Xymox – eher Dreampop-Gothic-Postpunk als hipper Electro-Scheiß.. Read and rave on nach dem Klick ...

Mein Lieblingsplatten, Teil 10: Bittersüss

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Vor fünf Jahren hat Mia Grobelny, damals einfach nur MIA, ihr zweites Album herausgebracht: Bittersüss. Jetzt, im Jahr 2012, kann man sagen: Es ist gut gealtert. Bzw. überhaupt nicht gealtert - und das ist jetzt als Kompliment gemeint. Mia Grobelny macht nach wie vor ähnliche Musik, reduziert, mit Konzentration auf subtile Basslinien, spröde-funky, mit leicht düsterer Note. Wenn mal allerdings weiß, dass dieses Album direkt nach ihrem Umzug von Köln nach Berlin entstanden ist und dieser Umzug hier nicht nur Spuren hinterlassen hat, sondern praktisch musikalisch bebildert wurde, dann hört man vielleicht noch einmal genauer hin. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 9: Stadtkind

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Wenn man sich das 2001er-Album „Stadtkind“ von Berlins Aushänge-DJ Ellen Allien jetzt, mehr als zehn Jahre später, noch einmal anhört, fällt es deutlich auf: Ein ziemliches Miteinander von kratzigen, sperrigen Sounds und großen Melodiebögen. Eine andere Zeit: Berlin, um das es in Stadtkind vor allem geht, war damals noch nicht der Sehnsuchtsort für Jedermann. Und Techno kam nach einer kreativen Pause und einer Sinneskrise (so schien es mir jedenfalls damals) mit aller Kraft zurück. Read and rave on nach dem Klick ...

Schweiz plus Japan gleich Berlin

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Er kommt aus Zürich, sie aus Tokio, zusammen sind sie Tim & Puma Mimi (und heißen natürlich auch ganz anders, nämlich Christian und Michiko). Was die beiden dann beim Technoarm zu suchen haben, wo es doch um elektronische Clubmusik aus Berlin gehen soll? Ihr ziemlich gutes Gemisch aus schrägen Sounds und japanischen Sprachfetzen könnte genauso gut hier entstanden sein – und ist es ja zum Teil sogar! Dafür wohnten die beiden einige Wochen in der Kreuzberger Wohnung des Performancekünstlers und Musikers Pastor Leumund (das ist der, der mit seiner „Bergpartei“ schon 2006 das bedingungslose Grundeinkommen gefordert hat, den Palast der Republik als Künstlerort retten wollte und irgendwie in die Gemüseschlacht zwischen Friedrichshain und Kreuzberg verwickelt ist). Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 8: Rest

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Heutzutage ist das natürlich gar nichts Neues, Aufregendes, Besonderes mehr: Musik, die minimal und kompliziert ist, den Zuhörer fordert, aber gleichzeitig einen gehörigen Groove entwickelt, der es dann doch wieder leicht macht, den Sounds zu folgen, sich von ihnen führen zu lassen. Als Rajko Müller alias Isolée im Jahr 2000 mit seinem Debütalbum „Rest“ das neue Jahrtausend auch musikalisch einläutete, gab es solche Sounds aber noch nicht - Sounds, die aus kleinen Bits und Pieces, aus Stücken und Stückchen bestanden und sich zu großen Klanggemälden zusammensetzten. Doch wie genau hat Isolée das geschafft? Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 7: Electro Pop

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„Techno Pop“ sollte es eigentlich mal heißen, das 1986 von Kraftwerk veröffentlichte Album „Electric Café“ – und hieß es dann auch bei der Wiederveröffentlichung im Jahr 2009. Als Anthony Rother 2001 unter dem Pseudonym Little Computer People seine Platte „Electro Pop“ herausbrachte, war das also gleichzeitig Zitat, Kommentar, Zeichen. Vereinfacht gesagt: Anthony Rother wollte beides, Tradition und Neubeginn. Keine schlechten Voraussetzungen, um ein Album zu machen, das a) heute im Second-Hand-Verkauf relativ teuer und b) irgendwie auch ein Klassiker ist. Aber was genau macht es dazu? Read and rave on nach dem Klick ...

Bliss, Bliss, immer wieder Bliss!

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Ich glaube nicht an Musik für Jahreszeiten oder bestimmtes Wetter, aber ich glaube an Musik für bestimmte Stimmungen. Da kommt ein Album wie „Particles Of Bliss“ gerade recht, das als Gesamtkunstwerk nur einen Zweck verfolgt: Die Entführung aus der Realität. Folgerichtig ist es beim Kölner Label „Traum“ erschienen und auch der Macher, der aus Magdeburg stammende, in Berlin lebende Produzent Ryan Davis hat mit Wirklichkeitsfluchten so seine Erfahrung. Er heißt nämlich gar nicht Ryan Davis, sondern Sebastian Waack und gibt sich und seinen seelenvollen, neotrancigen Techno-Klängen einen internationalen Anstrich, der nach England zu weisen scheint. Ich glaube, dass Waack alias Ryan Davis mit seiner Platte eine Grenze überschritten hat. Er ist nicht mehr nur ein Produzent, der seine Soundbausteine wie Lego zu Tracks zusammensetzt, sondern handelt wie ein richtiger Komponist, der Gefühle und Stimmungen in Klänge übersetzen kann. Kitschig ist das nicht, aber sehr warmherzig. Hat Musik die Kraft, die Produktion von körpereignen Drogen anzuregen? Natürlich hat sie das. Ryan Davis, ein Meister des Endorphin-Technos.

Meine Lieblingsplatten, Teil 6: Alcachofa

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Lustig, da hat man seit fast einem Jahrzehnt eine Platte, die man ganz und gar toll findet, aber erst jetzt, wo man sie für Netz und Radio zugleich noch einmal vorstellen möchte, erschließt sich einem der Albumtitel: Alcachofa. Artischocke! War mir bislang nicht klar, ist aber komplett logisch. Denn wie man ja bei einer Artischocke auch die Blätter entfernen muss, um ans Herz zu kommen, muss man auch auf diesem Meisterwerk von Ricardo Villalobos nach und nach die Soundschichten durchdringen, um die Seele greifen zu können. Zu pathetisch? Na gut, ich kann auch anders. Read and rave on nach dem Klick ...

Spuren in den schönen Haaren

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Was war es noch mal, das ich an Monika Kruse, die seit Mitte der 90er Teil der Berliner Technogesellschaft ist, immer am interessantesten fand? Die Haare! Ihre langen blonden Locken und ihren harten Techno konnte ich in meinem Kopf nur schwer zusammenbringen. Irgendwie sah das für mich immer nach gestandener Businessfrau aus, nicht nach DJ, wenn sie an den Plattentellern stand und von den Massen gefeiert wurde. Aber da sind wir natürlich wieder an dem Punkt, welche Rolle Frauen innerhalb der Musik- und speziell in der Clubszene zugedacht wird. Auf gut Deutsch: Nicht die Musik, nicht die Party, nicht die Fans, sondern meine Vorurteile, von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt da sind, haben mein Bild von Monika Kruse bestimmt. Traces, Spuren, heißt ihr neues Album. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 5: Superimpose

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Das englische Wörtchen „superimpose“ kann alles Mögliche bedeuten. Ich glaube ja, dass Paul Kalkbrenner, als er sein Debütalbum „Superimpose“ genau so nannte, Gefallen am Blenden (im Sinne von „etwas vortäuschen, was nicht da ist“) oder am Übereinanderlegen fand. Nicht, dass er ein Blender ist, aber ich habe ihn irgendwann in den Nuller Jahren mal kennengelernt und denke, dass er einfach Freude an so einem Wort hätte. Übereinanderlegen aber passt natürlich auch, wenn man daran denkt, wie sich im Techno die einzelnen Sounds überlagern. Aber eigentlich will ich hier gar nicht über einen Albumtitel schreiben. Sondern über das Album selbst und warum es mir so gut gefällt. Mache ich ja auch. Read and rave on nach dem Klick ...

