Seit 1991 weiß ich, was ein Low Frequency Oscillator ist. Na ja,
nicht so richtig, aber ich weiß, dass man damit schöne und auch
nicht so schöne Klänge hinbekommt. Dass ich das weiß, hat mit LFO
zu tun, dem britischen Electronic-Duo, das sich nach diesem
Synthesizer-Feature benannt hat. LFO waren neu und anders, hatten
ein echt gutes Händchen, was Sounds und Rhythmen anging, außerdem
waren sie so freundlich, mit Frequencies eins meiner Lieblingsalben
der frühen Techno-Phase abzuliefern.
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Schlüsselworte: LFO
Spricht noch wer über Drum’n’Bass? Klar, aber allzu viele dürften
es nicht sein. Was auch ein bisschen Schade ist, weil es diverse
Tracks aus dem Genre gibt, die krass, mitreißend oder gut, im
besten Fall sogar all das zusammen waren und sind. Mit Alben
allerdings hatten es Drum’n’Bass-Produzenten nicht so, die waren,
wenn es überhaupt welche gab, meist enttäuschend.
Having said that, wie wir Engländer so sagen, krame ich ein zehn
Jahre altes Album hervor, das mir damals und jetzt immer noch ein
Grinsen ins Gesicht zaubert: Aftershock von Aphrodite.
Jump-Up-Drum’n’Bass, das Schmuddelkind der Jungle-Branche. Bestimmt
nicht deep oder genial, sondern ziemlich funtional, fast jeder
Track eine kleine Achterbahnfahrt.
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Schlüsselworte: Aphrodite
Oops, habe ich doch glatt vergessen, begleitend zur letzten Sendung
von Electro Royale auf ByteFM die Lieblingsplatte auseinander zu
nehmen. Nun gut, dann wird das jetzt mit Verspätung nachgeholt:
Famous When Dead, der Auftakt der gleichnamigen Reihe vom
Playhouse-Label. Und wir können es auch gleich ganz kurz machen:
Tolle Platte bzw. toller Sampler, weil hier gleich eine ganze Reihe
von Tracks drauf sind, die zu meinen All-Time-Favourites gehöen:
Isolées „Beau Mot Plage“, Blazes „Lovelee Day“, der „Broken Mirror“
im ganz und gar hervorragenden Acid-Jesus-Remix von Random Factor.
Und dann noch gute Tracks von Lo Soul und Freeform Five. Housig,
aber irgendwie anders. Ein echter Ohrenöffner, dieser Sampler, als
er 2001 rauskam. Einfache, effektives Cover und meiner Ansicht nach
der beste Titel für eine Compilation-Reihe überhaupt.
Dass die weiteren Teile nicht so gut waren wie dieser erste -
geschenkt! Bzw. ein Grund mehr, Vol. 1 so richtig zu schätzen. Die
Sendung, in der ich „Famous When Dead“ musikalisch vorstelle, kann
man ja jetzt hören, aber nur, wenn man Zugang zum ByteFM-Archiv
hat.
Den
gibt es hier.
Und hier auch die Playlist zum
Nachlesen. Good stuff!
Schlüsselworte: Famous When Dead
Vielleicht liegt es daran, dass ich vom neuen Ada-Album (Meine
zarten Pfoten) ein bisschen enttäuscht war. Jedenfalls habe ich in
letzter Zeit öfter mal das erste der poppigen Techno-Produzentin
herausgesucht: Blondie. Blondie, das Album, ist super. Ganz und gar
überraschende Melodie- und Rhythmuswechsel, feine Klänge, sehr
eingängig, aber gar nicht seicht. Jeder Track also eigentlich ein
Hit.
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Schlüsselworte: Ada
Vor fünf Jahren hat Mia Grobelny, damals einfach nur MIA, ihr
zweites Album herausgebracht: Bittersüss. Jetzt, im Jahr 2012, kann
man sagen: Es ist gut gealtert. Bzw. überhaupt nicht gealtert - und
das ist jetzt als Kompliment gemeint. Mia Grobelny macht nach wie
vor ähnliche Musik, reduziert, mit Konzentration auf subtile
Basslinien, spröde-funky, mit leicht düsterer Note. Wenn mal
allerdings weiß, dass dieses Album direkt nach ihrem Umzug von Köln
nach Berlin entstanden ist und dieser Umzug hier nicht nur Spuren
hinterlassen hat, sondern praktisch musikalisch bebildert wurde,
dann hört man vielleicht noch einmal genauer hin.
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Schlüsselworte: Mia
Grobelny
Wenn man sich das 2001er-Album „Stadtkind“ von Berlins Aushänge-DJ
Ellen Allien jetzt, mehr als zehn Jahre später, noch einmal anhört,
fällt es deutlich auf: Ein ziemliches Miteinander von kratzigen,
sperrigen Sounds und großen Melodiebögen. Eine andere Zeit: Berlin,
um das es in Stadtkind vor allem geht, war damals noch nicht der
Sehnsuchtsort für Jedermann. Und Techno kam nach einer kreativen
Pause und einer Sinneskrise (so schien es mir jedenfalls damals)
mit aller Kraft zurück.
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Schlüsselworte: Ellen
Allien
Heutzutage ist das natürlich gar nichts Neues, Aufregendes,
Besonderes mehr: Musik, die minimal und kompliziert ist, den
Zuhörer fordert, aber gleichzeitig einen gehörigen Groove
entwickelt, der es dann doch wieder leicht macht, den Sounds zu
folgen, sich von ihnen führen zu lassen. Als
Rajko Müller alias Isolée
im Jahr 2000 mit seinem Debütalbum „Rest“ das neue Jahrtausend auch
musikalisch einläutete, gab es solche Sounds aber noch nicht -
Sounds, die aus kleinen Bits und Pieces, aus Stücken und Stückchen
bestanden und sich zu großen Klanggemälden zusammensetzten. Doch
wie genau hat Isolée das geschafft?
