In meinen Augen ist Myspace so etwas wie der Zombie unter den
Social Networks, vermutlich nicht nur in meinen Augen. Eigentlich
wollte ich gerade meinen Account löschen (der wohl seit 2004, wie
ich gerade feststellte, existiert). Denn wer braucht schon nicht
richtig funktionierende Webseiten, die Ewigkeiten brauchen, bis sie
geladen sind? Und wer braucht schon halb ausgegorene Ideen, die nur
sehr sporadisch und sehr halbherzig optimiert werden? Eben. Aber
löschen geht nicht - die E-Mail-Adresse, unter der ich da
existiert, gibt es nicht mehr. Ein gutes aber hatte die versuchte
Löschaktion: Ich habe einen Post gefunden, der gut vier Jahre her
ist und der mich innerhalb eines Sekundenbruchteils nostalgisch
werden ließ. Wer will, darf ihn jetzt auch lesen.
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Schlüsselworte: Myspace
Let’s make that real quick: Die neue Groove ist da. Und sie ist
gut. So gut, dass sie bestimmte Wesen (siehe Foto) gar nicht mehr
hergeben wollen. Das liegt an der ziemlich gelungenen
Themenauswahl. Während ich das schreibe, laufen auf meiner Anlage
alte Trax-Tracks, aber in neuen Remixen, genau der passende Sound
für diese Ausgabe. Warum?
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Schlüsselworte: Nina
Kraviz
In keinem Genre wird so viel Musik veröffentlicht wie innerhalb der
elektronischen Musik. Das liegt daran, dass die Songs mit Hilfe
eines Computers so einfach und schnell gemacht werden können und
sich trotzdem professionell anhören, aber es liegt auch daran, dass
dort immer wieder neue Mini-Genres auftauchen und Wellen schlagen,
die Szenen auf der ganzen Welt vernetzt sind, sich vieles im Fluss
befindet. Eines dieser Mini-Genres ist „Skweee“ – eine
Musikrichtung, die sich vor fünf, sechs Jahren in Schweden
herausgeschält hat und jetzt so langsam auch über die Insiderkreise
hinaus bekannt wird. Bei uns ist gerade der bisher nur als Import
erhältliche Sampler „Skweee Tooth“ veröffentlicht worden – schöner
Anlass, sich das ganze mal anzusehen.
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Schlüsselworte: Skweee
So enthusiastisch die Disco-Musik – und alles was sich drumherum
abspielte – in den 70ern gefeiert wurde, so heftig wurde sie nach
dem Ende des riesigen Hypes angefeindet. Seit einigen Jahren gibt
es ein neues Interesse: Neo-Disco-Produktionen,
Wiederveröffentlichungen – und so genannte Edits und Re-Edits -
einige wurden gerade veröffentlicht auf dem Doppel-CD-Sampler
„Philadelphia International: The Re-Edits“.
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Schlüsselworte: Disco
In Schweden ist ja gerade ein Mann entdeckt worden, der zwei Monate
lang in seinem eingeschneiten Auto überlebt hat. Mein erster
Gedanke, als ich davon las: Das würde einen intensiven Film
abgeben. Vielleicht ein wenig langweilig in den Dialogen, aber
intensiv. Der Regisseur, Schreiber und Special-Effects-Mann
Cole
Schreiber wäre vielleicht der Richtige, um das in Bilder
umzusetzen. Sein Kurzfilm „Rest“ jedenfalls, den man hier nach dem
Klick sehen kann, lässt so etwas vermuten. In „Rest“ geht es um
einen amerikanischen Zombie-Soldaten, der über 90 Jahre nach seinem
Tod aus seinem Weltkriegsgrab in Frankreich steigt, um seine
Geliebte zu suchen. Nicht ganz logisch, aber großartige Bilder und
gefühlvolle Filmmusik von
Keegan DeWitt. Read and rave on nach dem Klick
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Schlüsselworte: Zombie
Manchmal könnte man glauben, die Musikindustrie möchte überhaupt
nicht überleben: Da bestellt der feine Herr Musikjournalist (ja,
genau, ich) das neue
Deichkind-Album zwecks Rezension. Erstens kommt es
eine Woche NACH der geplanten Besprechung, zweitens in einem
ziemlich großen Karton - das Plattenlabel hat freundlicherweise
noch 24 weitere Exemplare beigelegt, die jetzt auf möglichst
bürokratischem Wege wieder zurückgeschickt werden müssen. Ein
Zeichen dafür, dass „Befehl von ganz unten“ nicht so gut läuft? Ein
Beleg dafür, dass die Musikindustrie weiter spart und auch in
sensiblen Bereichen nur noch Praktikanten einsetzt? Oder der
Beweis, dass ich als Kritiker endlich die Rolle spiele, in der ich
mich selbst schon lange sehe? Fragen, die erst einmal unbeantwortet
bleiben müssen. Widmen wir uns also lieber der Musik.
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Schlüsselworte: Deichkind
Das muss hier im Steno-Stil dokumentiert werden, Zeit ist
schließlich knapp: Durch Zufall auf Video gestoßen, Henry Rollins
vs. Techno Viking. Fälschlicherweise gedacht, beide wären schon mal
Thema beim Technoarm gewesen. Beim einen, Henry Rollins,
stimmt es.
Beim legendären Techno-Wikinger aber nicht.. Dann fiel mir wieder
ein: Stimmt, ich wollte ja eigentlich noch mal ausdauernder
recherchieren, was der Techno Viking jetzt mach. Aber, siehe oben,
Zeit ist knapp. Also besser jetzt als nie: Henry Rollins vs. Techno
Viking im Video. Und auch wenn Rollins keine schönen Sachen über
„Electronic Dance Music“ sagt, bleibt er trotzdem einer meiner
Helden.