Kopfnuss von den heißen Fritten: Hot Chips "In Our Head"

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Die anspruchsvolle elektronische Popmusik und ihre Anhänger sahen sich in der letzten Zeit schwer attackiert: David Guetta und Lady Gaga, Madonna und Skrillex, selbst Gossip schienen Teil des aufgewärmten Masterplans zu sein, der Dance Music möglichst komplett die Intelligenz auszutreiben. Eine einfache Gleichung: Je lauter der Sound und je billiger die Melodie, desto höher die Chartposition. Kirmestechno, Mutanten-Dubstep und andere Electro-Blähungen gingen zum Großangriff über, ganz so, als hätte es die letzten fünfzehn Jahre nicht gegeben. Der Bombast übertönte all die smarten, überraschenden, experimentellen Künstler und verstummte nur für einen Augenblick, um Musiker wie James Blake oder Grimes kurz winken zu lassen. Dann ging das Bombardement weiter. Jetzt, aber schlägt die intelligente Seite zurück und zwar in Gestalt der nach wir vor so unwahrscheinlichen Helden von Hot Chip. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 4: Nu Romantix

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Diese Woche sowohl beim Technoarm als auch bei Electro Royale (meiner Sendung bei ByteFM): Der Blick zurück auf das Nu-Romantix-Album von DMX Krew. Nu Romantix - der Titel verrät schon, wie tief die Musik darauf in den 80ern verankert ist. Aber es geht nicht in Richtung Gothic oder Positive Punk oder wie auch immer man die „New Romantics“ noch verstehen konnte, sondern in Richtung Dancefloor. Electro-Funk-Sounds und Synthie-Klänge und ein großartig eingesetzter Vocoder passen super zusammen. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 3: Snowboarding in Argentina

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Der nächste Doppelschlag in Sachen Klassikerplatten: Zum Hören im Radio, zum Lesen hier beim Technoarm. Aus meinen überfüllten Regalen werden noch einmal die wichtigsten, schönsten, besten Alben herausgekramt. In diesem Fall geht es um „Snowboarding in Argentina“, das Debüt-Album des Londoner Produzenten-Duos Swayzak. 14 Jahre ist dieses Album jetzt als und noch immer hört es sich gut an. Und gar nicht alt. Wie James Taylor und David Brown das wohl geschafft haben? Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 2: #1

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So richtig ist mir bis heute nicht klar geworden, warum auf der Debütplatte von Fischerspooner ein „Parental Advisory - Explicit Content“-Sticker klebt: Das „#1“ betitelte Werk der beiden New Yorker Warren Fischer und Casey Spooner, das einen Monat vor den Anschlägen aufs World Trade Center 2001 veröffentlicht wurde, hat so gar nichts Verruchtes. Aber nicht deshalb ist das eine meiner Lieblingsplatten. Sondern wegen der Songs. Selten so oft ein Album gehört und dabei solch diebisches Vergnügen verspürt, was dann meist in die Erkenntnis mündete: „Hammer!“ Darf die Analyse ein bisschen tiefer gehen? Gerne! Read and rave on nach dem Klick ...

Gib mir den Geist, Polica!

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Vor einem Jahr gab es sie noch gar nicht, die amerikanische Band „Polica“. Mittlerweile wird sie als das nächste große Ding gehandelt. Hype-Alarm also – aber hat Polica das auch verdient? Klar, haben sie! Give You The Ghost heißt die Platte, die jetzt auch bei uns im Laden steht. Read and rave on nach dem Klick ...

Meine Lieblingsplatten, Teil 1: Solaris

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Die Formulierung „Teil 1“ in der Überschrift deutet es ja schon an: Hier beginnt gerade etwas Neues. Aufregendes. Überraschendes. Und zwar nicht nur hier auf der Technoarm-Seite, sondern auch im Radio. Aus meinen überquellenden CD- und Plattenregalen werden noch einmal die wichtigsten, schönsten, besten Alben oder 12-Inches herausgekramt. Hier im Technoarm dann die Analyse, die von „Einfach nur grandios“ bis hin zu einem mehrseitigen Aufsatz reichen kann. Und dann in meiner Sendung „Electro Royale“ bei ByteFM die dazugehörige Musik, zwei bis drei Tracks. Den Anfang macht ein Album aus dem Jahr 2000: Solaris von Photek. Read and rave on nach dem Klick ...

Vorstoß ins Unbekannte

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Einer, der mich schon eine ganze Weile begleitet: Der Berliner Produzent und DJ Sascha Funke. Schon komisch: Alle Welt - auch hier beim Technoarm - hat über das Pärchen-Album von „Dapayk & Padberg“ geschrieben, aber auf „Unknown“ von Sascha Funke und seiner Frau Julienne Dessagne musste ich zufällig stoßen – kaum irgendwo war etwas darüber zu lesen. Vielleicht liegt es daran, dass hier kein TV-bekanntes Model mitwirkt. Aber ungerecht bleibt es: „Saschienne“ machen nämlich die bessere Musik! Sehr atmosphärischer, melancholischer und, um mal wieder mein Lieblingswort herauszukramen, deeper Tech-House trifft auf poppig-ruhiges Songwriting. Sascha Funke, übrigens ein alter Buddy von Paul Kalkbrenner, hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Das tun er und seine Frau auch jetzt nicht. Aber gerade das ist die Stärke von „Unknown“.

Mittekill: schwach, alt, gelangweilt

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Als Berliner, der in Charlottenburg groß geworden ist und den es irgendwann nach Mitte verschlagen hat, grüble ich seit Jahren über diesem Namen: Mittekill. Er stammt aus einer Zeit, als Berlin wirklich nur aus „Mitte“ zu bestehen schien und das jeden nervte – nun ja, fast jeden, die damals noch „Mitte-Boys“ und –„Girls“ genannten Hipster ausgenommen. Jetzt, wo es ein neues Mittekill-Album gibt, darf ich weiter grübeln - und noch einmal über die Vergangenheit nachdenken. Read and rave on nach dem Klick ...

Er wieder!

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Es ist offensichtlich, dass manche Leute „ihren“ Club als ihr Wohn-, an besonders heftigen Wochenenden sogar als ihr Schlafzimmer begreifen. Aber eigentlich sind Club und Zuhause natürlich zwei völlig verschiedene Sachen. Musik, die am einen Ort funktioniert, passt so gar nicht zum anderen. So viel theoretische Vorbetrachtung ist nötig, will man sich der Mix-CD von Fritz Kalkbrenner, dem kleinen Bruder vom Star-Produzenten Paul Kalkbrenner, richtig nähern. Denn so gerne es Fritz vielleicht hätte: Im Club dürfte seine „Suol Mates“ nicht richtig durchstarten – dazu ist sie nämlich viel zu durchdacht und wechselhaft, nicht „gerade“ genug. Abseits der Tanzfläche aber sieht das ganz anders aus: Fritz Kalkbrenner offenbart seine beiden großen Leidenschaften, den Soul und den warmen TechnoHouse und führt sie auf ziemlich einzigartige Weise zusammen. Eine Reise von Detroit nach Berlin, bei der man nicht nur tausende Kilometer überbrückt, sondern auch einige Jahrzehnte.

Terranova und das Hotel der Liebe

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Soulig-gefühlvoll und gleichzeitig elektronisch geht es auf „Hotel Amour“, dem neuen Album von Terranova zu. Die Älteren werden sich erinnern: Das Berliner Projekt Terranova tanzte in den 90ern mit trip-hoppigen Sound in der ersten Reihe mit und tauchte danach regelmäßig mit immer wieder veränderten Klängen auf. Die letzten Jahre aber blieb es ruhig, Terranova schien auf dem Friedhof der elektronischen Musik seine Gruft bezogen zu haben. Jetzt aber hat Fetisch, verbliebenes Terranova-Urgestein, noch einmal zugeschlagen, alte Weggefährten reaktiviert und gemeinsam mit dem Produzenten &Me ein neues Album fabriziert. Keine Zombie-Veranstaltung, wie man vielleicht denken könnte, auch kein Alterswerk, sondern eine mal fluffig-locker, mal düster-dichte, coole Platte – für mich die beste seit dem Debüt „Close The Door“.

Dapayk und Padberg liefern "Sweet Nothings"

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Wenn Promis singen, dann geht das mindestens ebenso oft schief wie gut. Mr. Spock und Captain Kirk, Scarlett Johansson, die Fußball-Nationalmannschaft – sie alle haben es probiert und sind dabei ziemlich unterhaltsam gescheitert. Dem Model Eva Padberg, das sich gerade als Heidi-Klum-Ersatz im Fernsehen versucht, hätte mit ihrer nicht sehr kräftigen Stimme ähnliches passieren können. Doch davor bewahrte sie ihr Mann, der in Berlin lebende Techno-Produzent Niklas Worgt. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW-Diary Tag 5: Wiederauferstehung

Seit knapp einer Woche bewege ich mich also auf dem riesigen South-by-Southwest-Festival in Austin. Keine Ahnung, warum ich als gar nicht an Götter glaubender Mensch ausgerechnet die christliche Symbolik bemühe, um die einzelnen Tage mit der passenden Überschrift zu versehen. Vielleicht hat das amerikanische Pathos abgefärbt und ich will mich wichtiger machen als ich bin. Das Stimmungs-Hin-und-Her lässt sich so aber ganz gut beschreiben. Heute jedenfalls ist letzter Tag in Texas. Und leider auch St. Patricks Day, was bedeutet, dass zur Mischung aus Karneval und Love Parade auch noch eine Art Fußballatmosphäre hinzukommt. Jedenfalls auf der Kneipenmeile 6th Street. Aber da bin ich ja gar nicht. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW-Diary Tag 4: Ernüchterung

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So langsam lässt die Energie nach: Musik von allen Ecken und Enden, Austins Kneipenmeile, die 6th Street, eine Mischung aus Fasching, Love Parade und Großraumdisco, eigentlich auch schon alles gesehen und gehört, was ich unbedingt sehen und hören wollte. Nur ein öffentliches langes Interview mit Nas steht noch aus. Und vielleicht das Aussie Barbecue mit einer Reihe von australischen Bands. Aber das alles kommt erst noch - am vierten Tag vom South-by-Southwest-Festival stand erst einmal Eigeninitiative an. Und eine Reihe von deutschen Bands. Das eine ließ sich vom anderen nicht trennen. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW-Diary Tag 3: Erleuchtung