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Schlüsselworte: Isolée, Rest, Techno
„Techno Pop“ sollte es eigentlich mal heißen, das 1986 von
Kraftwerk veröffentlichte Album „Electric Café“ – und hieß es dann
auch bei der Wiederveröffentlichung im Jahr 2009. Als Anthony
Rother 2001 unter dem Pseudonym Little Computer People seine Platte
„Electro Pop“ herausbrachte, war das also gleichzeitig Zitat,
Kommentar, Zeichen. Vereinfacht gesagt: Anthony Rother wollte
beides, Tradition und Neubeginn. Keine schlechten Voraussetzungen,
um ein Album zu machen, das a) heute im Second-Hand-Verkauf relativ
teuer und b) irgendwie auch ein Klassiker ist. Aber was genau macht
es dazu?
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Schlüsselworte: Anthony
Rother, Little Computer People
Lustig, da hat man seit fast einem Jahrzehnt eine Platte, die man
ganz und gar toll findet, aber erst jetzt, wo man sie für Netz und
Radio zugleich noch einmal vorstellen möchte, erschließt sich einem
der Albumtitel: Alcachofa. Artischocke! War mir bislang nicht klar,
ist aber komplett logisch. Denn wie man ja bei einer Artischocke
auch die Blätter entfernen muss, um ans Herz zu kommen, muss man
auch auf diesem Meisterwerk von
Ricardo
Villalobos nach und nach die Soundschichten durchdringen, um
die Seele greifen zu können. Zu pathetisch? Na gut, ich kann auch
anders.
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Schlüsselworte: Ricardo Villalobos
Das englische Wörtchen „superimpose“ kann alles Mögliche bedeuten.
Ich glaube ja, dass
Paul Kalkbrenner, als er sein Debütalbum
„Superimpose“ genau so nannte, Gefallen am Blenden (im Sinne von
„etwas vortäuschen, was nicht da ist“) oder am Übereinanderlegen
fand. Nicht, dass er ein Blender ist, aber ich habe ihn irgendwann
in den Nuller Jahren mal kennengelernt und denke, dass er einfach
Freude an so einem Wort hätte. Übereinanderlegen aber passt
natürlich auch, wenn man daran denkt, wie sich im Techno die
einzelnen Sounds überlagern. Aber eigentlich will ich hier gar
nicht über einen Albumtitel schreiben. Sondern über das Album
selbst und warum es mir so gut gefällt. Mache ich ja auch.
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Schlüsselworte: Paul
Kalkbrenner, Techno
Diese Woche sowohl beim Technoarm als auch bei Electro Royale
(meiner Sendung bei
ByteFM): Der Blick zurück auf das Nu-Romantix-Album von
DMX Krew. Nu Romantix - der Titel verrät schon, wie tief die Musik
darauf in den 80ern verankert ist. Aber es geht nicht in Richtung
Gothic oder Positive Punk oder wie auch immer man die „New
Romantics“ noch verstehen konnte, sondern in Richtung Dancefloor.
Electro-Funk-Sounds und Synthie-Klänge und ein großartig
eingesetzter Vocoder passen super zusammen.
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Schlüsselworte: DMX Krew,
Nu
Romantix
Der nächste Doppelschlag in Sachen Klassikerplatten: Zum Hören im
Radio, zum Lesen hier beim Technoarm.
Aus meinen überfüllten Regalen werden noch einmal die wichtigsten,
schönsten, besten Alben herausgekramt. In diesem Fall geht es um
„Snowboarding in Argentina“, das Debüt-Album des Londoner
Produzenten-Duos Swayzak. 14 Jahre ist dieses Album jetzt als und
noch immer hört es sich gut an. Und gar nicht alt. Wie James Taylor
und David Brown das wohl geschafft haben?
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Schlüsselworte: Swayzak
So richtig ist mir bis heute nicht klar geworden, warum auf der
Debütplatte von Fischerspooner ein „Parental Advisory - Explicit
Content“-Sticker klebt: Das „#1“ betitelte Werk der beiden New
Yorker Warren Fischer und Casey Spooner, das einen Monat vor den
Anschlägen aufs World Trade Center 2001 veröffentlicht wurde, hat
so gar nichts Verruchtes. Aber nicht deshalb ist das eine meiner
Lieblingsplatten. Sondern wegen der Songs. Selten so oft ein Album
gehört und dabei solch diebisches Vergnügen verspürt, was dann
meist in die Erkenntnis mündete: „Hammer!“ Darf die Analyse ein
bisschen tiefer gehen? Gerne!
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Schlüsselworte: Fischerspooner, #1
Die Formulierung „Teil 1“ in der Überschrift deutet es ja schon an:
Hier beginnt gerade etwas Neues. Aufregendes. Überraschendes. Und
zwar nicht nur hier auf der Technoarm-Seite, sondern auch im Radio.
Aus meinen überquellenden CD- und Plattenregalen werden noch einmal
die wichtigsten, schönsten, besten Alben oder 12-Inches
herausgekramt. Hier im Technoarm dann die Analyse, die von „Einfach
nur grandios“ bis hin zu einem mehrseitigen Aufsatz reichen kann.
Und dann in meiner Sendung „Electro Royale“ bei ByteFM die
dazugehörige Musik, zwei bis drei Tracks. Den Anfang macht ein
Album aus dem Jahr 2000: Solaris von
Photek.
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Schlüsselworte: Photek, Solaris