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Schlüsselworte: Techno
Viking, Henry Rollins
Was passiert eigentlich, wenn Millionen Jahre alter Sandstein als
Fotopapier benutzt, ein altes Science-Fiction-Motive auf die raue
Oberfläche projiziert und dann das ganze auch noch reliefartig
bearbeitet wird? Dann passiert Kunst. Und es vermischen sich
mindestens vier verschiedene Zeitebenen, so dass man ohne weiteres
von einer Zeitfalle sprechen kann. Time Trap nennt es
Thomas
Lucker, so heißt seine Ausstellung und so heißt auch eins der
markantesten Bilder/Reliefs/Skulpturen.
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Schlüsselworte: Time Trap,
Thomas Lucker
Habe gerade noch mal einen gesamten Zombie-Roman in Haiku-Form
gelesen (Zombie Haiku von
Ryan Mecum). Genau, immer wieder diese fünf Silben,
sieben Silben, fünf Silben, die sich die Japaner gewählt haben, um
mehr oder weniger sinnvolle Geschichten zu erzählen, über die man
mehr oder weniger nachdenken kann. So eine Zombie-Haiku-Gewalttour
kann natürlich nicht ohne Folgen bleiben!
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Schlüsselworte: Haiku
Wer sich auf die
entsprechenden Webseite der Bundespolizei in
Sachen Trickdiebstahl begibt, könnte den Glauben an das Gute im
Menschen verlieren. Besonders „gut“ gefällt mir der
„Hochhebetrick“: „In einer Gaststätte oder Bar behauptet der
Taschendieb das Gewicht des Opfers genau schätzen zu können.
Während der Taschendieb sein Opfer umklammert und es hochhebt,
entwendet der Komplize die Geldbörse.“ Auch nicht schlecht - und
vielleicht in Sachen Techno nicht uninteressant, ist der so
genannte „Nachtschwärmer-Trick“ - da geht’s im Zug zur Sache!
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Schlüsselworte: Club, Raub
Besonders froh ist der Techno-affine Mensch, wenn er sein Futter
nicht fertig serviert bekommt, sondern danach suchen muss. Deshalb
freut er sich auch über die neue Ausgabe des Musikexpress. Der ME
ist wahrlich keine Zeitschrift, die sich mit besonders viel
Engagement über die elektronische Musik hermacht, sondern besitzt
schon eine gewisse Rocklastigkeit. Nicht so sehr wie das Rolling
Stone Magazine, aber so weit weg von der Intro ist man nicht (das
mögen Menschen, die die Intro mögen oder sogar bei ihr arbeiten,
anders sehen, aber mir kommt es nun mal so vor).
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Schlüsselworte: Musikexpress
We Have Band ist eine Band, die eigentlich ganz genau wissen
müsste, wo es lang geht: Vor zwei Jahren tauchte sie mit ihrem
ersten Album in der Öffentlichkeit auf und alle drei Mitglieder
haben früher bei einer Plattenfirma gearbeitet. Und jetzt ein neues
Werk namens Ternion – schwieriges Territorium für das
Auskenner-Trio.
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Schlüsselworte: We Have
Band
Neue Deutsche Welle ... ein Begriff, über den man sich gut streiten
kann - auch heute noch, mehr als 32 Jahre nachdem ihn der
Plattenlabelbetreiber Burkhard Seiler alias Der Zensor das erst Mal
benutzte. So unterschiedlich die Musik, die darunter
zusammengenfasst wird! So gegensätzlich der Anfang und das Ende
dieser Liason aus deutscher Sprache und zuerst punkigen, dann
poppigen und schlagerhaften Sounds! So griffig und so schwammig
zugleich!
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Schlüsselworte: Neue Deutsche Welle, Punk, NDW
Der eine –
Jaxson – gehört schon eine halbe Ewigkeit zum
Berliner Technogeschehen, der andere -
David
Keno - ist vor kurzem aus der Schweiz an die Spree gezogen.
Nach eine Reihe von gemeinsamen Tracks und Remixen haben die beiden
jetzt ihren „Candyshop“ eröffnet. So heißt jedenfalls ihr
Tech-House-Album. Candyshop, der Süßwarenladen ... wenn man das
wörtlich nimmt, dann klingt das nach sehr viel Zucker, verdorbenem
Magen, nach bunten Süßigkeiten und einigermaßen viel Spaß.
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Schlüsselworte: Jaxson, David
Keno
Er redet und redet und redet, der Blick auf die Uhr am Ende verrät:
Fast drei Stunden lang. Ohne Pause, nicht einmal einen Schluck
Wasser gönnt er sich. Und nur ein einziges Mal liest er von einem
Zettel ab, als er all die Dinge aufzählt, die man in Indien nicht
mit ins Flugzeug nehmen darf.
Henry Rollins, früher einmal Sänger bei der
legendären Hardcore-Band
Black Flag
(und weil wir hier beim Technoarm sind, muss ich das vielleicht
noch mal deutlich sagen: Hardcore wie in Punk, nicht Hardcore wie
in Techno), Gründer der
Rollins
Band, Schauspieler, Autor. Henry Rollins wird in zwei Wochen 51
Jahre alt und hat noch immer - oder jetzt gerade - so unglaublich
viel zu sagen. Deshalb redet er auch sehr schnell, immer, nicht nur
bei diesem Auftritt im Berliner
Huxley’s.
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Schlüsselworte: Henry
Rollins, Black Flag