Jetzt, nach ca. 20 Konzerten in den letzten drei Tagen, kann ich es ja gestehen: Ich bin eigentlich gar kein Konzertmensch. Ich interessiere mich für Bands und Produzenten und DJs und Alben und Songs, aber nur bedingt für Live-Auftritte. Liegt wohl daran, dass ich so gut wie nie in die anhimmelnde Fan-Pose falle. Am dritten Tag vom „South by Southwest Music“-Festival in Austin aber war ich tatsächlich nicht nur einmal, sondern mindestens drei Mal hin und weg. Schuld waren eine Kirche, Grimes, Nicolas Jaar und vor allem Purity Ring. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW-Diary Tag 2: Beichte

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Die „normale“ Aufstehzeit hier in Austin, als Teil der South-by-Southwest-Festival-Maschinerie? Irgendwas zwischen 6 Uhr 30 und 7 Uhr 42. Zeitverschiebung eben, wenn auch nicht unbedingt Rock’n’Roll. Aber gar nicht schlecht, um den Tag zu planen. Und dieser zweite SXSW-Tag wollte gut geplant sein, bei 2000 Bands, unter den man zu wählen hat, will man sich schließlich wirklich die besten raussuchen. Wobei klar ist: So was wie „die besten“ gibt es gar nicht. Sonst wäre nicht überall in Austin etwas los, sondern nur an einer Stelle. Hier jedenfalls ein paar weitere Geschichten, von denen die lustigste mit schwulen Bären zu tun hat. Die anderen dagegen eher mit Brooklyn, New York. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW-Diary Tag 1: Taufe

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Das South-by-Southwest- oder auch SXSW-Festival gibt es seit einem Vierteljahrhundert. Für mich aber erst seit zwei Jahren. Ich bin also kein absolutes Greenhorn mehr, aber doch noch ziemlich neu. Immerhin weiß ich mittlerweile so halbwegs, wie es hier in Texas läuft. Und ich weiß, was mich interessiert: Geschichten, Geschichten, Geschichten - nicht immer, aber meistens Musikgeschichten. Die hoffentlich besten davon werden sich in den nächsten Tagen hier beim Technoarm finden. Los geht es mit der Frau, die sich in einen deutschen Herzspezialisten verguckte und die Flucht ergriff, als sie seinen Vornamen erfuhr. Read and rave on nach dem Klick ...

Und es hat KLIK gemacht

Immer wenn ich lese, dass es Griechenland nicht so gut geht - und damit vielen Griechen - beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Ich glaube nämlich, dass „Die Griechen“ für das finanzielle Desaster lange nicht so viel können, wie oft behauptet wird. Und wenn ich mir vorstelle, was in Deutschland passieren würde, wenn wir von allen Seiten gezwungen werden, einzusparen, dann sehe ich schwarz. Aber was tun? Nach Griechenland reisen, um Geld in die Touristenkassen zu bringen? Könnte man machen. Man könnte aber auch einfach auf die Site von Klik Records in Athen gehen und sich den gesamten CD-Katalog bestellen - für 400 Euro inklusive Porto. Ich habe es gemacht ... Read and rave on nach dem Klick ...

Skweee, jetzt auch hieeer

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In keinem Genre wird so viel Musik veröffentlicht wie innerhalb der elektronischen Musik. Das liegt daran, dass die Songs mit Hilfe eines Computers so einfach und schnell gemacht werden können und sich trotzdem professionell anhören, aber es liegt auch daran, dass dort immer wieder neue Mini-Genres auftauchen und Wellen schlagen, die Szenen auf der ganzen Welt vernetzt sind, sich vieles im Fluss befindet. Eines dieser Mini-Genres ist „Skweee“ – eine Musikrichtung, die sich vor fünf, sechs Jahren in Schweden herausgeschält hat und jetzt so langsam auch über die Insiderkreise hinaus bekannt wird. Bei uns ist gerade der bisher nur als Import erhältliche Sampler „Skweee Tooth“ veröffentlicht worden – schöner Anlass, sich das ganze mal anzusehen. Read and rave on nach dem Klick ...

Im Niemandsland zwischen Remix und Edit

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So enthusiastisch die Disco-Musik – und alles was sich drumherum abspielte – in den 70ern gefeiert wurde, so heftig wurde sie nach dem Ende des riesigen Hypes angefeindet. Seit einigen Jahren gibt es ein neues Interesse: Neo-Disco-Produktionen, Wiederveröffentlichungen – und so genannte Edits und Re-Edits - einige wurden gerade veröffentlicht auf dem Doppel-CD-Sampler „Philadelphia International: The Re-Edits“. Read and rave on nach dem Klick ...

Der Deichkind-Angriff von ganz unten

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Manchmal könnte man glauben, die Musikindustrie möchte überhaupt nicht überleben: Da bestellt der feine Herr Musikjournalist (ja, genau, ich) das neue Deichkind-Album zwecks Rezension. Erstens kommt es eine Woche NACH der geplanten Besprechung, zweitens in einem ziemlich großen Karton - das Plattenlabel hat freundlicherweise noch 24 weitere Exemplare beigelegt, die jetzt auf möglichst bürokratischem Wege wieder zurückgeschickt werden müssen. Ein Zeichen dafür, dass „Befehl von ganz unten“ nicht so gut läuft? Ein Beleg dafür, dass die Musikindustrie weiter spart und auch in sensiblen Bereichen nur noch Praktikanten einsetzt? Oder der Beweis, dass ich als Kritiker endlich die Rolle spiele, in der ich mich selbst schon lange sehe? Fragen, die erst einmal unbeantwortet bleiben müssen. Widmen wir uns also lieber der Musik. Read and rave on nach dem Klick ...

We Have Band sagt: Ternion! Was sagen wir?

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We Have Band ist eine Band, die eigentlich ganz genau wissen müsste, wo es lang geht: Vor zwei Jahren tauchte sie mit ihrem ersten Album in der Öffentlichkeit auf und alle drei Mitglieder haben früher bei einer Plattenfirma gearbeitet. Und jetzt ein neues Werk namens Ternion – schwieriges Territorium für das Auskenner-Trio. Read and rave on nach dem Klick ...

Na dann: Willkommen im Candyshop

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Der eine – Jaxson – gehört schon eine halbe Ewigkeit zum Berliner Technogeschehen, der andere - David Keno - ist vor kurzem aus der Schweiz an die Spree gezogen. Nach eine Reihe von gemeinsamen Tracks und Remixen haben die beiden jetzt ihren „Candyshop“ eröffnet. So heißt jedenfalls ihr Tech-House-Album. Candyshop, der Süßwarenladen ... wenn man das wörtlich nimmt, dann klingt das nach sehr viel Zucker, verdorbenem Magen, nach bunten Süßigkeiten und einigermaßen viel Spaß. Read and rave on nach dem Klick ...

Mäuse im Affenstall

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Nein, sie konnten es ja wirklich nicht ahnen, dass sie mal berühmt werden würden. Sonst hätten sich Jan St. Werner und Andi Toma, als sie vor 19 Jahren zusammen kamen, um von da an als Mouse on Mars elektronische Musik zu machen, einen anderen, ernsteren Namen gegeben. Aber das ist ja nun nicht mehr zu ändern. Und vielleicht sogar ganz gut, Mouse on Mars haben nämlich geschafft, woran so viele andere Bands und Produzenten aus dem elektronischen Lager scheitern: Sie gehen nicht nur sehr einfallsreich und experimentell an ihre Musik heran, sondern nehmen sich dabei auch nicht ernster als nötig, ganz so, als würde der Name sie dazu verpflichten. Read and rave on nach dem Klick ...

Schwarzlicht auf Abwegen

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Ein Album, bei dem man erst einmal etwas länger ausholen muss, um es richtig zu würdigen: Black Lights von Diagrams. Hinter Diagrams steckt Sam Genders, ein Musiker, der früher bei der Folktronica-Band „Tunng“ mitwirkte, dann aber ausstieg, weil er nicht so richtig gut mit Menschen klar kommt – sagt er zumindest im Interview. Tunng waren seltsam und gut, auch vor musikalischen Unmöglichkeiten wie auf Kämmen zu blasen schreckte man nicht zurück, immer weiter wurde die Suche nach idealer Verbindung von Folk, Electronica und schrägen Soundexperimenten getrieben. Read and rave on nach dem Klick ...

Vorwärts in die Vergangenheit!

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Plattenkritikzeit hier beim Technoarm! Die Älteren werden sich erinnern an den „second summer of love“. Er kam 20 Jahre nach dem ersten Liebessommer, 20 Jahre nach Hippie und Flower Power und dem ganzen Zeugs. Er hatte mit elektronischer Musik zu tun, mit Drogen und mit dem lieblichen runden Grinsegesicht namens Smiley. Eine Platte von Poker Flat Recordings verbeugt sich noch einmal vor 1988 und der musikalischen Revolution, die damals vor der Tür stand. Read and rave on nach dem Klick ...

Der rosa (Schein-)Riese

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Bei uns ist die englische Band „The Big Pink“ eine unter vielen – unter sehr vielen. In ihrer Heimat kann sie zwar auch nicht auf großartige Chartsplatzierungen zurückschauen, aber eine Zeit lang wurde sie vom britischen Musikmagazin NME so umschwärmt, dass man vermuten musste: Robbie Furze und Milo Cordell, die beiden Bandmitglieder, haben durchaus das Zeug, groß zu werden. Jetzt sind sie The Big Pink mit neuem Album wieder da und haben jede Form von Bescheidenheit abgelegt: Man will auf die großen Festivalbühnen und hat jede Menge Hymnen im Gepäck. Read and rave on nach dem Klick ...

Was ist grün und kifft ohne Ende?

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Umweltschutz hin, Farbe der Hoffnung her: Wenn es im Hip Hop um die Farbe „Grün“ geht, dann kommen zwei ganz andere Dinge in Frage: Geld oder Gras. Im DEUTSCHEN Hip-Hop, wo der grüne Dollar selten Thema ist, bleibt nur das Gras – und zwar das Gras, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Grüner Samt heißt das neue Album des Rappers „Marsimoto“, sein zweites unter diesem Namen, insgesamt sein viertes. Dubbig und elektronisch, schräg und verkifft. Read and rave on nach dem Klick ...

Bloß kein Radiohead für Realschüler!

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Seit 20 Jahren macht Markus Popp unter dem Projektnamen Oval elektronische Musik, er gilt als wichtige Leitfigur, als Pionier von Glitch und Clicks und Cuts. Und das, obwohl er selbst eigentlich gar keine elektronische Musik mag. Es gibt Neues von Oval, ein neues Album - und einen Auftritt im Vorprogramm vom Apparat. Vor allem aber gibt es viel Erklärungsbedarf. Read and rave on nach dem Klick ...

Der beste Track des Jahres?

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Ich hasse, hasse, hasse Jahresrückblicke. Aber weil gerade die neuen Remixe von einem meiner Lieblingstracks herausgekommen sind und weil es schöne Videos zu den Remixen und zur Originalversion gibt. darf jetzt und hier an dieser Stelle ein wenig geschwelgt werden. Schuld bin nicht ich, Schuld hat Dominik Eulberg! Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Dezember 2011

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Neue Platten, jawoll. Etwas für den Deep-House-Fan. Etwas für die geschundene Synthie-Seele. Und etwas (Electro)-Hip-Hop. Da soll noch einer sagen, der Technoarm hätte kein Herz für Musikfreunde jeder Couleur. Und eine Neuerung in dieser monatlichen Musikkolumne: Videos. Bumm Bumm Bumm ist also im Jahr 2011 angekommen. Und das so kurz vor dem Jahreswechsel! Read and rave on nach dem Klick ...

Der Schmied und der Smarte

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Mit „typisch“ können Smith & Smart, die seit zehn Jahren zusammen Musik machen, nicht so viel anfangen: Auf dem Cover von Blutsbrüder – so heißt ihr viertes Werk – inszenieren sie sich als eine Mischung aus Piraten-Darsteller und italienischem Cantoautore mit Hut und Schal. Musikalisch kommen auf „Blutsbrüder“ Rap und Atmosphäre, Rave-Momente und noch einiges mehr zusammen. Man macht Musik ... fernab vom Hype. Read and rave on nach dem Klick ...

Stolzer Besitzer einer Roland 808

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Na bitte, da ist sie endlich, meine Roland 808, die coolste Rhythmus-Maschine aller Zeiten. Ob es mich stört, dass sie nur 5cm mal 2 cm groß ist? Ein bisschen schon, ich hätte gerne eine richtige. Aber jeder fängt mal klein. Übrigens, wer auch gerne diesen USB-Stick in TR-808-Form haben möchte: Ich glaube nicht, dass es noch welche gibt. Aber wenn, dann hier. Read and rave on nach dem Klick ...

Schlag mich, spank me!

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Anfang, Mitte der 90er konnte man ihm nur schwer entkommen: Dem so genannten Eurodance, in die Charts gebracht von Bands wie 2 Unlimited, Culture Beat oder Snap. Eigentlich hätte diese Musik bis in alle Ewigkeit in die Gruft gesperrt werden müssen. Doch seit einiger Zeit ist eine ähnliche Mischung aus Rap, Pop und elektronischen Beats wieder da. Mal schlechter – siehe David Guetta – mal richtig gut, so wie bei Spank Rock. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Oktober 2011

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Was wäre Berlin ohne seine Neueinwohner? Ganz bestimmt nicht die Techno-Hauptstadt des 21. Jahrhunderts. Ist sie nämlich, auch wenn Techno im 21. Jahrhundert sehr viel mehr ist als „Bumm Bumm Bumm“. Eigentlich müsste ich mir also eine neue Überschrift für diese Rubrik hier überlegen. Aber „never change a running system“ rauscht es mir da durch den Kopf, während mir ebenfalls ganz oben signalisiert wird, dass ich abschweife. Abschweifen aber will ich nicht. Sondern nur kurz mitteilen: Bei „Bumm Bumm Bumm Oktober 2011“ begegnet uns eine Frau, die mal ein Mann gewesen sein könnte - siehe Foto! - , ein Feld, das einmal ein Axel war. Und ein Roboter, der eigentlich ein Roberter ist. Read and rave on nach dem Klick ...

Ein Affe kommt selten allein

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Sehr sehr ordentlich sieht es aus, das Studio von Modeselektor. Die Drum-Machines und Synthesizer sicher auf ihren Regalbrettern verstaut, die Kabel nach Farben sortiert. Die Spuren des Kampfes, der hier, im 12. Stock des ehemaligen „Haus des Reisens“ am Alexanderplatz, stattgefunden hat, sind beseitigt. Monatelang währte dieser Kampf zwischen der Musik auf der einen Seite und Gernot Bronsert und Sebastian Szary auf der anderen. Gewonnen haben am Ende die beiden Berliner. Nicht „Stadtaffe“ wie noch bei Peter Fox, sondern Affenstadt,„Monkeytown“, heißt ihr drittes Album. Read and rave on nach dem Klick ...

Ein Apparat geht zum Teufel

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Ob schon mal jemand all die DJs und Produzenten elektronischer Musik gezählt hat, die mittlerweile in Berlin leben? Es müssen hunderte sein, manche besser, manche schlechter, aber nur einige von ihnen werden außerhalb der Clubszene wahrgenommen. Sascha Ring, besser bekannt als „Apparat“, ist einer von denen, die herausragen. Der 33-jährige hat die letzten zehn Jahre an seiner Art von elektronischer Musik gebastelt und zwar so konsequent und konzentriert, dass sein Name meist mit einer Art ehrfürchtigem Staunen ausgesprochen wird ...
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Latin Beats zwischen gestern und morgen

Die große Revolution mag weiter auf sich warten lassen, aber es tut sich etwas in Sachen Musik – und zwar in dem Bereich, den man mangels besserer Begriffe als „Weltmusik“ abbürstet. Das Label „Putumayo“ widmet sich mit seiner neue Compilation dem immer weiter auffächernden Latin-Sound. Read and rave on nach dem Klick ...

Trockenes Land, Blutgruppe 0

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Gerade mal 320-tausend Menschen leben auf Island – so viel – oder so wenig - wie in Bonn. Aber wann hat man das letzte Mal von einer aufregenden Band aus Bonn gehört? Aus Island scheinen sie dagegen im Wochentakt zu kommen. So wie Bloodgroup. „Dry Land“ heißt ihr neues Album. Feiner Electropop. Ach, was sag ich: Feinster Electropop. Und mehr! Read and rave on nach dem Klick ...

Wie gut sind CSS und ihr "La Liberacion"?

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Keine Lust mehr, sexy zu sein - „cansei de ser sexy“ heißt das in Brasilien. Ein schöner Bandname, aber vielleicht ein wenig kompliziert für den Rest der Welt, dachte sich die brasilianische Band CSS und kürzte einfach ab. Das war vor acht Jahren. Jetzt ist man bei Album Nummer Drei angelangt. Das Cover verspricht befreiendes Gewusel. Und die Musik? Read and rave on nach dem Klick ...

Rhythm Monks - mehr Schein als Sein

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Ich stehe auf Mönchskutten. Ich stehe auf Musiker hinter Masken. Ich stehe auf futuristische Lichtorgien. Ich stehe auf elektronische Musik. Ich stehe auf düstere Atmosphäre. Ich stehe auf Bass. Und auch wenn all das sich bei einem Konzert der Rhythm Monks vereint, stehe ich nur halb auf die Rhythm Monks. Irgendwas fehlt, schoss es mir während ihres Auftritts in Berlin durch den Kopf. Read and rave on nach dem Klick ...

Oh Land! Oh Leute!

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Von der rebellischen Ballerina zur Electropop-Prinzessin - nicht gerade der typische Weg, den die Dänin Nanna Oland Fabricius da eingeschlagen hat. Aber manchmal kann man es sich eben nicht aussuchen. Schon gar nicht, wenn eine schwere Rückenverletzung das Tanzen unmöglich macht. Oh Land nennt sich die Musikerin, und Oh Land heißt auch ihr gerade bei uns erschienenes zweites Album. Read and rave on nach dem Klick ...

Jay-Z und Kanye West: Watch The Throne! Review, wirklich!

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Ausnahmezustand in der Hip-Hop-Welt: Nach monatelangem Warten ist heute das gemeinsame Album von Jay Z und Kanye West veröffentlicht worden – zunächst einmal digital. Watch The Throne heißt das Werk der beiden Rap-Schwergewichte. Was ist so besonders an dieser Platte? Für mich zunächst einmal, dass sie überhaupt fertig geworden ist und veröffentlicht werden kann.

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Alles wahr, oder, liebe Junior Boys?

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Wenn man im Gespräch von seinem Gegenüber ein „ganz ehrlich“ hört, dann sollte man aufpassen. Es könnte nämlich gut sein, dass er genau damit eine Lüge vorbereitet. Oder zwei. Oder gleich eine ganze Handvoll. Lügenboldhausen! „It’s all true“ hat das kanadische Electropop-Duo Junior Boys sein neues Album genannt. Alles ist wahr. Wirklich? Read and rave on nach dem Klick ...

Should - Feuer ohne Geräusch

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Die US-Band „Should“ gibt dem Begriff „intelligente Popmusik“ eine völlig neue Bedeutung - hauptberuflich arbeiten die beiden verbliebenen Mitglieder nämlich an der Uni – als Professoren. Und der dritte im Bunde, der diesmal nicht dabei sein kann, ist, ist politischer Kommentator. Können Professoren rocken? Nein, eigentlich nicht – aber wunderschön spielen und singen, das geht natürlich schon, wie man auf dem neuen Album von „Should“ hören kann. Read and rave on nach dem Klick ...

Ada geht auf zarten Pfoten

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„Meine zarten Pfoten“ – wer unter diesem Titel ein Album veröffentlicht, dem kann man zumindest eines nicht vorwerfen: Übermäßigen Ehrgeiz. Und es gibt noch mehr Hinweise darauf, dass Michaela Dippel alias ADA es nicht so ernst meint mit ihrer Karriere. Zum Beispiel, dass sie sieben Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Album verstreichen lässt. Und einen ihrer besten Songs als „Hidden Track“ ganz am Ende der Platte versteckt. Read and rave on nach dem Klick ...

Das ist kein Mixtape! Oder doch?

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Schon mal ein Mixtape für die Freundin oder den Freund aufgenommen? Eine Kassette mit Lieblingsliedern, sorgfältig ausgesucht, vielleicht sogar ein kleines selbst gemachtes Cover dazu gebastelt? Dann wissen wir ja schon mal, um welche Mixtapes es hier in den folgenden Zeilen NICHT gehen wird. Wir wollen uns mit den Mixtapes besprechen, die seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle in der amerikanischen Hip-Hop-Kultur einnehmen. Anlass ist das jetzt als CD veröffentliche Debütalbum des New Orleanser Rappers Curren$y namens „This Aint No Mixtape“. Read and rave on nach dem Klick ...

Little Dragon und ihre "Ritual Union"

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Little Dragon – kleiner Drachen – so ist der Spitzname der schwedischen Sängerin Yukimi Nagano – sie soll nicht ganz einfach sein, wenn sie sich über irgendetwas aufregt. Little Dragon heißt deshalb auch ihre Band, die gerade ihre neue Platte herausgebracht hat. Und, yeah!, was ist es schön geworden - sieht ganz danach aus, als hätten die vier kleinen schwedischen Drachen ein Album gemacht, auf das sich zur Zeit alle einigen können. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Juli 2011

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Drei Mal Musik, die auf ihre Art etwas mit Berlin zu tun hat, hier bei Bumm Bumm Bumm: Lee Curtiss mixt die neue Watergate-CD, Trickski haben ein schönes, deepes Album gemacht. Und dann gibt es ja auch noch die psychedelischen Electro-Hippies um DJ Lotti und Raz Ohara, die sich „The Sorry Entertainers“ nennen. Wenn ich daraus einen Trend ableiten müsste, dann vielleicht den: Laut und wuchtig und sehr offensichtlich war im Juni, jetzt, im Juli, geht es subtiler, langsamer und verspielter zu. Aber ich muss ja zum Glück keinen Trend ableiten! Read and rave on nach dem Klick ...

Pack den Donk in die Box!

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Techno – gibt’s das eigentlich noch? Was für eine Otto-Frage, denkt sich der Technoarm. Müsste doch jeder wissen, dass es ihn noch gibt. Auch wenn er manchmal anders heißt: Electro, House, Dance. Minimal, Trance. Und das sind nur die groben Genrebezeichnungen. Der Musikwissenschaftler nennt es „Aufsplitterung in immer kleinere Mikrogenres.“ Man könnte auch sagen: die Club-Musikszene wird immer unübersichtlicher. Ein Beispiel: Donk.. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff, der mir neulich das erste Mal über den Weg lief?. Ein neues Genre? Eine Ulk-Geschichte? Schnee von gestern? Eins steht fest: nicht alle Wege führen zum Donk. Read and rave on nach dem Klick ...

Global Ghetto Tech - die "Weltmusik 2.0"

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Wenn der chinesische Arbeiter im Auftrag weltweit agierender Firmen mit in Deutschland entworfenen Maschinen Dinge für den amerikanischen Markt herstellt – dann ist das Ausdruck der Globalisierung. Globalisierung kann aber auch bedeuten, dass der brasilianische Musiker aus internationalem Pop, portugiesischem Rap, afrikanischen Rhythmen und einem Techno-Beat Musik macht, die dann in einem Club in London läuft. Dieser „positiven kulturellen Globalisierung“, dieser „globalen Dancemusic“ hat sich in Berlin das Festival „Radical Riddims – Global Ghetto Tech“ gewidmet. Yeah! Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Juni 2011

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Von Baile Funk über Hip Hop zu Electro geht sie hier, die musikalische Spur in der neuen Bumm-Bumm-Bumm-Kolumne, die sich im Berliner Tagesspiegel auch als „Spreelectro“ finden lässt. Mit dabei ist Deutschlands Techno-Star-Nummer-Eins, Paul Kalkbrenner. Berlins Baile-Funkeiro-Nummer-Eins, Daniel Haaksman. Und die Dauergäste im Hip-Hop-Provokanten-Stadl, K.I.Z. Große Namen, große Musik, viele Worte. Read and rave on nach dem Klick ...

Nhoah und das Werk

11900 und ein paar Zerquetschte, so viele Kilometer liegen zwischen Berlin und Buenos Aires. Luftlinie, wohlgemerkt, so richtig nah ist das auch im Vielflieger-Zeitalter nicht. Nhoah Hoena-Jansen weiß das, die letzten fünf Jahre pendelte er zwischen seiner Heimat-und der argentinischen Hauptstadt hin und her. Schuld daran: Nicht der Bossa Nova, sondern der Tango. Eigentlich fungiert der Musiker nur unter seinem Vornamen, gerade hat er seine erste eigene Platte veröffentlicht, „Tangowerk by Nhoah“ heißt sie, 14 Songs, in denen die elektronische mit der Tangomusik vermählt werden soll. Ganz anders, als es zum Beispiel die Electro-Tango-Pioniere Gotan Project vorgemacht haben. Schneller, wilder, dramatischer, pathetischer. Read and rave on nach dem Klick ...

Wiz Khalifa rollt das Papier

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Die Hose auf halb acht, wenn nicht sogar auf halb neun, Tätowierungen bis zum Kinn, auf dem Kopf eine Kappe mit dem Emblem der Pittsburgh Steelers – es ist nicht besonders schwer, Wiz Khalifa als Hip-Hopper zu identifizieren. Der bei uns noch ziemlich unbekannte Rapper hat jetzt sein drittes Studioalbum veröffentlicht – Rolling Papers heißt es. Und, ja, Rolling Papers hat mehr als nur ein bisschen mit Drogen zu tun. Natürlich geht es um solche, die man rauchen kann. Und das springt einem ja schon von dem hier abgebildeten Album-Cover-Foto an.
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Urlaubsgrüße von Metronomy

Der Besucher wähnt sich zunächst im falschen Film: Palmen, kristallklares Wasser, Sandstrände – und das alles in einem Land, das für sein schlechtes Wetter berüchtigt ist: in England! Genauer gesagt: Ganz unten, an der Südküste, in einer Gegend, die ihr fast schon mediterranes Klima dem warmen Golfstrom verdankt. Spitzname: „The English Riviera“. Und genauso hat die britische Electropop-Gruppe Metronomy auch ihr drittes Album genannt. Read and rave on nach dem Klick ...

Und noch einmal: James Blake

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James Blake ist live zu dritt und genauso gut wie auf Platte“, schrieb ich hier vor wenigen Wochen, nachdem ich ein Konzert des Meisters in Austin, Texas miterlebte. Seitdem ist er auch in Deutschland rumgetourt und jeder, der etwas dazu zu sagen hat (und etliche, die eigentlich nichts dazu zu sagen haben), hat sich mittlerweile mit seinem Album beschäftigt und es meistens gelobt. Und jetzt kommt noch ein Lob dazu, auch noch einmal von mir, denn der Preis der Deutschen Schallplattenkritik im Bereich Pop und Rock, wo ich Jury-Mitglied bin, geht an James Blake und sein nicht betiteltes Debütalbum. Read and rave on nach dem Klick ...

Beastie Boys Back Again

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Ein neues Beastie-Boys-Album steht an. Aber ist es gut oder schlecht? In den etlichen Posts vor dem eigentlichen Erscheinungstag gab es so gut wie keine musikalischen Urteile. Was daran lag, dass kaum jemand dieses Album schon gehört hatte. Doch dann, als es endlich kam, ging sie los, die Beastie-Boys-Maschine. Vermutlich alles ältere Musikliebhaber, die sich an ihre BB-Zeiten irgendwann in den 80ern und 90ern erinnerten. So wie ich. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm April 2011

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Wie kann das nur sein, dass einen sowohl im Sommer als auch im Herbst und im Winter die Frühjahrsmüdigkeit befällt, aber nicht im Frühjahr? Vermutlich bin ich doch eher Bär als Mensch, deshalb wache ich jetzt nach langem Winterschlaf auf. Das habe ich gemeinsam mit anderen - und aus diesem zufälligen Zusammentreffen ist die neue Bumm-Bumm-Bumm-Kolumne entstanden. Mit dabei: Siriusmo, das alte Soundgenie, Kaval, die Meister des Bösen. Und Tom Thiel, König des Eigenen. Gute Musik, gute Worte, gutes Frühjahr! Bitte selber lesen. Read and rave on nach dem Klick ...

Und wer wird der nächste Eminem?

Seit im Jahr 1999 Eminem die Rap-Bühne betrat und unzählige von Platten verkaufen konnte, ist sie im Gange: Die Suche der US-Plattenfirmen nach dem nächsten großen weißen HipHopper, der nächsten großen weißen Hoffnung, mit der Kasse zu machen ist. Bislang suchte man vergeblich – doch jetzt gerade gibt es mehr Rapper, die das Zeug zum nächsten weißen Hype haben, als je zuvor in der Hip-Hop-Geschichte. Und um die soll es jetzt gehen. Read and rave on nach dem Klick ...

Braids - Muttersprachler in Trance

Schau mal einer an: Der Technoarm meldet sich zurück! Offensichtlich ist das Technoarm-Mastermind wieder aus seinem Winterschlaf erwacht. Und hat etwas mitgebracht: Native Speaker - Muttersprachler - heißt das Debütalbum der kanadischen Band „Braids“. Musik, die einen trotz ihrer poppigen Elemente nicht direkt anspringt, sondern subtil den Weg ins Ohr sucht. Irgendwie elektronisch, ohne richtig elektronisch zu sein. Hier tut sich was, selbst wenn sich nichts tut.
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SXSW in Austin, Tag Vier und Ende.

So. Das war’s jetzt. Die SXSW 2011 ist vorbei. Und damit haben wir ein Vierteljahrhundert Music Festival in Austin, Texas hinter uns. „Wir“ ist gut, natürlich. Denn ich war ja erst zum zweiten Mal dabei. Am letzten Tag standen noch einmal eine ganze Reihe Diskussionen auf dem Programm. Über Schallplatten. Über TSOP (The Sound of Philadelphia). Über Blind Willie Johnson. Über die Zukunft der DJ-Technik. Und dann natürlich noch mal Konzerte. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW in Austin, Tag Drei.

Erst eins, dann zwei, jetzt drei. Drei Tage Austin, drei Tage SXSW, drei Tage Musik, Musik, Musik. Wobei ... heute ist gar nicht so viel Musikalisches passiert! Jedenfalls für mich nicht. Aber für all die anderen, die sich hier so rumtreiben, und das sind, neben etwa 2000 Bands, ein paar zehntausende Menschen, die irgendwas anderes mit Musik zu tun haben, als in einer Band zu spielen. Manche von ihnen sind sehr dick. Und diese Dicken laufen dann, wenn sie aus Texas kommen, mit riesigen, aber trotzdem zu engen Jeans herum, watscheln mit ihren Cowboystiefeln durch die Gegend und erfreuen alle anderen mit ihren Cowboyhüten. Read and rave on nach dem Klick ...

Polyhymnia Festival mit Kraut

Nachdenklich und seriös, so stellte sich die alten Griechen Polyhymnia vor, die Muse für Dichtung und Tanz. Kein schlechtes Vorbild, kein schlechter Name für ein Festival, das ein echtes Anliegen hat, so wie Polyhmymnia 2011.„Prog & Kraut to Rock the Crowd“ heißt es im Untertitel, man widmet sich Musik, die Mitte, Ende der 60er erfunden und in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde, dem Progressive und dem Krautrock. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW in Austin, Tag Zwei

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Schönes Wetter und Hip-Hop-Tag in Austin, wenn man so will. Zumindest für mich. Es ging, zumindest auf dem Papier, um die Frage, ob man als Rapper in Würde altern kann. Und um den aus meiner Sicht extrem hellen Rapper Chamillionaire. Ich wusste nicht viel über ihn, nicht mal, wie man seinen Namen ausspricht. Jetzt bin ich schlauer. Und am Abend dann auch ein Riesenkonzert mit DEN Gitarrenchefs, den Strokes. Sehr schön. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW in Austin, Tag Eins

Wie schrieb ich vor genau einem Jahr? Bands ohne Ende. Karnevalsstimmung auf der Kneipenmeile. Wenig Schlaf. Viel Tex-Mex-Food. Businesshotels, die zu Clubs werden. Super-Konzerte vor fünf Zuschauern. „Wo bist Du?“ Und wo bin eigentlich ich? Ein paar Momentaufnahmen von der SXSW. Vier Buchstaben, hinter denen sich ein riesiges, und eines der wichtigsten Musikfestivals plus Messe plus Konferenz verbirgt : South By Southwest Music in Austin, Texas. Nicht zu verwechseln mit der SXSW Interactive und SXSW Film, die nämlich sind gerade zu Ende gegangen. Jetzt heißt es: South By Southwest. Und was ist am ersten Tag passiert? Das hier: Read and rave on nach dem Klick ...

Überschrift? Lykke Li reicht!

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Die Eltern ein Hippie-Pärchen. Musikalisch sozialisiert mit Madonna. Aufgewachsen in Schweden, Portugal, Indien und New York. Und dann auch noch gut aussehen! Was soll aus so einem Mädchen werden? Bleibt eigentlich nur eins: Ein Star! Ein richtiger, richtiger Star. Die schwedische Sängerin Lykke Li jedenfalls hat das Ziel deutlich vor Augen. Jetzt hat sie ihr zweites Album veröffentlicht. Und irgendwie hat sich was getan in den letzten drei Jahren. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Februar 2011

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Auch nicht oft: Ein kurzes Vorwort zu einem Blog-Eintrag. Ist aber nötig. Denn auch wenn ich hier gleich mal ganz kurz über Ostrock schreibe, geht es um Techno, Techno, Techno. Und House. Versprochen.
Also: Es gibt einen Song der Ostrock-Band „Die Puhdys“, der heißt die Rockerrente (ich dachte früher mal, er hieße die Rocker-Ente, aber das ist jetzt vielleicht nicht so wichtig). Und auch wenn die darin singen, dass sie keine Lust haben, in die Rente zu gehen, stellt sich für Musiker natürlich schon die Frage, wie lange man das, was man da macht, eigentlich machen kann. Von den gleich besprochenen drei neuen Alben haben zwei mit diesem Problem zu kämpfen, das der Märtini Brös und die „Werkschau“ des Bpitch Control Labels. Steffi dagegen hat das Problem nicht. Deshalb darf sie auch hier auf dem Foto sein! Read and rave on nach dem Klick ...

Brit Awards 2011: Jetzt geht's rückwärts

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Es ist die Woche der Musikpreise: Erst wurden am Sonntag in Los Angeles die begehrten Grammys vergeben, gestern das englische Gegenstück, die „Brit Awards“, kurz „Brits“ genannt. Gab es dort, in London, so etwas wie den Gewinner des Abends? Ja, den gab es: Tinie Tempah, der britische Rapper mit nigerianischen Wurzeln, er erhielt gestern zwei Preise, in der Kategorie British Breakthrough Act und British Single. Bekommen hat er diesen letzten Preis für seinen Song „Pass Out“ – genaugenommen eine Art Lobgesang auf das Komatrinken, der Refrain geht in etwa so: Wir besaufen uns, bis wir am Boden liegen. Read and rave on nach dem Klick ...

80er, 80er, 80er ...

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Sie gelten als eine Periode des schlechten Geschmacks: Die 80er. Aber so richtig kann das nicht stimmen. Denn das Revival der 80er, das Abfeiern dieses Jahrzehnts, dauert nun schon länger als die 80er selbst. Und es sieht auch nicht so aus, als wäre damit demnächst Schluss. Ein Beweis: Die vom DJ-Duo Blank & Jones zusammengestellte Reihe „So80s“, die nur mit Original-Songs arbeitet und dabei verblüffend erfolgreich ist. Read and rave on nach dem Klick ...

Young Galaxy - jetzt im Paralleluniversum

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Das Albumcover ist natürlich schon ein echter Hingucker: Eine junge Frau, die irgendwie leblos auf den Meeresgrund sinkt, um die man aber trotzdem keine Angst hat. Auch wenn das auf den ersten Blick so gar nichts mit dem neuen Album der kanadischen Band Young Galaxy zu tun hat: Die Stimmung, die das Foto verströmt, kann man auch auf „Shapeshifting“ spüren. Schuld daran ist ein Produzent, der an seinen Knöpfen in einem Studio im schwedischen Göteborg drehte und Young Galaxy nicht ein einziges Mal persönlich traf. Wozu auch? Read and rave on nach dem Klick ...

Eine Herkulesaufgabe, eine Liebesangelegenheit

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Fast drei Jahre ist es her, da tauchten Hercules & Love Affair auf einmal auf der internationalen Bühne auf und gelangten mit ihrer von Disco infizierten Tanzmusik auf der halben Welt in die Hitparaden und in die Jahresbestenlisten der Kritiker. Jetzt sind sie wieder da, runderneuert, mit vielen neuen Gastsängern und einem neuen Album: Blue Songs. Blue Songs, damit meinen wir Muttersprachler melancholische, traurige, sentimentale Lieder. Aber Hercules & Love Affair nicht. Nicht nur jedenfalls. Read and rave on nach dem Klick ...

Besser Talib als Taliban

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Was tut sich im Hip Hop, was tut sich in der Rap-Musik, die sich Ende der 70er Jahre von New York aus aufmachte, die Welt zu erobern? Man hat das Gefühl: Nicht mehr allzu viel. Jedenfalls nicht allzu viel Neues – das Genre steht nicht still, aber bewegt sich im Tempo eines alten Mannes. Aber natürlich gibt es nach wie vor neue Hip-Hop-Alben, die einen begeistern können. So wie das neue von Talib Kweli, der aus der Geburtstadt des Hip Hop kommt. „Kweli“ bedeutet „Wahrheit“. Und „Talib“ Schüler - genauso wie „Taliban“. Das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Read and rave on nach dem Klick ...

Post-Dubstep trifft Neo-Kraut

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Man kann nicht wirklich sagen, dass Berlin mit Musik unterversorgt wäre: An geschätzten 365 Tagen im Jahr treten Bands und Musiker auf, bekannte und unbekannte, ordinäre und abgedrehte, gute und schlechte. Ein riesiges, nicht endendes Festival, wenn man so will, so vielschichtig wie unübersichtlich. Für den CTM, den "club transmediale", der sich selbst als "Berlins schönstes Popfestival" sieht und der parallel zur Transmediale stattfindet, heißt das: Man muss sich auf eine ganz bestimmte Art von Musik konzentrieren, selektiv und stilsicher. Read and rave on nach dem Klick ...

Macht Musik schlau?

Trommeln - ein Sport für Schlaue oder Dumme?
Eine Frage, über die sich nicht nur die Wissenschaft seit hunderten von Jahren den Kopf zerbricht. Macht Musik schlau? Nun, sie kann zumindest dabei helfen, ein wenig klüger zu werden. Klassische Musik zum Beispiel soll einen bestimmten Effekt haben: Zehn Minuten fröhliche Melodien eines gewissen Salzburger Musikgenies erhöhen angeblich unsere Leistungsbereitschaft. Mozart-Effekt nennt das die Wissenschaft. Und das hat nichts mit Mozartkugeln zu tun. Aber auch ein bisschen mit Techno! Read and rave on nach dem Klick ...

Daft Punk holen die Zukunft nach Hause

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Zwanzig sind sie noch nicht. Aber fast: 1993 gründeten die beiden Franzosen Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo ihre Band „Daft Punk“. Jetzt gibt es ein neues Album von Daft Punk – allerdings kein ganz normales, weshalb die Reaktionen darauf auch sehr unterschiedlich ausfallen. Könnte man also ruhig ein bisschen ausführlicher drüber schreiben. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Januar 2011

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Na endlich: Die Winterpause ist vorbei, es wird wieder rezensiert im Technoarm-Land! Auch wenn die drei Alben schon ein paar Wochen alt sind, sind sie trotzdem gut und toll und großartig und vor allem hörenswert. Wer lieber erst einmal lesen möchte, was Dave DK, das Berghain und die G.I. Disco so zu etwas besonderem macht, der ist hier an der richtigen Stelle. Read and rave on nach dem Klick ...

Musik, die nicht egal ist ...

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Ein paar Jahre ist es her, fünf oder sechs, vielleicht auch sieben, da galt Weilheim in Oberbayern als Sehnsuchtsort der ernsthaften deutschen Popmusik. Bands wie The Notwist, Ms. John Soda, Lali Puna, The Tied & Tickled Trio machten das Städtchen weit über Deutschland hinaus bekannt - eine unübersichtliche Szene, in der einzelnen Musiker mal hier, mal dort spielten. Eine der zentralen Figuren in Weilheim: Martin Gretschmann. Unter seinem Pseudonym „Console“ hat er jetzt ein weiteres Album veröffentlicht: Herself! Read and rave on nach dem Klick ...

Ausgefuchst, Herr Kitsuné

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Kitsune – das japanische Wort für Fuchs ! Und der Name eines französischen Plattenlabels, das nicht nur wegen seiner angegliederten Mode-Linie weit vorne dabei ist, wenn es um Stilfragen musikalischer Art geht. Kitsune hat gerade die zehnte Ausgabe seiner Reihe « Maison Compilation herausgebracht. Im Untertitel heißt dieses Doppelalbum « The Firework Issue », die Feuerwerks-Edition und das hat gar nicht so viel mit dem anstehenden Jahreswechsel zu tun, sondern mit der Art und Weise, wie Kitsune Musik abfeiert. Read and rave on nach dem Klick ...

Hexen, Zombies, Sirup und Salem

Bei uns in Deutschland ist es, soweit ich weiß, (noch?) nicht sonderlich üblich, Hustensaft als high machende Droge zu benutzen. In den USA, vor allem in den Südstaaten und da vor allem in der Hip-Hop-Szene, ist man da, je nach Sichtweise, ein Stück weiter oder auch ein Stück zurück: Purple Drank, Sizzurp, Syrup, Purple Jelly, Texas Tea sind nur ein paar der Spitznamen für das Mix-Gesöff aus Hustensaft, Limonade und Bonbons, das angeblich schon in den 60ern zusammengemixt wurde. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm November 2010

Musik von Lichtgestalten
Was haben Schwefelgelb, Fritz Kalkbrenner und Sascha Ring alias der Apparat gemeinsam? Klar, sie alle machen Musik, aber ganz unterschiedliche. Der Name kann es nicht sein, beim Wohnort kommen wir der Sache näher, aber noch nicht ganz nah. Sondern: Alle drei haben neue Platten veröffentlicht. Experimentell, krachend, gefühlvoll. Und alle drei haben noch etwas gemeinsam: Sie alle - Bumm Bumm Bumm heißt es schließlich - bespricht hier und jetzt der Technoarm. Read and rave on nach dem Klick ...

Nicht Techno, sondern Jacko

Vielleicht Michael, sicher nicht MJ
Die Plattenfirma hatte vorher schon ordentlich getrommelt, seit ein paar Tagen, seit dem 8. November, ist er, ganz offiziell und umsonst, über das Netz zu hören: „Breaking News“, der neue, bisher unveröffentlichte Song Michael Jacksons. Es erinnert an die besseren Zeiten des „King of Pop“, dieses eingängige Lied voller typischer MJ-Markenzeichen, der hohe Gesang, sein sich wiederholendes „Hihi“. Ein bisschen ist es wie „Bad“, ein bisschen wie „Black or White“, ein bisschen wie „Leave Me Alone“, aber irgendwie auch ein bisschen altbacken, so, als hätten die Backstreet Boys und Michael Jackson gemeinsam einen Song gemacht. Read and rave on nach dem Klick ...

Tot, aber gut

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In letzter Zeit schwirrt mir immer wieder dieser Satz von Frank Zappa durch den Kopf, der mit „über Musik reden ist wie zu Architektur tanzen“. Für mich gilt er allerdings gar nicht – ich rede gerne über Musik, ich höre gerne, wie andere über Musik reden, und am allerliebsten lese ich über Musik, am besten, während die Musik, um die es geht, einem aus guter Anlage entgegenschallt. Im Briefkasten lag jetzt „Detroit Techno – Transfer of the Soul through the Machine“. Fein! Eine wissenschaftliche Arbeit über elektronische Musik! Read and rave on nach dem Klick ...

Der nicht allzu heimliche Ninja-Angriff

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Was haben das wiedervereinigte Deutschland und das englische Plattenlabel Ninja Tune gemeinsam? Sie beide sind 20 Jahre alt. Aber 20 Jahre als Staat zu überleben und 20 Jahre in der Popindustrie, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Obwohl es ja auch schon tausendjährige Reiche gegeben hat, die nach 12 Jahren den Geist aufgegeben haben (na gut, der fehlte schon von Anfang an, aber ihr wisst schon, was ich meine!). Gegründet wurde Ninja Tune von Matt Black und Jonathan More alias Coldcut. Was sie sich wohl dabei gedacht haben? Read and rave on nach dem Klick ...

Dubstep: 0, Electrop: 1

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Wir sind wie Stadtfüchse, behauptet der Dubstep-Produzent Skream, der gerade mit seinen Kollegen Benga und Artwork unter dem Pseudonym Magnetic Man ein Album veröffentlicht hat: „Solange wir uns dort aufhalten, wo wir groß geworden sind, verlieren wir nicht die Bodenhaftung.“ Oder so ähnlich. Deshalb halten sich die drei auch gerne in Croydon auf, ihrem Londoner Heimatbezirk. Was das alles mit Dubstep zu tun hat? Wer weiß das schon? Read and rave on nach dem Klick ...

Die ersten Tage im Tresor: Techno in Trümmern

Auflegen im Tresor
Fast 20 Jahre ist er alt - der Berliner Club Tresor. Wobei das nicht so ganz stimmt: Schließlich ist der jetzige gar nicht der alte Tresor. Dann halt so: Vor fast 20 Jahre wurde er gegründet: Der Techno-Club Tresor in der Leipziger Str. 126a in Berlin Mitte. Ich will hier nicht über „Raver“ und „Technojünger“ schreiben. Sondern darüber, wie Gründer Dimitri Hegemann ihn damals, kurz nachdem die Mauer aufgemacht wurde, fand. Gar nicht so leicht fiel ihm das, ihm, der sich vorher vor allem im Westteil der Stadt herumgetrieben und auch dort gute Musik unter uns gebracht hatte. Read and rave on nach dem Klick ...

Walkner moestlt Moestl, Moestl walknert Walkner

Foto: Albumcover
Klingt wie ein Widerspruch in sich selbst: Ein Debütalbum, das gleichzeitig ein Comeback darstellt. Geht im Fall der beiden Österreicher Uwe Walkner und Karl Moestl trotzdem. Walkner.Moestl standen einst für den „Sound of Vienna“ im Sinne von Kruder & Dorfmeister. Hatten aber nie ein Album draußen. Das kommt erst jetzt. Und noch ein Widerspruch: Es klingt nach früher und es klingt nach heute. Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm Oktober 2010

Schluss, aus, vorbei - der Sommer und die Bar 25 am Berliner Spreeufer gehören der Vergangenheit an. Wiedersehen? Möglich, aber nicht hundertprozentig sicher (das gilt natürlich mehr für die Bar als für den Sommer, aber wer weiß schon, was das Wetter so bringt). Jedenfalls haben sowohl Dirty Doering als auch der Housemeister Platten gemacht, die den Sommer bzw. die Bar feiern - und der neue Sampler von Pokerflat wird natürlich auch besprochen. Read and rave on nach dem Klick ...

Oh nein, nicht die auch noch ...

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Ich weiß, ich weiß, es gibt ja diese Übereinkunft, dass man über Geschmack nicht streitet. Aber manchmal ist das, was einem im Leben begegnet, so furchtbar, dass man sofort mit dem Streiten anfangen muss. Wer zum Beispiel hat einst das Musical erfunden? Gehört der nicht noch im Nachhinein erschossen? Bzw. sollte er für diese Idee nicht auf ewig in der Hölle schmoren? Vielleicht tut er das sogar, auch wenn ich mir sicher bin, dass es die Hölle nicht gibt. Außer vielleicht für Musicalerfinder. Und für Frauen wie Anna Maria Kaufmann, die neben Opern und Operetten auch Musicals „ihren Stempel aufdrückt“. Und außerdem nicht besonders schöne Sachen im Interview sagt. Zu Techno ... Read and rave on nach dem Klick ...

James allein auf der Bühne ...

Fotografiert von Martin Böttcher
Mir kommt das ja extrem masochistisch vor, was der englische Musiker James Yuill auf der Bühne treibt: Ganz alleine versucht er, das Publikum zu unterhalten. Aber er hat seinen Spaß daran, hatte er zumindest, als ich ihn jetzt im Comet in Berlin live erlebt hat. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es James Yuill einfach drauf hat, wie man auch alleine eine extrem kurzweilige Bühnenshow abliefert.
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Ein Sturm in der Juke Box

Ehrlich gesagt ist es immer ein wenig gefährlich, über Sachen zu schreiben, von denen man keine Ahnung hat. Aber manchmal macht gerade das Spaß. „Juking“ und die „Juke Music“ gehören defintiv zu den Sachen, von denen ich gar keine Ahung habe, aber es gab in den letzten Tagen in verschiedenen Zeitungen (hier und hier) Artikel zu diesem (modernen) Tanzstil aus Chicago. Und weil Chicago in Sachen elektronischer Tanzmusik nicht gerade unwichtig war, lohnt es sich vielleicht, sich das ganze näher anzusehen. Read and rave on nach dem Klick ...

Traumpoppen

Fotografiert von : : Kasper, Flickr, CC
Synthie-Alarm. Na ja, Dreampopalarm. 7 Jahre ist es her, als sich in New York vier Musiker zusammentaten, um "Blonde Redhead" zu gründen. Schnell waren es nur noch drei - jetzt hat das Trio ein neues Album herausgebracht: “Penny Sparkle” - so sanft und zurückhalten, so träumerisch hat man Blonde Redhead noch nicht erlebt, bilde ich mir ein. Read and rave on nach dem Klick ...

Wenn der Sonnenschein das Hirn verbrutzelt

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Bei mir läuft Radio Sunshine Live. Und zwar jetzt schon seit zwei Tagen. Nur wenn ich schlafe, dann läuft der Sender aus dem Süden nicht bei mir. Heißt das, dass ich ein großer Fan bin? Nein, heißt es nicht. Aber ich dachte, nachdem Musikmanager Tim Renner und Paul van Dyk angedroht haben, sich in in Berlin gemeinsam mit Sunshine Live eine Radiofrequenz zu holen, muss man sich das dann vielleicht mal genauer anhören? Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm September 2010

Foto: Bpitch Promo
Und hier sind sie, die drei neuen Neuvorstellungen des septemberlichen Septembers. Liebe aus Italien, Rockno aus Kanada und Herze, Sterne, Brezeln aus Berlin. Ja, die Festtage sind kaum vorbei, da stehen auch schon wieder neue vor der Tür. Aber September bis Dezember, das ist ja gerade einmal so weit wie von Mitte nach Prenzlauer Berg. Mit dem Flugzeug ... Read and rave on nach dem Klick ...

Bumm Bumm Bumm August 2010

Foto: Promo Monkeytown Records
Es gibt neue Platten, Baby. Aus Berlin, aus Strom und aus Neuland. Mit dabei: Siriusmo, dem man eine gewissen Angst vor öffentlichen Auftritten nachsagt. Mia Grobelny, die Schwierigkeiten mit ihrem Namen hat. Und Fumakilla Woody. Read and rave on nach dem Klick ...

Ein Aufgang ist nicht immer eine Treppe

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Zwei Konzertflügel und ein echtes Schlagzeug. Was das mit Techno zu tun hat? Im Falle von „Aufgang“ mehr, als manchem Techno-Produzenten lieb sein kann: Das Trio, das irgendwie aus New York, aber auch aus dem Libanon, Luxemburg und Frankreich kommt (aus diesen Ländern kommen sie nämlich, aber sie haben sich an der Julliard School of Music in New York kennengelernt), erzeugt mit diesen „real instruments“ mehr Clubfeeling als viele andere Produzenten mit ihrer Batterie Computern, Plug-Ins, Synthesizern. Read and rave on nach dem Klick ...

SXSW - It's all over now!

Fotografiert von Martin Böttcher
Bands ohne Ende. Karnevalsstimmung auf der Kneipenmeile. Wenig Schlaf. Viel Tex-Mex-Food. Businesshotels, die zu Clubs werden. Super-Konzerte vor fünf Zuschauern. „Wo bist Du?“ Und wo bin eigentlich ich? Ein paar Momentaufnahmen von der SXSW. Vier Buchstaben, hinter denen sich ein riesiges, und eines der wichtigsten Musikfestivals plus Messe plus Konferenz verbirgt : South By Southwest Music in Austin, Texas. Nicht zu verwechseln mit der SXSW Interactive und SXSW Film, die nämlich sind gerade zu Ende gegangen, wenn es mit der South By Music losgeht. Read and rave on nach dem Klick ...

Tresor wird Tlesol (Hahaha)

Fotografiert von Martin Böttcher
Komisches Projekt, über das der Berliner Tagesspiegel da berichtet: Der Tresor, legendäre, aber etwas in die Jahre gekommene Techno-Legende (ja, das haben die Legenden so an sich, dass sie legendär sind), will eine Art Dependance in Peking aufmachen. Ein „Tresor.China“ in einer Industriehalle. Read and rave on nach dem Klick ...

Die Schweiz liebt Techno

Man kann über die Love Parade natürlich denken, was man will. Ich habe da in den letzen Jahren (also als sie noch in Berlin war bzw. überhaupt noch war) einige der besten Samstage und einen der schlimmsten überhaupt erlebt. Gestern ist in Zürich das Schweizer Gegenstück zur Love Parade, die Street Parade, passiert. Es soll geregnet haben, mehrere hunderttausend Menschen (wenn man den einschlägigen Zeitungen glauben darf, eben keine Menschen, sondern Raver) waren wohl da und die Sanitäter haben einige von ihnen wegen Unterkühlung behandelt. So weit, so schön. Read and rave on nach dem Klick ...

Sinfonie der Großstadt-Clubs

Ist es dieses „Diiiiiit, Diiiiit, Diiiiit, Diiiiit“ kurz bevor sich die U-Bahn-Türen schließen? Oder doch eher das „Niiiiii Nii Niiiiiiiiii“ der S-Bahn? Welches ist der „Sound of Berlin“? Sina Jantsch hat es geschafft. Sie hat ihn eingefangen, den Klang der Stadt, und auf zwei CDs gebrannt, so wie sie ihn versteht: minimal, cluberprobt und Techno. Sina Jantsch ist 22 Jahre alt und arbeitet bei einem Plattenlabel. Und zwar bei einem, für das die Frage nach Kommerz oft wichtiger war als die Frage nach Stil: Ministry of Sound Germany hat Künstler wie Shaggy, Robyn und Bob Sinclar unter Vertrag, ist aber vor allem für seine Compilations bekannt. Die Zusammenstellungen tragen Namen wie „Viva Club Rotation“ oder „Ibiza 2009“ und passen normalerweise besser in die Großraumdisco als in Berliner Clubs. Read and rave on nach dem Klick ...